Riad erneut unter Beschuss: Huthi greifen Flughafen mehrfach an

Mindestens 12 Menschen getötet und über 300 verletzt bei Samstag-Angriff auf Riads Flughafen; weitere Verletzte bei Sonntag-Angriffen auf King Khalid und andere Flughäfen.
Saudische Flughäfen sind legitime Ziele – außer Mekka und Medina
Die Huthi-Miliz erklärt, welche Orte sie angreifen wird und welche nicht.
Mark

Was macht diese Anschläge so bedeutsam? Es sind Flughäfen – warum sollte das den Konflikt verändern?

Mimi

Weil sie zeigen, dass die Huthi jetzt nicht nur Ziele im Jemen treffen können, sondern mitten in der saudischen Hauptstadt. Das ist eine neue Reichweite, eine neue Fähigkeit. Und es trifft die Zivilbevölkerung direkt – nicht nur Militär.

Luke

Aber wir sollten vorsichtig sein: Die Huthi behaupten, sie hätten vier Angriffe in 24 Stunden ausgeführt. Saudi-Arabien bestätigt zwei oder drei. Und die Huthi sagen, Saudi-Arabien habe 120 Luftangriffe geflogen – das können wir nicht überprüfen. Wer hat recht?

Mark

Und was bedeutet das für die Diplomatie? Die Außenminister sprechen miteinander – ist das ein Zeichen, dass es deeskaliert?

Mimi

Es könnte sein. Aber gleichzeitig drohen die Huthi mit weiteren Angriffen. Das ist kein Zeichen von Entspannung. Es ist eher ein Zeichen, dass beide Seiten verhandeln, während sie gleichzeitig kämpfen.

Luke

Genau. Und wir wissen nicht, wer die Huthi wirklich kontrolliert. Der Iran unterstützt sie, aber wie direkt ist diese Kontrolle? Das ist unklar.

Mark

Was ist mit den Energiekonzernen, die absagen? Bedeutet das, dass die Wirtschaft jetzt Angst hat?

Mimi

Ja. BP, Shell, ExxonMobil – das sind große Namen. Wenn sie nicht nach Riad kommen, sendet das ein Signal: Der Ort ist nicht sicher. Das schadet Saudi-Arabiens Ruf als stabiler Geschäftsort.

Luke

Aber wir sollten auch sehen: Das ist eine Reaktion auf einen konkreten Anschlag. Wenn der Flughafen wieder öffnet und es keine neuen Angriffe gibt, könnten die Konzerne zurückkommen. Das ist noch nicht das Ende des Geschäfts in Saudi-Arabien.

Mark

Und die deutsche Ministerin – wie ernst ist das?

Mimi

Es zeigt, dass selbst hochrangige Besucher nicht sicher sind. Sie kann nicht abreisen. Das ist peinlich für Saudi-Arabien und ein Zeichen der Instabilität.

Luke

Aber es ist auch wichtig zu sagen: Sie ist sicher. Es gibt keine Berichte über Verletzungen von deutschen Bürgern. Das ist ein logistisches Problem, kein Sicherheitsproblem – noch nicht.

  • Samstag-Angriff auf Riads Flughafen: mindestens 12 Tote, über 300 Verletzte
  • Sonntag-Anschlag: Geschoss im Terminal 4, Brand, weitere Verletzte
  • Huthi drohen mit fortgesetzten Angriffen auf saudische Flughäfen
  • BP, Shell, ExxonMobil, TotalEnergies sagen Teilnahme am Welt-Erdöl-Kongress ab
  • Bundeswirtschaftsministerin Reiche kann Rückreise nicht antreten

Samstags-Angriff auf Riads Flughafen tötete mindestens 12 Menschen und verletzte über 300; Sonntag folgte weiterer Anschlag mit Brandstiftung im Terminal 4. Huthi-Miliz droht mit fortgesetzten Attacken auf saudische Flughäfen und erklärt diese zu legitimen Zielen; internationale Verurteilung durch R4-Gruppe und westliche Staaten.

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat den internationalen Flughafen von Riad erneut angegriffen, nachdem ein Samstag-Anschlag mindestens 12 Tote und über 300 Verletzte forderte. Weitere Ziele waren Flughäfen in Dammam und King Khalid sowie Energie-Infrastruktur.

Der internationale Flughafen von Riad wurde am Samstag von der jemenitischen Huthi-Miliz angegriffen. Mindestens zwölf Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Am Sonntag folgte ein zweiter Anschlag. Ein Geschoss schlug im Terminal 4 ein und löste einen Brand aus. Die saudische Luftfahrtbehörde bestätigte mehrere Verletzte. Ein Koalitionssprecher sagte, die Luftabwehr habe zudem einen Marschflugkörper in der Nähe des Flughafens abgefangen. Journalisten und Bewohner Riads berichteten von zwei starken Explosionen.

Der Flughafen blieb nach dem Samstag-Angriff geschlossen. Am Sonntag war der Flugbetrieb weiterhin unterbrochen. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition machte die Huthi-Miliz für beide Anschläge verantwortlich. Die vom Iran unterstützte Gruppe drohte am Sonntag mit weiteren Attacken. Ihr Militärsprecher Jahja Saree warnte Reisende, Beschäftigte und Fluggesellschaften, saudische Flughäfen zu meiden. Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien legitime Ziele, erklärte die Miliz – mit Ausnahme der heiligen Stätten Mekka und Medina.

Die Huthi setzten ihre Angriffe fort. Bei einem Anschlag auf den Flughafen King Khalid am Sonntag wurde ein pakistanischer Staatsbürger getötet, elf weitere Menschen wurden verletzt. Die saudische Luftfahrtbehörde meldete auch einen Angriff auf den King-Fahd-Airport in Dammam. Die Huthi-Miliz erklärte, sie habe in den vorangegangenen 24 Stunden vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt – mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Ziele waren neben den beiden Flughäfen eine Gasanlage und eine Raffinerie des Ölkonzerns Aramco. Die Huthi behaupteten, Saudi-Arabien habe seinerseits mehr als 120 Luftangriffe auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa und weitere Provinzen geflogen. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die Anschläge hatten unmittelbare Folgen für internationale Beziehungen und Wirtschaft. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche konnte ihre für Montag geplante Rückreise aus Riad nicht antreten. Ein Ministeriumssprecher teilte mit, die Logistik für eine sichere Rückkehr werde derzeit zwischen den beteiligten Ministerien und Behörden abgestimmt. Alternative Rückreisemöglichkeiten würden geprüft. Der britische Energiekonzern BP sagte seine Teilnahme am Welt-Erdöl-Kongress in Riad ab. Nach Berichten der Financial Times zogen sich auch die Chefs von ExxonMobil, TotalEnergies und Shell von der Konferenz zurück.

Die internationale Gemeinschaft verurteilte die Anschläge. Die R4-Gruppe – Türkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien – nannte die Huthi-Angriffe einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und eine gefährliche Eskalation. Außenminister Johann Wadephul sprach von einem Terrorakt gegen Saudi-Arabien und die zivile Luftfahrt. Unterdessen berichtete die von den Huthi kontrollierte Nachrichtenagentur Saba, Saudi-Arabien habe den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa angegriffen. Saudische Kampfjets hätten den Airport bombardiert. Saudi-Arabien äußerte sich dazu zunächst nicht.

Die Eskalation fand vor dem Hintergrund eines mehr als zehn Jahre andauernden Konflikts statt. Saudi-Arabien kämpft mit Verbündeten gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen. Dieser Bürgerkrieg hat nach Schätzungen Hunderttausende Tote durch direkte und indirekte Kriegsfolgen gefordert. Im Zuge des Iran-Kriegs ist der Konflikt neu entflammt. Beobachter spekulieren, dass auch die USA – einer der wichtigsten Verbündeten Saudi-Arabiens – wie bereits 2024 und 2025 neue Luftangriffe im Jemen beginnen könnten. Derweil begannen Außenminister von Saudi-Arabien und Iran Gespräche über die jüngste Eskalation und Bemühungen zum Abbau der Spannungen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi teilte mit, Teheran sei bereit, einen Dialog zwischen Saudi-Arabien und Jemen zu unterstützen.

Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien legitime Ziele für Angriffe, mit Ausnahme der heiligen Stätten Mekka und Medina
— Huthi-Militärsprecher Jahja Saree
Die Bundesministerin und ihre Mitarbeiter werden sicher und wohlbehalten zurückkehren
— Sprecherin des deutschen Wirtschaftsministeriums
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