Seixas siegte im Alleingang nach 239 Kilometern und ist damit die große Nachwuchshoffnung des französischen Radsports. Mit 20 Jahren und 16 Tagen übertraf er den bisherigen Rekordhalter Giovanni Gerbi um 145 Tage und gehört zu den drei jüngsten Siegern eines Radsport-Monuments.
Paul Seixas wird jüngster Sieger der Lombardei-Rundfahrt
Es fühlt sich wie ein Traum an. Ich kann es noch nicht realisieren.
Was macht diesen Sieg so besonders? Ein Klassiker-Sieg ist wichtig, aber warum ist das Alter hier die Geschichte?
Weil es zeigt, dass Seixas nicht nur talentiert ist, sondern dass er bereits auf höchstem Niveau konkurrenzfähig ist. Mit zwanzig Jahren gegen die weltbesten Fahrer zu gewinnen – das ist extrem selten. Die meisten Fahrer brauchen Jahre, um dorthin zu kommen.
Aber wir sollten vorsichtig sein: Ein Sieg macht noch keine Karriere. Pogačar hat fünfmal gewonnen, Seixas einmal. Das ist ein großer Unterschied. Und Evenepoel war Favorit und wurde vierter – das sagt auch etwas aus.
Seixas hatte schon acht Siege in dieser Saison. Ist das ungewöhnlich für einen Zwanzigjährigen?
Ja, absolut. Acht Siege bedeuten, dass er nicht nur bei einem Rennen gut war, sondern konsistent. Flèche Wallonne, Baskenland-Rundfahrt, vierter bei der Tour – das ist ein beeindruckendes Portfolio.
Allerdings sollten wir unterscheiden: Flèche Wallonne und Baskenland-Rundfahrt sind nicht auf dem gleichen Niveau wie die fünf Monumente. Das ist wichtig zu sagen. Der Lombardei-Sieg ist qualitativ anders.
Pogačar war fünfmal Sieger und ist jetzt weg. Ist Seixas sein Nachfolger?
Das ist die Frage, die alle stellen. Aber es ist zu früh, das zu sagen. Pogačar war schon mit neunzehn Jahren dominant. Seixas ist talentiert, aber eine Siegesserie aufzubauen ist etwas anderes als einen Sieg zu haben.
Und Evenepoel ist auch noch da. Mas auch. Das Feld ist nicht leer. Seixas hat gewonnen, aber das bedeutet nicht, dass er automatisch die nächsten fünf Jahre dominiert.
Der Puls
- Paul Seixas, 20 Jahre und 16 Tage alt, jüngster Sieger der Lombardei-Rundfahrt
- Brach Rekord von Giovanni Gerbi aus 1905 um 145 Tage
- Sieg nach 239 Kilometern, Attacke 18 km vor dem Ziel am Civiglio-Anstieg
- Achter Saisonsieg für Seixas; Tadej Pogačar endete Fünf-Siege-Serie
Seixas siegte im Alleingang nach 239 Kilometern und ist damit die große Nachwuchshoffnung des französischen Radsports. Mit 20 Jahren und 16 Tagen übertraf er den bisherigen Rekordhalter Giovanni Gerbi um 145 Tage und gehört zu den drei jüngsten Siegern eines Radsport-Monuments.
Der 20-jährige Franzose Paul Seixas hat sich zum jüngsten Sieger der Lombardei-Rundfahrt gekrönt und damit den Rekord von Giovanni Gerbi aus dem Jahr 1905 gebrochen.
Der französische Radsportler Paul Seixas hat sich in die Geschichte des Radsports eingeschrieben. Mit zwanzig Jahren und sechzehn Tagen wurde er zum jüngsten Sieger der Lombardei-Rundfahrt, einem der fünf großen Eintagesklassiker des Sports. Bei der 120. Auflage des Herbstklassikers, die über 239 Kilometer führte, setzte sich Seixas allein durch und ließ die Konkurrenz weit hinter sich.
Damit brach der Franzose einen Rekord, der mehr als ein Jahrhundert Bestand hatte. Giovanni Gerbi, ein italienischer Fahrer, hatte die Lombardei 1905 im Alter von zwanzig Jahren und 161 Tagen gewonnen. Seixas überbot ihn um 145 Tage. Nur drei Fahrer in der gesamten Geschichte der fünf Radsport-Monumente haben ihre Siege in noch jüngerem Alter errungen. Nach dem Rennen rang Seixas nach Worten. "Es ist verrückt", sagte er. "Es fühlt sich wie ein Traum an. Ich kann es noch nicht realisieren."
Die Entscheidung fiel relativ früh. Achtzehn Kilometer vor dem Ziel in Como attackierte Seixas am steilen Civiglio-Anstieg und schüttelte das gesamte Feld ab. Niemand konnte ihm folgen. Hinter ihm kamen der Spanier Enric Mas, Sieger der Vuelta a España, und der Italiener Giulio Ciccone ins Ziel. Der Topfavorit Remco Evenepoel musste am vorletzten Anstieg abreißen lassen und wurde vierter.
Für Seixas war dies bereits der achte Saisonsieg. Zuvor hatte er bereits die Flèche Wallonne, einen der Halbklassiker, und die Baskenland-Rundfahrt gewonnen. Bei der Tour de France im Sommer war er auf Anhieb Vierter geworden. Bei der Weltmeisterschaft belegte er den dritten Platz im Zeitfahren. Der Sieg in der Lombardei beendet die beeindruckende Serie von Tadej Pogačar, dem slowenischen Superstar, der das Rennen fünfmal hintereinander gewonnen hatte. Pogačar hatte die Saison nach einem Schlüsselbeinbruch bei der Vuelta vorzeitig beendet und war nicht am Start.
Vor dem Rennen gab es einen fünfminütigen Protest der Fahrer. Sie wollten auf wiederholte Sicherheitsvorfälle in der jüngeren Vergangenheit hinweisen. Remco Evenepoel trat als Sprecher des Fahrerfeldes auf. Überraschend war, dass Florian Lipowitz, der deutsche Teamkollege von Evenepoel, nicht im Aufgebot stand, obwohl die Startliste erst am Vortag veröffentlicht worden war. Lipowitz hatte die Tour de France im Sommer nach einem schweren Sturz aufgeben müssen.
Mit diesem Sieg hat sich Seixas als die große Nachwuchshoffnung des französischen Radsports etabliert. Der französische Radsport hatte lange auf einen Fahrer gewartet, der die großen Klassiker und möglicherweise auch die Tour de France gewinnen könnte. Seixas scheint dieser Fahrer zu sein. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob er sein enormes Potenzial in die ganz großen Siege umwandeln kann.
Bemerkenswerte Zitate
Es ist verrückt. Es fühlt sich wie ein Traum an. Ich kann es noch nicht realisieren.— Paul Seixas nach dem Rennen