Bei Angriffen auf den Flughafen King Khalid in Riad wurde ein pakistanischer Staatsbürger getötet und elf weitere Menschen verletzt. Die Huthi-Miliz nutzte balistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen und erklärte saudische Flughäfen für legitime Ziele, mit Ausnahme heiliger Stätten.
Huthi setzen Anschläge auf saudische Flughäfen fort – mindestens ein Toter
Saudische Flughäfen sind legitime Ziele – außer den heiligen Stätten
Warum greifen die Huthi ausgerechnet Flughäfen an? Das scheint eine bewusste Strategie zu sein.
Es geht um Sichtbarkeit und Schaden zugleich. Flughäfen sind symbolträchtig – sie sind Tor zur Außenwelt – und sie sind wirtschaftlich bedeutsam. Ein beschädigter Flughafen lähmt den Verkehr, schadet dem Tourismus, verunsichert Investoren.
Aber wir sollten hier vorsichtig sein: Die Huthi behaupten, vier Ziele angegriffen zu haben, darunter auch eine Aramco-Raffinerie. Das ist eine Eskalation, wenn wahr. Aber unabhängig überprüft ist das nicht.
Was bedeutet das für die Zivilbevölkerung?
Unmittelbar: Tote und Verletzte, wie der pakistanische Arbeiter, der getötet wurde. Mittelfristig: Flugverkehr wird teurer oder fällt aus, Menschen können nicht reisen, Geschäfte leiden.
Wobei wir auch bedenken müssen, dass die Huthi ihrerseits von über 120 saudischen Luftangriffen in 24 Stunden sprechen. Das ist eine massive Zahl. Wenn das stimmt, ist die Eskalation nicht einseitig.
Und wie lange kann das so weitergehen?
Das ist die zentrale Frage. Über zehn Jahre Bürgerkrieg im Jemen, und jetzt verschärft sich alles im Kontext des Iran-Kriegs. Die R4-Gruppe warnt vor gefährlicher Eskalation – das ist diplomatisch für: Das könnte außer Kontrolle geraten.
Genau. Und wir wissen nicht, wo die rote Linie liegt. Wann antwortet Saudi-Arabien mit etwas Größerem? Wann kommt der Iran direkt ins Spiel?
The Pulse
- Ein pakistanischer Staatsbürger getötet, elf weitere verletzt bei Angriff auf King Khalid
- Huthi-Miliz erklärte vier Angriffe in 24 Stunden: zwei Flughäfen, eine Gasanlage, eine Aramco-Raffinerie
- R4-Gruppe (Türkei, Ägypten, Pakistan, Saudi-Arabien) verurteilt Anschläge als Verstoß gegen Völkerrecht
- Über zehn Jahre Bürgerkrieg im Jemen; Konflikt neu entflammt im Kontext des Iran-Kriegs
Bei Angriffen auf den Flughafen King Khalid in Riad wurde ein pakistanischer Staatsbürger getötet und elf weitere Menschen verletzt. Die Huthi-Miliz nutzte balistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen und erklärte saudische Flughäfen für legitime Ziele, mit Ausnahme heiliger Stätten.
Die Huthi-Miliz hat ihre Attacken auf saudische Flughäfen fortgesetzt und dabei mindestens einen Menschen getötet und mehrere verletzt. Die Gruppe erklärte, vier Ziele in Saudi-Arabien angegriffen zu haben, darunter Flughäfen, eine Gasanlage und eine Aramco-Raffinerie.
Die Huthi-Miliz hat ihre Anschlagsserie gegen saudische Flughäfen intensiviert. Am Sonntag trafen neue Raketen und Drohnen den Flughafen King Khalid in Riad, töteten einen pakistanischen Staatsbürger und verletzten elf weitere Menschen. Die saudische Luftfahrtbehörde bestätigte den Angriff in der Nacht und teilte mit, dass die Sachschäden noch ermittelt werden.
Dieser Anschlag folgt auf einen früheren Überfall auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt, bei dem zwölf Menschen starben. Parallel zum Angriff auf King Khalid meldete die Luftfahrtbehörde auch Schäden am King-Fahd-Airport in Damman, wo ein weiterer Angriff registriert wurde. Die Infrastruktur des Landes steht unter anhaltender Beschuss.
Die Huthi-Miliz selbst erklärte am Abend, in den vergangenen 24 Stunden vier separate Operationen durchgeführt zu haben. Neben den beiden Flughäfen hätten ihre Kämpfer mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen eine Gasanlage sowie eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco ins Visier genommen. Die Gruppe signalisierte damit eine Ausweitung ihrer Ziele über Luftverkehrsknotenpunkte hinaus auf die Energieinfrastruktur des Landes.
Die jemenitische Miliz nutzte die Gelegenheit auch, um Gegenvorwürfe zu erheben. Sie behauptete, Saudi-Arabien habe in derselben Zeitspanne mehr als 120 Luftangriffe auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa und weitere Provinzen geflogen. Diese Angaben lassen sich von außen nicht unabhängig überprüfen. Zugleich erklärte die Huthi-Führung, saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien künftig legitime Ziele – mit der einzigen Ausnahme der heiligen Stätten Mekka und Medina.
Die Reaktion aus der internationalen Staatengemeinschaft fiel scharf aus. Die sogenannte R4-Gruppe, ein Bündnis aus Türkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien, verurteilte die Anschläge als "eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht" und sprach von einer "gefährlichen Eskalation", die unter keinem Vorwand gerechtfertigt oder hingenommen werden könne.
Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der irangestützten Huthi-Miliz hat sich über mehr als ein Jahrzehnt hingezogen. Der jemenitische Bürgerkrieg ist im Zuge des Iran-Kriegs neu entflammt, und die Anschläge der vergangenen Tage deuten darauf hin, dass die Huthi ihre Fähigkeiten und ihren Willen zur Eskalation unter Beweis stellen. Mit jedem neuen Angriff auf zivile Infrastruktur wächst das Risiko einer weiteren Zuspitzung des regionalen Konflikts.
Notable Quotes
Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien legitime Ziele, mit Ausnahme der heiligen Stätten Mekka und Medina— Huthi-Miliz
Eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht und gefährliche Eskalation, die unter keinem Vorwand gerechtfertigt oder hingenommen werden kann— R4-Gruppe (Türkei, Ägypten, Pakistan, Saudi-Arabien)