Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023, bei dem 1221 Menschen ihr Leben verloren, stellt Deutschland seine Solidarität mit Israel erneut unter Beweis. Bundeskanzler Friedrich Merz verknüpft diese Haltung mit dem historischen Erbe der Schoah und mahnt zugleich, dass wachsender Antisemitismus im eigenen Land nicht länger schweigend hingenommen werden dürfe. In einer Zeit, in der Gedenken und Gegenwart ineinandergreifen, sucht die Bundesregierung nach einem Weg, der Sicherheit für Israel mit einer dauerhaften Friedensordnung für alle Menschen in der Region verbindet.
Merz bekräftigt Deutschlands Unterstützung für Israel zum dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls
Jüdinnen und Juden müssten ohne Angst leben können
Was genau hat Merz mit seiner Rede bezweckt – war das nur Gedenken oder auch eine politische Botschaft?
Beides. Er gedenkt der Opfer, aber er nutzt den Jahrestag auch, um drei Dinge klarzustellen: dass Deutschland Israel bedingungslos unterstützt, dass Antisemitismus in Deutschland nicht toleriert wird, und dass die Bundesregierung trotzdem an einer Zwei-Staaten-Lösung festhält.
Aber die Zwei-Staaten-Lösung – wie realistisch ist die wirklich, wenn der Krieg im Gazastreifen noch läuft und die Zahlen so verheerend sind?
Das ist die Spannung, die Merz nicht aufgelöst hat. Er sagt, das ist das Ziel, aber er sagt nicht, wie man dorthin kommt, wenn die Realität vor Ort so fragmentiert ist.
Und dieser Anstieg von Antisemitismus in Deutschland – wie schlimm ist das wirklich?
Wadephul nennt es "entsetzlich". Das ist starke Sprache. Aber die Quelle gibt keine Zahlen, keine Statistiken. Wir wissen, dass es zunimmt, aber nicht um wie viel.
Genau. "Entsetzlich" ist eine Charakterisierung, keine Messung. Das ist wichtig zu unterscheiden. Die Bundesregierung sagt, sie bekämpft es, aber ohne Daten können wir nicht sehen, ob das funktioniert.
Und die 74.200 Toten im Gazastreifen – kann man der Zahl trauen?
Nein. Das ist explizit eine Angabe des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums. Die Quelle sagt selbst, dass sich diese Zahl unabhängig nicht überprüfen lässt. Das ist ein wichtiger Vorbehalt.
Aber es ist auch die beste Zahl, die wir haben. Unabhängige Organisationen können nicht in den Gazastreifen, um selbst zu zählen. Das ist Teil des Problems.
Also bleibt die Wahrheit über das Ausmaß des Krieges unklar?
Ja. Und das sollte man beim Lesen dieser Geschichte im Kopf behalten.
El Pulso
- Der dritte Jahrestag des Hamas-Überfalls reißt eine Wunde auf, die nicht verheilt ist: 1221 Tote, 251 Geiseln, ein Krieg mit über 74.200 Opfern im Gazastreifen.
- Kanzler Merz stellt klar, dass Deutschlands Beistand für Israel keine diplomatische Floskel ist, sondern eine aus der Geschichte gezogene, unveräußerliche Verpflichtung.
- Gleichzeitig wächst die Bedrohung im Inneren: Antisemitismus breitet sich in Deutschland aus und bleibt nach Einschätzung der Bundesregierung viel zu oft unwidersprochen.
- Die Regierung versucht, zwei Ziele gleichzeitig zu verfolgen – entschlossenen Schutz jüdischen Lebens in Deutschland und diplomatisches Engagement für eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten.
- In Berlin und Israel finden Gedenkveranstaltungen statt, darunter eine Projektion der israelischen Flagge auf das Brandenburger Tor – Zeichen einer Trauer, die öffentlich sichtbar bleiben soll.
Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023, bei dem 1221 Menschen ihr Leben verloren, stellt Deutschland seine Solidarität mit Israel erneut unter Beweis. Bundeskanzler Friedrich Merz verknüpft diese Haltung mit dem historischen Erbe der Schoah und mahnt zugleich, dass wachsender Antisemitismus im eigenen Land nicht länger schweigend hingenommen werden dürfe. In einer Zeit, in der Gedenken und Gegenwart ineinandergreifen, sucht die Bundesregierung nach einem Weg, der Sicherheit für Israel mit einer dauerhaften Friedensordnung für alle Menschen in der Region verbindet.
Drei Jahre nach dem Überfall der Hamas gedenkt Deutschland der 1221 Todesopfer und der 251 Verschleppten. Bundeskanzler Friedrich Merz bekräftigte am Mittwoch, dem 7. Oktober, die unbedingte Solidarität seines Landes mit Israel. Diese Haltung, so Merz, sei keine politische Geste, sondern eine aus der Schoah gewonnene Erkenntnis und Teil des deutschen Selbstverständnisses.
Das Massaker hatte verheerende Spuren hinterlassen. Allein beim Nova-Musikfestival nahe des Kibbuz Reim starben mindestens 370 Menschen. Der darauffolgende Krieg im Gazastreifen forderte nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mehr als 74.200 Menschenleben – eine Zahl, die sich unabhängig nicht überprüfen lässt.
Merz skizzierte auch eine langfristige Vision: Die Bundesregierung strebe eine Ordnung an, in der Israelis, Palästinenser und ihre Nachbarn in Frieden leben können – am besten durch die Gründung eines palästinensischen Staates neben Israel. Zugleich warnte er vor zunehmendem Antisemitismus in Deutschland, der zu oft unwidersprochen bleibe. Jüdinnen und Juden müssten überall im Land ohne Angst leben können.
Außenminister Johann Wadephul bezeichnete den 7. Oktober als den größten Massenmord an Juden seit dem Holocaust und sprach von einem Tag, der die Zeit für viele in ein Davor und ein Danach teile. In Berlin finden Gedenkveranstaltungen statt, am Abend wird die israelische Flagge auf das Brandenburger Tor projiziert. In Israel selbst werden zehntausende Menschen zur zentralen Gedenkfeier im Yarkon-Park in Tel Aviv erwartet.
Drei Jahre nach dem Überfall der Hamas auf Israel gedenkt Deutschland der Opfer und bekräftigt seine Solidarität. Am Mittwoch, dem 7. Oktober, sprach Bundeskanzler Friedrich Merz von einer Unterstützung, die unverrückbar ist: Deutschland stehe an Israels Seite, sagte er, und seine israelischen Freunde könnten auf deutschen Einsatz zählen, damit sich ein solches Verbrechen niemals wiederhole. Diese Zusage ist für Merz nicht nur politische Rhetorik, sondern, wie er betonte, eine Lehre aus der Schoah und Teil deutscher Identität.
Das Massaker vom 7. Oktober 2023 hatte eine Bilanz hinterlassen, die bis heute wirkt. Kämpfer der Hamas und ihrer Verbündeten töteten 1221 Menschen und verschleppten 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen. Beim Nova-Musikfestival nahe des Kibbuz Reim starben mindestens 370 Menschen, 44 wurden als Geiseln genommen. Der Überfall löste einen Krieg aus, dessen Ausmaß schwer zu erfassen ist: Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden im Gazastreifen mehr als 74.200 Menschen getötet. Diese Zahl lässt sich unabhängig nicht überprüfen.
Merz sprach auch von einem Ziel, das über die unmittelbare Sicherheit hinausgeht. Die Bundesregierung wolle ein Fundament für eine neue Ordnung legen, in der Israelis, Palästinenser und ihre Nachbarn in Frieden und Sicherheit leben können. Dieses Ziel sei am besten durch die Gründung eines palästinensischen Staates neben Israel zu erreichen, sagte der Kanzler. Es ist eine Position, die Unterstützung für Israel mit einer Zwei-Staaten-Lösung verbindet.
Doch Merz wandte sich auch einem Problem zu, das in Deutschland selbst wächst. Der Antisemitismus nehme zu, sagte er, und bleibe viel zu oft unwidersprochen. Die Bundesregierung werde alles in ihrer Macht Stehende tun, um Antisemitismus in all seinen Formen konsequent zu bekämpfen. Jüdinnen und Juden müssten in ganz Deutschland ohne Angst leben können. Merz betonte, dass die Bundesregierung denjenigen entgegentrete, die das Existenzrecht Israels relativieren oder infrage stellen – nicht nur am 7. Oktober, sondern jeden Tag.
Bundesaußenminister Johann Wadephul beschrieb den 7. Oktober als den größten Massenmord an Juden seit dem Holocaust. Für viele Jüdinnen und Juden teile dieser Tag die Zeit in ein Davor und ein Danach, sagte er. Der Tag sei der Anfang eines schier endlosen Martyriums für hunderte Geiseln und ihre Familien. Gleichzeitig räumte Wadephul ein, dass es einen entsetzlichen Anstieg von Antisemitismus gebe, auch in Deutschland – ein Bewusstsein, das die Bundesregierung mit Entschlossenheit bekämpfen wolle.
Am Mittwoch finden in Berlin und anderen deutschen Städten Gedenkveranstaltungen und ein Gottesdienst statt. Der israelische Botschafter Ron Prosor und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt werden beim zentralen Gedenken am Nachmittag sprechen. Der Bundestag debattiert über den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland. Vom Abend bis Mitternacht wird die israelische Flagge auf das Brandenburger Tor projiziert.
In Israel selbst werden die Gedenkfeiern größer ausfallen. Die Flaggen vor dem Parlament und der Präsidentenresidenz wurden bereits am Montag auf Halbmast gesetzt. Eine zentrale Gedenkfeier findet an der Stätte des Nova-Musikfestivals an der Grenze zum Gazastreifen statt. Eine weitere Großveranstaltung ist für den Abend im Yarkon-Park in Tel Aviv geplant, wo zehntausende Teilnehmer erwartet werden. Der 7. Oktober bleibt ein Tag, an dem die Wunde offenbleibt und die Fragen nach Sicherheit, Gerechtigkeit und Frieden neu gestellt werden.
Citas Notables
Deutschland steht fest an der Seite Israels. Unsere israelischen Freunde können auf unseren Einsatz zählen, damit sich ein solches Verbrechen niemals wiederholt.— Bundeskanzler Friedrich Merz
Der 7. Oktober teilt die Zeit für viele Jüdinnen und Juden in ein Davor und ein Danach.— Bundesaußenminister Johann Wadephul