US-Vermögensschere wächst: Über-75-Jährige werden reicher, unter 35-Jährige ärmer

Junge Familien erleben drastische Vermögensschrumpfung; steigende Schuldenlast belastet zunehmend amerikanische Haushalte.
Das Vermögen der Jüngsten schrumpft, während die Ältesten reicher werden
Die US-Notenbank dokumentiert eine wachsende Vermögenskluft zwischen Generationen, getrieben durch Aktienmarktgewinne.
Mark

Was bedeutet es konkret, dass die über 75-Jährigen jetzt die reichsten sind? Das war doch vorher anders?

Mimi

Ja, bei der letzten Erhebung vor drei Jahren waren die 65- bis 74-Jährigen noch wohlhabender. Die älteste Gruppe ist jetzt vorbeigerauscht, weil sie am meisten von den Aktienmarktgewinnen profitiert hat – und Aktien sind ihre Hauptvermögensquelle.

Luke

Aber wie viel Prozent der über 75-Jährigen halten denn tatsächlich Aktien? Die Studie sagt, dass die Gruppe reicher wurde, aber nicht, ob das auf alle zutrifft oder nur auf einen Teil.

Mimi

Das ist ein guter Punkt. Die Zahlen sind Medianwerte für die ganze Altersgruppe, also könnte es auch dort große Unterschiede geben.

Mark

Und die unter 35-Jährigen – verlieren sie Vermögen, weil die Aktienmärkte schlecht liefen, oder aus anderen Gründen?

Luke

Das ist unklar. Die Studie sagt, dass ihr Vermögen um 23 Prozent sank, aber nicht warum. Vielleicht haben sie weniger gespart, vielleicht haben sie Schulden aufgebaut, vielleicht sind Immobilienpreise gefallen – wir wissen es nicht.

Mimi

Das ist wahr. Aber wir wissen, dass junge Menschen weniger Aktien halten und mehr Schulden haben. Wenn die Aktienmärkte boomen und die Immobilienpreise stagnieren, verlieren sie automatisch relativ.

Mark

Die Schuldenzahlung ist auch bemerkenswert – von 12 Prozent auf 20 Prozent in drei Jahren?

Luke

Ja, aber die Frage ist: Ist das eine Folge von höheren Schulden, oder von Einkommensrückgängen, oder von gestiegenen Zinsen? Die Studie sagt nicht, warum mehr Menschen verspätet zahlen.

Mimi

Wahrscheinlich alle drei. Die Zinsen sind gestiegen, die Schulden sind gewachsen, und für viele Menschen ist das Einkommen nicht schnell genug mitgewachsen.

Mark

Also eine Vermögenskrise für Junge und eine Schuldenkrise für viele – gleichzeitig?

Mimi

Genau. Die Vermögensschere öffnet sich, und gleichzeitig wird die Schuldenlast für normale Haushalte unerträglich.

  • Die Vermögensschere zwischen Alt und Jung hat sich in nur drei Jahren dramatisch geweitet: Die älteste Generation gewann 38 Prozent, die jüngste verlor 23 Prozent.
  • Aktienmarktgewinne wirkten wie ein Verstärker bestehender Ungleichheit – das reichste Zehntel der Haushalte sah sein Vermögen auf 3,6 Millionen Dollar anwachsen.
  • Junge Familien werden in genau jener Lebensphase getroffen, in der sie Häuser kaufen, Kinder großziehen und finanzielle Fundamente legen sollten.
  • Ein gefährlicher Gegentrend verschärft die Lage: Fast 20 Prozent der Haushalte zahlten 2025 Kreditraten verspätet – der höchste Wert seit zwölf Jahren.
  • 8,6 Prozent der Haushalte wenden mindestens 40 Prozent ihres Einkommens für Schulden auf und haben kaum Puffer für wirtschaftliche Erschütterungen.
  • Ein kleiner Lichtblick – sinkende Einkommensungleichheit und leicht gestiegene Medianeinkommen – droht im Schatten wachsender Vermögensungleichheit zu verschwinden.

Alle drei Jahre legt die US-Notenbank einen Spiegel vor, in dem Amerika sein eigenes Gesicht erkennen kann – und das Bild, das sich 2025 zeigt, ist gespalten wie selten zuvor. Während Haushalte über 75 Jahren ihr mittleres Nettovermögen auf 505.000 Dollar steigerten, schrumpfte das Vermögen der unter 35-Jährigen um 23 Prozent auf gerade einmal 33.000 Dollar. Die Aktienmärkte haben Wohlstand geschaffen, doch dieser Wohlstand fließt dorthin, wo bereits Wohlstand ist – und lässt jene zurück, die noch am Anfang ihres wirtschaftlichen Lebens stehen.

Die US-Notenbank hat einen Bericht zur Vermögenssituation amerikanischer Haushalte zwischen 2022 und 2025 veröffentlicht, der ein tiefes strukturelles Ungleichgewicht offenbart. Haushalte mit Mitgliedern ab 75 Jahren sind zur reichsten Altersgruppe des Landes aufgestiegen: Ihr mittleres Nettovermögen kletterte von rund 367.000 auf etwa 505.000 Dollar – ein Zuwachs von 38 Prozent in drei Jahren. Der Grund liegt in ihrer überproportionalen Beteiligung an Aktien und Wertpapieren, die in diesem Zeitraum kräftig zulegten.

Auf der anderen Seite der Altersskala sieht die Realität düster aus. Unter 35-Jährige verfügen im Median über nur 33.000 Dollar Nettovermögen – 23 Prozent weniger als noch 2022. Diese Entwicklung trifft junge Menschen in einer Lebensphase, in der sie eigentlich Häuser kaufen, Familien gründen und langfristige Sicherheit aufbauen würden. Die Konzentration der Vermögensgewinne an der Spitze verstärkt das Bild: Das reichste Zehntel der Haushalte steigerte sein mittleres Nettovermögen um 31 Prozent auf 3,6 Millionen Dollar.

Einen kleinen Lichtblick bietet die Einkommensentwicklung: Die mittleren Haushaltseinkommen stiegen um etwa sieben Prozent auf rund 82.000 Dollar, während Spitzenverdiener leicht zurückfielen. Doch dieser Fortschritt wird von einer besorgniserregenden Schuldendynamik überschattet. Knapp 20 Prozent der Haushalte gaben an, 2025 mindestens eine Kreditrate verspätet bezahlt zu haben – gegenüber 12,2 Prozent im Jahr 2022. Der Anteil jener, die 40 Prozent oder mehr ihres Einkommens für Schulden aufwenden müssen, erreichte mit 8,6 Prozent den höchsten Stand seit mindestens zwölf Jahren. Amerika bewegt sich gleichzeitig in zwei Richtungen – nach oben für die Vermögenden, nach unten für die Verschuldeten.

Die US-Notenbank hat am Freitag einen Bericht veröffentlicht, der ein striktes Bild der amerikanischen Vermögensverteilung zeichnet: Während ältere Haushalte von den Kursgewinnen an den Aktienmärkten massiv profitieren, verlieren junge Familien dramatisch an Wohlstand. Die Daten stammen aus einer Erhebung zum Finanzverhalten der Verbraucher, die die Fed alle drei Jahre durchführt und die Vermögenssituation zwischen 2022 und 2025 dokumentiert.

Haushalte, deren Mitglieder 75 Jahre oder älter sind, haben sich zur reichsten Altersgruppe in den USA entwickelt. Ihr mittleres Nettovermögen ist von knapp über 367.000 Dollar im Jahr 2022 auf etwa 505.000 Dollar gestiegen – ein Zuwachs von rund 38 Prozent in nur drei Jahren. Diese Gruppe hat die 65- bis 74-Jährigen verdrängt, die bei der vorherigen Erhebung noch an der Spitze standen. Der Grund liegt auf der Hand: Ältere Amerikaner halten überproportional Aktien und andere Wertpapiere, die von den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Jahre profitiert haben.

Die Schere öffnet sich nach unten dramatisch. Menschen unter 35 Jahren verfügen über ein mittleres Nettovermögen von nur 33.000 Dollar – ein Rückgang von 23 Prozent gegenüber 2022. Während also die älteste Generation ihr Vermögen um mehr als ein Drittel vermehrt hat, ist das Vermögen der jüngsten Erwachsenen um fast ein Viertel geschrumpft. Diese Entwicklung trifft junge Familien in einer Phase ihres Lebens, in der sie normalerweise Häuser kaufen, Kinder bekommen und langfristige finanzielle Sicherheit aufbauen würden.

Die Vermögensgewinne konzentrieren sich ohnehin stark an der Spitze. Das reichste Zehntel der US-Haushalte sah sein mittleres Nettovermögen um 31 Prozent auf 3,6 Millionen Dollar ansteigen. Die Aktienmarktgewinne haben also hauptsächlich bereits wohlhabende Menschen noch wohlhabender gemacht – ein klassisches Muster, bei dem Vermögen Vermögen anzieht.

Ein Lichtblick in den Daten: Die Einkommensungleichheit hat sich leicht verringert. Die mittleren Haushaltseinkommen sind seit 2022 um etwa sieben Prozent auf rund 82.000 Dollar gestiegen, während die Einkommen der höchsten Verdiener leicht zurückgingen. Doch dieser Fortschritt wird durch eine besorgniserregende Gegenbewegung überschattet. Der Anteil der Amerikaner, die mit Schuldenzahlungen kämpfen, ist deutlich angewachsen. Im Jahr 2025 gaben knapp 20 Prozent der Haushalte an, im vorangegangenen Jahr eine Kreditrate verspätet gezahlt zu haben – gegenüber 12,2 Prozent im Jahr 2022. Das ist ein Anstieg um etwa 64 Prozent in nur drei Jahren.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei Haushalten mit hoher Schuldenlast. Der Anteil derjenigen, die mindestens 40 Prozent ihres Einkommens für Schuldentilgungen aufwenden müssen, ist auf 8,6 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit mindestens zwölf Jahren. Diese Menschen haben wenig Spielraum für unvorhergesehene Ausgaben oder wirtschaftliche Schocks. Sie leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck, während ihre Schulden wachsen.

Die Studie offenbart also ein Amerika, das sich in zwei Richtungen bewegt: Nach oben für ältere, vermögende Haushalte, die von Aktiengewinnen profitieren, und nach unten für junge Familien und Haushalte mit hoher Schuldenlast. Die Vermögensschere wird größer, nicht kleiner. Während die Einkommen moderat gestiegen sind, hat sich die Vermögensungleichheit verschärft – und immer mehr Amerikaner berichten von Schwierigkeiten, ihre Schulden zu bedienen.

Die kräftigen Kursgewinne an den Aktienmärkten haben die wohlhabenderen amerikanischen Haushalte noch reicher gemacht
— US-Notenbank (Regierungsbericht)
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