In Tennessee wartet eine Frau, die den Tod zweimal überlebt hat, nun in einer Gefängniszelle auf das Urteil der Gesellschaft über ihr weiteres Schicksal. Christa Pike, mit 18 Jahren verurteilt und mit 50 Jahren durch eine fehlgeschlagene Hinrichtung gegangen, kehrt in den Strafvollzug zurück – als lebendiges Symbol einer Nation, die mit sich selbst ringt, ob und wie sie töten darf. Ihr Fall, verwoben mit Missbrauch, Jugend und staatlicher Gewalt, hat eine Debatte entfacht, die weit über ihre Person hinausweist.
Christa Pike nach fehlgeschlagener Hinrichtung ins Gefängnis zurück
Kurz bevor man sie von den Maschinen trennen wollte, wachte sie wieder auf
Was genau ist bei Pikes Hinrichtungsversuch schiefgelaufen?
Die beiden Injektionen mit Pentobarbital, das normalerweise tödlich wirken soll, haben nicht funktioniert. Sie überlebte und wurde künstlich beatmet ins Krankenhaus gebracht.
Aber wir wissen nicht wirklich, warum die Injektionen fehlgeschlagen sind. War es ein technisches Problem, ein medizinisches, ein Fehler bei der Verabreichung? Das wird nicht erklärt.
Und dann wachte sie wieder auf, bevor man sie von den Maschinen trennte?
Ja, genau. Am Dienstag, kurz bevor die Ärzte sie wegen mutmaßlichen Hirntods von den lebenserhaltenden Geräten trennen wollten, regained sie das Bewusstsein.
Das "mutmaßlich" ist wichtig. Wir wissen nicht, in welchem Zustand sie war oder wie sicher diese Diagnose war.
Was passiert jetzt mit ihr?
Sie ist zurück im Gefängnis und wird dort medizinisch versorgt. Aber ob Tennessee einen neuen Hinrichtungsversuch unternehmen wird, ist völlig unklar.
Der stellvertretende Generalstaatsanwalt hat gesagt, er könne nicht sagen, ob es einen neuen Versuch geben wird. Das ist eine echte Ungewissheit, nicht nur eine Verzögerung.
Ihre Anwälte fordern, dass das Todesurteil aufgehoben wird. Auf welcher Grundlage?
Sie argumentieren, dass Pike die Tat im Alter von 18 Jahren begangen hat und ein Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs war. Sie litt unter psychischen Problemen.
Das sind legitime Argumente für eine Umwandlung oder Aufhebung, aber ob der Gouverneur sie akzeptiert, ist eine politische Frage, keine juristische.
Wie passt Hasans Fall in diese Geschichte?
Hasans geplante Hinrichtung durch Erschießungskommando, die live übertragen werden soll, hat die nationale Debatte über die Todesstrafe wieder angefacht.
Aber das sind zwei völlig unterschiedliche Fälle mit unterschiedlichen Kontexten. Pikes Fall wirft Fragen über die Durchführung auf; Hasans Fall wirft Fragen über die Legitimität der Strafe selbst auf.
Le Pouls
- Am 30. September überlebte Pike zwei Injektionen eines eigentlich tödlichen Mittels und erwachte kurz vor dem geplanten Abschalten der lebenserhaltenden Geräte – ein medizinisches und moralisches Erschütterungsereignis.
- Ihre Anwälte berichten von schweren gesundheitlichen Dauerschäden und fordern Gouverneur Bill Lee auf, das Todesurteil sofort aufzuheben.
- Der stellvertretende Generalstaatsanwalt lässt offen, ob Tennessee einen zweiten Hinrichtungsversuch wagen wird – rechtlich und politisch bewegt sich der Staat auf unbekanntem Terrain.
- Gouverneur Lee hat eine Untersuchungskommission eingesetzt und alle weiteren Hinrichtungen für dieses Jahr ausgesetzt, doch Pikes Zukunft bleibt vollkommen ungewiss.
- Die nationale Debatte über die Todesstrafe verschärft sich zusätzlich durch die angekündigte Live-Übertragung der Erschießung von Nidal Hasan – ein Schritt, der die Frage nach staatlicher Tötung in die Wohnzimmer trägt.
In Tennessee wartet eine Frau, die den Tod zweimal überlebt hat, nun in einer Gefängniszelle auf das Urteil der Gesellschaft über ihr weiteres Schicksal. Christa Pike, mit 18 Jahren verurteilt und mit 50 Jahren durch eine fehlgeschlagene Hinrichtung gegangen, kehrt in den Strafvollzug zurück – als lebendiges Symbol einer Nation, die mit sich selbst ringt, ob und wie sie töten darf. Ihr Fall, verwoben mit Missbrauch, Jugend und staatlicher Gewalt, hat eine Debatte entfacht, die weit über ihre Person hinausweist.
Zehn Tage nach einem fehlgeschlagenen Hinrichtungsversuch ist Christa Pike aus dem Krankenhaus entlassen und ins Gefängnis zurückgebracht worden. Die 50-Jährige wird dort weiterhin medizinisch versorgt, während ihre rechtliche Zukunft völlig offen bleibt.
Am 30. September hatte Pike in Nashville zwei Injektionen des normalerweise tödlichen Mittels Pentobarbital überlebt. Kurz bevor Ärzte sie wegen mutmaßlichen Hirntods von den lebenserhaltenden Geräten trennen wollten, wachte sie auf. Ihre Anwälte berichten von schweren gesundheitlichen Schäden; Pike selbst bedankte sich in einer Stellungnahme bei den Ärzten und Ersthelfern.
Pike war 1995 verurteilt worden, weil sie im Alter von 18 Jahren ihre Klassenkameradin Colleen Slemmer getötet hatte. Ihre Verteidigung betont, dass sie jahrelangen sexuellen Missbrauch erlitten hatte und unter erheblichen psychischen Problemen litt. Anwälte und Geistliche drängen Gouverneur Bill Lee, das Todesurteil aufzuheben.
Ob Tennessee einen erneuten Hinrichtungsversuch unternehmen wird, bleibt unbeantwortet. Lee hat eine Untersuchungskommission eingesetzt und angekündigt, dass es im laufenden Jahr keine weiteren Exekutionen geben wird. Der Fall hat eine intensive nationale Debatte über die Todesstrafe ausgelöst – verstärkt durch die geplante Erschießung des Attentäters Nidal Hasan am 3. Dezember, die Verteidigungsminister Pete Hegseth live übertragen lassen will. Während Pike in ihrer Zelle auf Klarheit wartet, ringt Amerika öffentlich darum, wie und ob der Staat töten darf.
Zehn Tage nach einem fehlgeschlagenen Hinrichtungsversuch ist Christa Pike aus dem Krankenhaus entlassen und ins Gefängnis zurückgebracht worden. Die 50-Jährige wird dort nun weiterhin medizinisch versorgt, während ihre rechtliche Zukunft völlig offen bleibt. Am 30. September hatte Pike in Nashville, Tennessee, zwei Injektionen des normalerweise tödlichen Mittels Pentobarbital überlebt. Nach dem gescheiterten Versuch wurde sie künstlich beatmet ins Krankenhaus gebracht. Kurz bevor die Ärzte sie wegen mutmaßlichen Hirntods von den lebenserhaltenden Geräten trennen wollten, wachte sie am Dienstag wieder auf. Laut ihren Anwälten erlitt sie bei dem Versuch schwere gesundheitliche Schäden. In einer Stellungnahme bedankte sich Pike bei den Ersthelfern und Ärzten für ihre Behandlung unter den außergewöhnlichen Umständen.
Pike war 1995 zum Tode verurteilt worden, nachdem sie ihre damals 19-jährige Klassenkameradin Colleen Slemmer getötet hatte. Sie beging die Tat im Alter von nur 18 Jahren. Ihre Anwälte haben geltend gemacht, dass Pike ein Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs war und unter erheblichen psychischen Problemen litt. Sie fordern nun, dass Gouverneur Bill Lee das Todesurteil aufhebt.
Die Frage, ob Tennessee einen erneuten Hinrichtungsversuch unternehmen wird, bleibt unbeantwortet. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt John Ayers erklärte, er könne nicht sagen, ob der Staat diesen Weg gehen werde. Gouverneur Lee hat eine Untersuchungskommission eingesetzt und angekündigt, dass Tennessee im laufenden Jahr keine weiteren Hinrichtungen vornehmen wird. Pikes Anwälte und Geistliche drängen darauf, dass das Todesurteil aufgehoben wird.
Die fehlgeschlagene Hinrichtung hat eine intensive nationale Debatte über die Todesstrafe entfacht. Diese Diskussion wurde zusätzlich angefacht durch die Ankündigung von Verteidigungsminister Pete Hegseth, die Exekution des Attentäters Nidal Hasan durch ein Erschießungskommando live zu übertragen. Hasan, ein ehemaliger US-Armeepsychiater, wurde 2013 zum Tode verurteilt, nachdem er 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen erschossen und etwa 30 weitere verletzt hatte. Nach eigenen Angaben führte er die Schießerei durch, weil seine Kameraden in Afghanistan Krieg gegen andere Muslime führten. Der muslimische US-Bürger palästinensischer Herkunft sitzt seit der Tat wegen einer Wirbelsäulenverletzung im Rollstuhl. Seine Hinrichtung ist für den 3. Dezember in Fort Hood geplant.
Die Pikes Fall und die geplante Exekution Hasans werfen grundsätzliche Fragen über die Durchführung von Todesstrafen in den USA auf. Während Pike in ihrer Zelle auf Klarheit über ihre Zukunft wartet, intensiviert sich die öffentliche Auseinandersetzung darüber, wie und ob der Staat diese Strafen vollstrecken sollte.
Citations marquantes
Pike bedankte sich bei den Ersthelfern und Ärzten für die Behandlung unter diesen außergewöhnlichen Umständen— Pikes Anwälte
Der stellvertretende Generalstaatsanwalt John Ayers konnte nicht sagen, ob der Bundesstaat erneut versuchen werde, Pike hinzurichten— John Ayers, stellvertretender Generalstaatsanwalt von Tennessee