Maricarmen wurde nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung geworfen, weil ein Investor die Miete um 275 Prozent auf 2650 Euro erhöhte. Ihr Fall löste landesweite Massenproteste aus und führte zur Ankündigung von Neuwahlen durch Ministerpräsident Sánchez.
Zwangsgeräumte Spanierin Maricarmen Abascal gestorben
Wir sind alle Maricarmen – auf Plakaten bei Massenprotesten
Warum ist Maricarmens Fall so wichtig geworden? Es gibt doch überall Zwangsräumungen.
Weil sie 70 Jahre dort gelebt hatte. Das war nicht einfach eine Wohnung – das war ihr Leben. Und die Mieterhöhung um 275 Prozent war so brutal, so offensichtlich profitgetrieben, dass es Menschen aufgeweckt hat.
Aber wir sollten vorsichtig sein: War es der Investor selbst, der die Miete erhöht hat, oder ein Makler, oder wer genau? Die Quelle sagt nur "ein Investor".
Das ist fair. Aber das ändert nichts daran, dass die Mieterhöhung real war und dass Maricarmen starb.
Und die Proteste – wie groß waren die wirklich?
Groß genug, dass sie Sánchez zum Handeln zwangen. Groß genug, dass Neuwahlen ausgerufen wurden.
Aber wir haben keine Zahlen. Wie viele Menschen waren auf den Straßen? Das wissen wir nicht. Wir wissen, dass es Protestcamps gab und dass Plakate da waren.
Was passiert jetzt, nach ihrem Tod?
Die Gewerkschaften haben einen Generalstreik für den 11. November angekündigt. Das ist drei Wochen vor der Wahl. Die Wohnungskrise wird zum Wahlkampfthema.
Und die Umfragen? Die zeigen, dass die konservative Partei und Vox vorne liegen – also die Parteien, die gegen Sánchez' Maßnahmen gestimmt haben.
Das ist bitter.
Ja. Maricarmen starb, und die Parteien, die gegen Mieterschutz stimmten, könnten gewinnen.
Le Pouls
- Maricarmen Abascal, 87 Jahre alt, starb wenige Tage nach ihrer Zwangsräumung am 23. September
- Investor erhöhte ihre Miete um 275 Prozent auf 2650 Euro monatlich
- Sie hatte über 70 Jahre in ihrer Madrider Wohnung gelebt
- Ihr Fall löste Massenproteste und Neuwahlen für Ende November aus
- Gewerkschaften rufen zu Generalstreik am 11. November auf
Maricarmen wurde nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung geworfen, weil ein Investor die Miete um 275 Prozent auf 2650 Euro erhöhte. Ihr Fall löste landesweite Massenproteste aus und führte zur Ankündigung von Neuwahlen durch Ministerpräsident Sánchez.
Die 87-jährige Maricarmen Abascal ist nach ihrer Zwangsräumung aus ihrer Madrider Wohnung gestorben. Ihr Fall hatte massive Proteste und eine politische Krise in Spanien ausgelöst.
Maricarmen Abascal war 87 Jahre alt, als man sie auf einer Trage aus ihrer Wohnung trug. Sie hatte dort mehr als sieben Jahrzehnte gelebt, in Madrid, in einem Zuhause, das für sie zur Identität geworden war. Ein Investor hatte beschlossen, die Miete um 275 Prozent zu erhöhen – von einem früheren Satz auf 2650 Euro monatlich. Am 23. September wurde sie geräumt. Wenige Tage später war sie tot.
Ihr Tod am Mittwoch war nicht nur eine persönliche Tragödie. Der Mieterverband gab die Nachricht bekannt und nannte das, was geschehen war, eine vermeidbare Katastrophe nach einem qualvollen Prozess. Maricarmen war nach der Räumung ins Krankenhaus eingeliefert worden, erschöpft und gebrochen. Es gelang den Aktivisten und Politikern, eine Einigung zu erzielen – sie sollte zurückkehren in ihre Wohnung. Aber die Lösung kam zu spät. Sie überlebte nur wenige Tage.
Das, was Maricarmen widerfuhr, entzündete Spanien. Protestcamps entstanden im Zentrum Madrids. Auf Plakaten stand: "Wir sind alle Maricarmen." Der Fall wurde zum Symbol für etwas Größeres, das das Land durchzieht – eine Wohnungskrise, die sich in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verschärft hat. Die Durchschnittsmieten haben sich in diesem Zeitraum fast verdoppelt. Umfragen zeigen seit langem: Für die Spanier ist die Wohnungsnot das dringendste Problem überhaupt.
Die politischen Folgen waren unmittelbar. Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez führte eine Minderheitenregierung und versuchte, Maßnahmen gegen die Wohnungskrise durchs Parlament zu bringen. Es reichte nicht. Die konservative Volkspartei und die ultrarechte Vox lehnten ab. Sánchez kündigte daraufhin Neuwahlen für Ende November an. In den aktuellen Umfragen führen die Opposition und die Rechtsextremen.
Doch Maricarmens Tod hatte noch weitere Konsequenzen. Die großen spanischen Gewerkschaftsbünde kündigten für den 11. November einen Generalstreik an – abgestimmt mit den Mieterorganisationen. Es geht um höhere Löhne, um Wohnraum, um Preise, die die Menschen erdrücken. Der Streik wird nur 17 Tage vor der Neuwahl stattfinden. Die Gewerkschaft CCOO schrieb auf X: "Für ordentlichen Lohn, für ein Dach über dem Kopf und dafür, dass die Preise aufhören, uns zu erdrücken." Der Arbeitgeberverband CEOE nannte den geplanten Streik inakzeptabel und sprach von einem politischen Streik, dessen Rechtmäßigkeit fragwürdig sei.
Der Mieterverband erklärte, Maricarmens Fall sei eine Zäsur in der Geschichte des Landes gewesen. Eine 87-jährige Frau, die ihr ganzes Leben an einem Ort verbracht hatte, wurde hinausgeworfen, weil ein Investor mehr Gewinn sehen wollte. Sie starb, bevor sie zurückkehren konnte. Das ist nicht abstrakt. Das ist nicht eine Statistik über Mietenentwicklung. Das ist das Gesicht einer Krise, die Spanien spaltet und nun, wenige Wochen vor einer Wahl, die politische Landschaft neu ordnet.
Citations marquantes
Diese Lösung kommt zu spät. Eine völlig vermeidbare Situation nach einem qualvollen Prozess.— Mieterverband
Für ordentlichen Lohn, für ein Dach über dem Kopf und dafür, dass die Preise aufhören, uns zu erdrücken.— Gewerkschaft CCOO