UN-Nachfolgesuche: Grynspan verliert an Unterstützung im Sicherheitsrat

Noch nie wurde eine Frau an die Spitze der UN gewählt
Nach mehr als acht Jahrzehnten bleibt die Frage offen, ob Grynspan diese historische Barriere durchbrechen kann.
Mark

Warum verliert Grynspan plötzlich Unterstützung? Sie war doch die letzte realistische Kandidatin.

Mimi

Das ist die Frage. Drei zusätzliche Gegenstimmen in einer Runde – das deutet darauf hin, dass mindestens eine Vetomacht ihre Position verhärtet hat. Vielleicht gibt es Bedenken bezüglich ihrer Außenpolitik oder ihrer Nähe zu bestimmten Ländern.

Luke

Aber wir wissen nicht, welche Vetomacht das ist. Die Abstimmung war geheim. Das ist der Punkt – bis zum 16. Oktober bleibt unklar, wer genau gegen sie stimmt und warum.

Mark

Was würde es bedeuten, wenn die Suche wirklich von vorne beginnt?

Mimi

Es würde bedeuten, dass das ganze transparente Verfahren, das Annalena Baerbock aufgebaut hat, zusammenbricht. Öffentliche Debatten, Bewerbungsgespräche – alles wäre für die Katz.

Luke

Wobei wir auch sagen müssen: Wir wissen nicht, ob die Vetomächte wirklich eine neue Person suchen oder ob sie nur Druck auf Grynspan ausüben, um sie zu Zugeständnissen zu bewegen.

Mark

Und die historische Komponente – dass noch nie eine Frau Generalsekretärin war?

Mimi

Das ist real. Acht Jahrzehnte, acht Männer. Grynspan wäre die erste. Das könnte für manche Länder ein Problem sein, auch wenn sie es nicht offen sagen.

Luke

Aber das ist Spekulation. Was wir wissen, ist: Sie hat sechs Gegenstimmen bekommen. Ob das mit ihrem Geschlecht zu tun hat oder mit ihrer Politik – das können wir aus den Zahlen nicht ablesen.

Mark

Also alles hängt vom 16. Oktober ab?

Mimi

Ja. Dann werden die Wahlzettel farbig sein, und wir sehen, wie viele Vetomächte gegen sie sind. Das ist der Moment der Wahrheit.

Luke

Und selbst dann wissen wir nur, wie viele gegen sie sind – nicht warum.

  • Die Unterstützung für Grynspan bröckelt gefährlich: Drei zusätzliche Gegenstimmen in einer einzigen Runde signalisieren, dass die Zeit gegen sie arbeitet.
  • Das sorgfältig aufgebaute transparente Bewerbungsverfahren – mit öffentlichen Debatten und Interviews – droht an der Realität der Vetomächte zu scheitern.
  • Hinter den Kulissen wächst die Erwartung, dass die fünf ständigen Mitglieder bald einen völlig neuen Kandidaten ins Spiel bringen könnten, der bislang gar nicht kandidiert hat.
  • Am 16. Oktober entscheiden farbige Wahlzettel über Grynspans Schicksal: Schon zwei Vetostimmen gegen sie würden die Suche auf null zurücksetzen.
  • Im Hintergrund schwebt eine historische Leerstelle: Seit der Gründung der Vereinten Nationen vor mehr als acht Jahrzehnten stand noch nie eine Frau an der Spitze der Organisation.

Im Herzen der Weltorganisation, die einst gegründet wurde, um Konflikte zu überwinden, ringt der Sicherheitsrat nun mit einem Konflikt eigener Art: der Frage, wer die Vereinten Nationen in eine ungewisse Zukunft führen soll. Rebeca Grynspan, die erfahrene Diplomatin aus Costa Rica, steht als einzige realistische Kandidatin vor einer Mauer wachsenden Widerstands – sechs Gegenstimmen beim fünften Wahlgang mahnen zur Bescheidenheit. Am 16. Oktober wird sich zeigen, ob die Welt eine neue Stimme findet oder ob die Suche von vorne beginnt – und ob das Versprechen eines transparenten Auswahlverfahrens eingelöst werden kann.

Die Suche nach dem nächsten UN-Generalsekretär steckt fest. Beim fünften Probeabstimmungsgang im Sicherheitsrat fanden die fünfzehn Mitgliedstaaten keine Einigung – ein Zeichen, dass die Chancen der bisherigen Favoritin schwinden.

Rebeca Grynspan, die 70-jährige frühere Vizepräsidentin Costa Ricas und langjährige Leiterin der UNCTAD, ist derzeit die einzige Bewerberin mit realistischen Aussichten auf die Nachfolge von Antonio Guterres. Bekannt wurde sie unter anderem durch ihre Schlüsselrolle bei der Vermittlung des Getreideabkommens zwischen der Ukraine und Russland im Jahr 2022.

Doch die Zahlen sprechen gegen sie: Sechs Gegenstimmen beim jüngsten Wahlgang – drei mehr als in der Runde zuvor – deuten darauf hin, dass ihre Unterstützung erodiert. Immer mehr Beobachter rechnen damit, dass die Vetomächte die Suche bald ganz von vorne beginnen und einen bislang unbekannten Kandidaten ins Rennen schicken könnten. Das würde das von Annalena Baerbock mitorganisierte transparente Auswahlverfahren faktisch scheitern lassen.

Die entscheidende Weiche stellt sich am 16. Oktober: Erstmals wird mit farbigen Wahlzetteln abgestimmt, die offenlegen, wie viele Vetomächte Grynspan ablehnen. Schon zwei Vetos gegen sie würden die Suche zurückwerfen. Die Mathematik ist streng – neun von fünfzehn Stimmen und kein einziges Veto sind nötig. Ob Grynspan als erste Frau an die Spitze der Vereinten Nationen gewählt werden kann, entscheidet sich in den kommenden Tagen.

Die Suche nach dem nächsten Generalsekretär der Vereinten Nationen bleibt festgefahren. Beim fünften Probeabstimmungsgang im Sicherheitsrat konnten sich die fünfzehn Mitgliedstaaten nicht auf einen Kandidaten einigen – ein Zeichen, dass die Chancen für die bisherige Favoritin schwinden.

Rebeca Grynspan, die 70-jährige frühere Vizepräsidentin Costa Ricas, ist derzeit die einzige Bewerberin mit realistischen Aussichten auf die Nachfolge von Antonio Guterres. Vor ihrer Kandidatur leitete sie die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung, die UNCTAD. In dieser Rolle spielte sie 2022 eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung des Getreideabkommens zwischen der Ukraine und Russland – eine Leistung, die ihre Fähigkeiten zur Konfliktlösung unterstreicht.

Doch die Zahlen deuten in die falsche Richtung für Grynspan. Bei der jüngsten Abstimmung erhielt sie sechs Gegenstimmen – drei mehr als noch in der vorherigen Runde. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass ihre Unterstützung im Sicherheitsrat erodiert, nicht wächst. Für eine Kandidatin, die auf Schwung angewiesen ist, ist das ein beunruhigendes Signal.

Die fehlende positive Dynamik hat Konsequenzen. Immer mehr Beobachter rechnen damit, dass die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats – jene mit Vetorecht – in den kommenden Wochen die Suche ganz von vorne beginnen und nach einer Person suchen, die bislang gar nicht kandidiert hat. Das würde bedeuten, dass das von der früheren Präsidentin der UN-Generalversammlung Annalena Baerbock organisierte transparente Auswahlverfahren mit Bewerbungsgesprächen und öffentlichen Debatten gescheitert wäre.

Die entscheidende Abstimmung findet voraussichtlich am 16. Oktober statt. Dann wird der Sicherheitsrat erstmals mit farbigen Wahlzetteln abstimmen – ein Verfahren, das offenlegen wird, wie viele der fünf Vetomächte Grynspan ablehnen. Senkt nur eine Vetomacht den Daumen, könnte sie noch hoffen. Sind es zwei oder mehr, beginnt die Suche von vorne.

Die mathematik ist streng: Um sich durchzusetzen, braucht ein Kandidat mindestens neun Stimmen von fünfzehn Sicherheitsratsmitgliedern. Entscheidend aber ist das Vetorecht – keine der fünf Vetomächte darf ablehnen. Nur wer diese Hürde nimmt, kann sich anschließend von allen 193 Mitgliedstaaten der Generalversammlung zum neuen Generalsekretär wählen lassen.

Bislang hat die Generalversammlung den Vorschlag des Sicherheitsrats stets akzeptiert. Doch es gibt ein historisches Faktum, das die Debatte prägt: In mehr als acht Jahrzehnten seit der Gründung der Vereinten Nationen wurde noch nie eine Frau an die Spitze der Organisation gewählt. Ob Grynspan diese Barriere durchbrechen kann, hängt nun davon ab, ob sie die Vetomächte überzeugen kann – oder ob die Suche tatsächlich von vorne beginnt.

Grynspan vermittelte 2022 das Getreideabkommen zwischen der Ukraine und Russland
— Quelle: UN-Konferenz für Handel und Entwicklung
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