Ex-ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser mit 90 Jahren gestorben

Präzises journalistisches Handwerk, das bis heute nachwirkt
Bettina Schausten würdigt Bresser als Vorbild für Standards, die das ZDF bis heute prägen.
Mark

Was macht Klaus Bresser für die Fernsehgeschichte so bedeutsam? Es gibt doch viele Redakteure.

Mimi

Er hat nicht nur einzelne Sendungen gemacht — er hat Formate erfunden, die bis heute laufen. Das »heute Journal«, »Was nun, ...?", »frontal«. Das sind keine Eintagsfliegen.

Luke

Aber wie viel davon ist wirklich Bresser und wie viel ist das Team um ihn? Die Quelle sagt, er hat das konzipiert und geleitet, aber das ist eine sehr breite Aussage.

Mimi

Fair. Aber als Chefredakteur prägt man die Richtung. Schausten sagt, er hat »eine Generation von Journalisten« geprägt — das deutet auf einen Einfluss hin, der über einzelne Sendungen hinausgeht.

Mark

Und was bedeutet »präzises journalistisches Handwerk« konkret? Das klingt schön, aber was heißt das?

Mimi

Es heißt: nicht sensationalistisch, nicht oberflächlich. Gründlich recherchieren, fair darstellen. In einer Zeit, in der das Fernsehen kommerzieller wurde, hat Bresser an dieser Idee festgehalten.

Luke

Das ist eine Charakterisierung von Schausten, nicht eine Beschreibung von Bresser selbst. Wir wissen, dass er diese Sendungen leitete, aber wie er konkret arbeitete — das steht nicht in der Quelle.

Mark

Inwiefern war er ein »Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags"?

Mimi

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat einen anderen Auftrag als private Sender: informieren, nicht nur unterhalten. Bresser hat sich dafür eingesetzt, dass das ZDF diesen Auftrag ernst nimmt.

Luke

Wieder: das sagt Himmler über ihn. Wir wissen nicht, wie Bresser selbst das formuliert hätte oder welche Konflikte er möglicherweise hatte.

Mark

Aber die Sendungen, die er schuf — die sind noch da?

Mimi

Ja. Das »heute Journal" läuft noch immer. Das ist sein Erbe.

  • Mit dem Tod Klaus Bressers verliert der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine seiner prägendsten Stimmen – einen Mann, der journalistische Standards nicht nur forderte, sondern verkörperte.
  • Bresser hatte das ZDF-Nachrichtenprogramm über zwölf Jahre hinweg architektonisch gestaltet: Sendungen wie das »heute Journal«, »frontal« und das »ZDF-Morgenmagazin« entstanden unter seiner Führung.
  • In einer Zeit wachsender Kommerzialisierung des Fernsehens bestand er auf dem Eigenauftrag öffentlicher Sender – Unabhängigkeit und fairer Umgang galten ihm nicht als Option, sondern als Pflicht.
  • ZDF-Intendant Norbert Himmler und Chefredakteurin Bettina Schausten würdigten ihn als Lehrmeister einer ganzen Journalistengeneration, dessen Verständnis von präzisem Handwerk bis heute nachwirkt.
  • Die Formate, die er schuf, laufen noch immer – nicht als Relikte, sondern als funktionierende Strukturen, weil sie auf Prinzipien gebaut wurden, die nicht veralten.

Mit Klaus Bresser ist am Mittwoch in Berlin ein Mann gestorben, der das deutsche Fernsehen nicht durch Spektakel, sondern durch Haltung geformt hat. Als Chefredakteur des ZDF von 1988 bis 2000 schuf er Formate, die bis heute senden – darunter das »heute Journal« und die Interviewreihe »Was nun, ...?«. Er wurde 90 Jahre alt und hinterlässt ein Erbe, das weniger aus Bildern besteht als aus einer Überzeugung: dass Journalismus ein Handwerk ist, das Sorgfalt, Unabhängigkeit und Respekt vor dem Publikum verlangt.

Klaus Bresser ist am Mittwoch in Berlin gestorben. Er wurde 90 Jahre alt. Mit ihm geht eine Figur, die das bundesdeutsche Fernsehen nicht durch einzelne spektakuläre Momente geprägt hat, sondern durch eine beharrliche Vorstellung davon, was Journalismus leisten muss.

Von 1988 bis 2000 war Bresser Chefredakteur des ZDF. In diesen zwölf Jahren entstanden Sendungen, die das Programm des Senders bis heute tragen: das »heute Journal«, die Interviewreihe »Was nun, ...?«, »Bonn direkt«, »ZDF spezial«, das »ZDF-Morgenmagazin« und »frontal«. Bresser hat diese Formate nicht nur verwaltet – er hat sie als Journalist gedacht, bevor sie als Sendungen existierten.

Seine Karriere war eine Schule in Stationen: Volontariat beim »Kölner Stadt-Anzeiger«, Chefreporter, dann Redaktionsleiter des investigativen WDR-Magazins »Monitor«, schließlich die nationale Bühne beim ZDF. Jede Etappe lehrte etwas, und Bresser trug dieses Wissen weiter.

ZDF-Intendant Norbert Himmler nannte ihn einen »entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags« – kein Höflichkeitsfloskeln, sondern eine Beschreibung eines Mannes, der in Zeiten zunehmender Kommerzialisierung an der Idee festhielt, dass öffentliche Sender einen anderen Auftrag haben. Chefredakteurin Bettina Schausten sprach von »präzisem journalistischem Handwerk« – dem Wort, das Bresser wohl selbst gewählt hätte.

Sein eigentliches Vermächtnis sind nicht die Sendungen allein, sondern die Art zu denken, die er an eine ganze Generation von Journalistinnen und Journalisten weitergegeben hat. Das »heute Journal« läuft noch. »Was nun, ...?« funktioniert noch. Weil Klarheit, Neugier und Respekt vor dem Publikum keine Moden sind – und weil Bresser verstanden hatte, dass diese Prinzipien nicht selbstverständlich sind, sondern verteidigt werden müssen.

Klaus Bresser ist am Mittwoch in Berlin gestorben. Der Mann, der das »heute Journal« mit konzipiert, moderiert und geleitet hat, wurde 90 Jahre alt. Mit seinem Tod verliert der deutsche Rundfunk eine Figur, die das Fernsehen der Bundesrepublik über Jahrzehnte hinweg geprägt hat — nicht durch spektakuläre Momente, sondern durch eine unerschütterliche Überzeugung davon, was Journalismus leisten muss.

Breßer war von 1988 bis 2000 Chefredakteur des ZDF. In diese zwölf Jahre fiel die Etablierung von Sendungen, die bis heute das Programm des Senders tragen: das »heute Journal«, die Interviewreihe »Was nun, ...?", »Bonn direkt«, »ZDF spezial«, das »ZDF-Morgenmagazin« und »frontal«. Das sind keine Nebenprojekte — das ist die Architektur eines Nachrichtenkanals. Bresser hat diese Formate nicht nur geleitet, sondern konzipiert. Er hat sie als Journalist gedacht, bevor sie als Sendungen existierten.

Der gebürtige Berliner kam nicht aus dem Nichts zu dieser Position. Vor seiner Zeit beim ZDF war er Redaktionsleiter des Magazins »Monitor« beim WDR, einer Sendung, die für investigativen Journalismus stand. Noch davor hatte er beim »Kölner Stadt-Anzeiger« volontiert und war dort Chefreporter geworden. Das ist eine Karriere, die sich anfühlt wie eine Schule: von der lokalen Zeitung über das regionale Fernsehen zum nationalen Sender. Jede Station hat etwas gelehrt.

Norbert Himmler, der aktuelle Intendant des ZDF, würdigte Bresser als »entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags«. Das ist nicht einfach eine höfliche Floskel. Es bedeutet, dass Bresser in einer Zeit, in der das Fernsehen zunehmend kommerzialisiert wurde, an der Idee festhielt, dass öffentliche Sender einen anderen Auftrag haben: Unabhängigkeit, Genauigkeit, fairer Umgang mit Themen und Menschen. Himmler betonte, dass Bresser »stets für Unabhängigkeit und fairen Umgang« stand.

Bettina Schausten, die heutige Chefredakteurin des ZDF, sprach von »präzisem journalistischem Handwerk«. Das ist das Wort, das Bresser wohl selbst gewählt hätte. Nicht Genie, nicht Intuition — Handwerk. Die Vorstellung, dass guter Journalismus aus Sorgfalt entsteht, aus der Bereitschaft, genau hinzuschauen, genau zuzuhören, genau zu schreiben. Schausten sagte auch: »Damit hat er das Fernsehen geprägt und eine Generation von Journalistinnen und Journalisten, die ihm nachfolgten." Das ist das eigentliche Vermächtnis. Nicht die Sendungen selbst — die sind längst Teil der Fernsehgeschichte — sondern die Art zu denken, die Bresser an andere weitergegeben hat.

Die Sendungen, die Bresser schuf, wirken bis heute nach. Das »heute Journal« läuft noch immer. »Was nun, ...?" hat Generationen von Zuschauern geprägt, die sehen wollten, wie Journalisten mit Politikern sprechen, ohne dabei zu kuschen. Diese Formate sind nicht nostalgisch geworden. Sie funktionieren noch, weil sie auf Prinzipien beruhen, die nicht veralten: Klarheit, Neugier, Respekt vor dem Publikum. Mit Klaus Bresser geht einer, der verstanden hat, dass diese Prinzipien nicht selbstverständlich sind — dass sie verteidigt werden müssen.

Klaus Bresser steht für präzises journalistisches Handwerk. Sendungen wie das »heute journal« und »Was nun, ...?« wirkten bis heute nach.
— Bettina Schausten, aktuelle ZDF-Chefredakteurin
Wir trauern um einen entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags. Klaus Bresser hat das journalistische Profil des ZDF nachhaltig geprägt und stand stets für Unabhängigkeit und fairen Umgang.
— Norbert Himmler, ZDF-Intendant
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