Schröder feiert Putins 74. Geburtstag in Moskau

Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein
Der Kreml bestätigte Schröders Besuch bei Putins Geburtstagsfeier in Moskau und beschrieb die beiden als enge Vertraute.
Mark

Warum ist es überhaupt eine Geschichte, dass ein ehemaliger Kanzler einen Geburtstag mit einem ausländischen Führer feiert?

Mimi

Weil Schröder nicht irgendein ehemaliger Politiker ist. Er war Deutschlands Kanzler während der Gründung enger wirtschaftlicher und persönlicher Bindungen zu Putin. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik hat er für russische Staatskonzerne gearbeitet. Und seit der Invasion der Ukraine – einem Krieg, der Hunderttausende getötet hat – trifft er sich immer wieder mit Putin.

Luke

Aber der Kreml sagt, Putin habe erst aus den Medien von Schröders Anwesenheit erfahren. Das bedeutet, Schröder war nicht primär zum Geburtstag dort. Er war wegen Globus dort.

Mimi

Ja, das ist der offizielle Bericht. Aber dann lud Putin ihn ein. Das ist der Punkt – es gibt kein Geheimnis, keine Verlegenheit. Es ist öffentlich, es wird vom Kreml selbst verbreitet.

Mark

Was bedeutet das für Schröders Stellung in Deutschland?

Luke

Das ist die offene Frage. Der Text sagt, dass seine Verbindungen seit Jahren umstritten sind. Aber er sitzt immer noch im Aufsichtsrat eines deutschen Unternehmens, das in Russland tätig ist. Das zeigt, dass nicht alle in Deutschland das gleiche Problem damit haben.

Mimi

Oder es zeigt, dass Globus bereit ist, die Kontroverse zu akzeptieren, um in Russland präsent zu bleiben. Das ist auch eine Geschichte – über deutsche Unternehmen und ihre Entscheidungen während eines Krieges.

Mark

Also geht es nicht nur um Schröder persönlich.

Luke

Nein. Es geht um die Frage, wer mit wem Geschäfte macht und unter welchen Bedingungen. Schröder ist nur die sichtbarste Figur.

  • Nur eine Woche nach seinem Auftritt neben Steinmeier und Merz beim Einheitsfest in Bremen tauchte Schröder in Moskau auf – der Kontrast könnte kaum schärfer sein.
  • Der Kreml inszenierte den Besuch bewusst: nicht als förmliches Treffen, sondern als Freundschaftsbeweis zweier alter Kumpel, dokumentiert mit Schulterklaps-Fotos auf Telegram.
  • Schröder hatte sich seinen Aufenthalt mit einer Aufsichtsratstätigkeit beim russischen Globus-Ableger legitimiert – ein Arbeitsbesuch, der nahtlos in eine Geburtstagsfeier beim Kremlchef überging.
  • In Deutschland bleibt die Empörung über Schröders Russland-Nähe seit Kriegsbeginn konstant – doch der 82-Jährige zeigt keinerlei Anzeichen, sein Verhalten zu ändern.

Während Deutschland den Tag der Deutschen Einheit beging, fand sich Gerhard Schröder wenige Tage später in Moskau wieder – nicht als Diplomat, sondern als alter Freund, der Wladimir Putin zum 74. Geburtstag gratulierte. Der Besuch, vom Kreml mit Fotos herzlicher Vertrautheit dokumentiert, fügt sich in ein langjähriges Muster ein: Ein ehemaliger Bundeskanzler, der die Grenzen zwischen persönlicher Loyalität und politischer Verantwortung auf eine Weise überschreitet, die sein Land seit Jahren beschäftigt. Geschichte wiederholt sich nicht – aber manche Menschen tun es.

Gerhard Schröder war noch eine Woche zuvor beim Fest der Deutschen Einheit in Bremen gewesen – lächelnd neben Bundespräsident Steinmeier, Kanzler Merz und Bundestagspräsidentin Klöckner. Dann, kaum sieben Tage später, feierte der 82-jährige Altkanzler in Moskau Wladimir Putins 74. Geburtstag.

Der Kreml bestätigte den Besuch über Telegram und veröffentlichte Fotos, die keine förmliche Begegnung zeigten, sondern das vertraute Schulterklopfen zweier enger Freunde. Putin habe erst aus den Medien von Schröders Anwesenheit in Moskau erfahren und ihn daraufhin zu sich nach Hause eingeladen, hieß es offiziell.

Vorausgegangen war ein Arbeitstermin: Schröder ist Aufsichtsrat beim russischen Ableger der deutschen Supermarktkette Globus und besuchte eine Filiale in Moskau. Die Belegschaft empfing ihn mit Applaus; er trat ans Mikrofon und sprach auf Deutsch über seine Freude, die Mitarbeiter kennenzulernen.

Schröder regierte Deutschland von 1998 bis 2005 und pflegte schon damals eine enge Beziehung zu Putin. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik arbeitete er für russische Staatskonzerne. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine hat er sich mehrfach mit Putin getroffen – ein Verhalten, das in Deutschland heftig umstritten bleibt. Die Reise nach Moskau, die Arbeit für Globus, die Geburtstagsfeier im Haus des russischen Machthabers: Das Muster hat sich nicht geändert.

Gerhard Schröder war gerade noch eine Woche zuvor mit Deutschlands politischer Elite beim Fest der Deutschen Einheit zusammen gewesen – Bundespräsident Steinmeier, Kanzler Merz, Bundestagspräsidentin Klöckner, alle gemeinsam in Bremen, alle glücklich auf Instagram. Der 82-jährige Altkanzler und seine 57 Jahre alte Frau Soyeon Schröder-Kim strahlten in die Kamera. Dann, kaum sieben Tage später, war Schröder in Moskau und feierte Wladimir Putins 74. Geburtstag.

Der Kreml bestätigte die Visite am Mittwoch über Telegram und teilte mit, dass Putin erst aus den Medien von Schröders Anwesenheit in der russischen Hauptstadt erfahren habe. Dazu veröffentlichte der Kreml Fotos, die zeigen sollten, wie eng die beiden Männer verbunden sind – nicht das förmliche Handschlag-Ritual, sondern das derbe Schulterklopfen echter Kumpel. »Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein«, hieß die offizielle Mitteilung. Schröder war bei Putin, als dieser seinen Geburtstag feierte.

Dem Fest war Arbeit vorausgegangen. Schröder war in den Aufsichtsrat des russischen Ablegers der deutschen Supermarktkette Globus berufen worden, und so zeigte er sich in einer Filiale in Moskau. Die Mitarbeiter empfingen ihn mit Applaus. Er trat ans Mikrofon und sprach auf Deutsch: »Ich freue mich sehr, hier zu sein, diesen beeindruckenden Markt und die Ergebnisse Ihrer Arbeit zu sehen sowie Sie, meine lieben Kollegen, kennenzulernen.« Eine Frau übersetzte seine Worte.

Schröder regierte Deutschland von 1998 bis 2005. Während seiner Amtszeit baute er eine enge Beziehung zu Putin auf. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik arbeitete er für russische Staatskonzerne. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine hat Schröder sich wiederholt mit Putin getroffen – ein Verhalten, das in Deutschland seit Jahren heftig umstritten ist. Die Reise nach Moskau, die Arbeit für Globus, die Geburtstagsfeier im Haus des russischen Machthabers: Sie zeigen ein Muster, das sich nicht geändert hat.

Ich freue mich sehr, hier zu sein, diesen beeindruckenden Markt und die Ergebnisse Ihrer Arbeit zu sehen sowie Sie, meine lieben Kollegen, kennenzulernen
— Gerhard Schröder bei seinem Besuch in der Globus-Filiale in Moskau
Der Präsident lud seinen alten Freund zu sich nach Hause ein
— Der Kreml über Telegram
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