In einer Nation, die seit Jahrzehnten mit der moralischen Last der Todesstrafe ringt, kündigt Verteidigungsminister Pete Hegseth an, die Hinrichtung des islamistischen Attentäters Nidal Hasan am 3. Dezember live zu übertragen — die erste Militärhinrichtung der USA seit 1961. Hasan erschoss 2009 dreizehn Menschen auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas und wurde als dschihadistischer Terrorist verurteilt. Die Entscheidung, diesen Akt der staatlichen Gewalt öffentlich sichtbar zu machen, stellt eine tiefe Frage an das kollektive Gewissen: Was sagt es über eine Gesellschaft aus, wenn sie den Tod al
US-Bischöfe und UN kritisieren geplante Liveübertragung von Hinrichtung
barbarische Förderung einer Kultur des Todes
Warum ist diese Ankündigung so bedeutsam? Es gibt doch bereits Hinrichtungen in den USA.
Weil dies die erste Militärhinrichtung seit 65 Jahren wäre — und weil sie live übertragen werden soll. Das ist etwas anderes als eine Hinrichtung, die stattfindet.
Aber wir sollten präzise sein: Hegseth hat gesagt, dass die Öffentlichkeit zusehen kann. Ein Pentagon-Sprecher bestätigte die Live-Übertragung. Das ist nicht dasselbe wie zu wissen, wie viele Menschen tatsächlich zuschauen werden oder wie die Übertragung technisch aussieht.
Die Kirche nennt das barbarisch. Ist das eine religiöse Position oder eine Menschenrechtsfrage?
Beides. Der Erzbischof argumentiert, dass dies das moralische Gefüge der Nation untergräbt. Die UN argumentiert, dass es gegen Folterverbote verstößt — das ist völkerrechtlich.
Wobei die UN-Position hier interpretativ ist. Die Konvention spricht von öffentlichen Hinrichtungen als erniedrigender Behandlung. Ob eine Live-Übertragung rechtlich dasselbe ist wie eine physisch öffentliche Hinrichtung — das ist noch nicht geklärt.
Nidal Hasan hat 2009 13 Menschen getötet. Spielen die Opfer in dieser Debatte eine Rolle?
Sie spielen eine Rolle in Hasans Verurteilung, aber nicht in der Frage, ob die Hinrichtung öffentlich sein sollte. Das sind zwei verschiedene Fragen.
Genau. Die Quelle sagt nichts über die Position der Opfer oder ihrer Familien zu dieser Übertragung. Das ist ein Loch in der Geschichte.
Trump hat auch angekündigt, Erschießungskommandos im föderalen System zu erlauben. Was bedeutet das?
Es bedeutet, dass dies nicht nur ein Einzelfall ist. Es könnte ein Präzedenzfall für weitere Hinrichtungen dieser Art werden — und möglicherweise für weitere öffentliche Hinrichtungen.
Il Polso
- Verteidigungsminister Hegseth kündigt an, dass die Hinrichtung Hasans durch ein Erschießungskommando am 3. Dezember live übertragen wird — ein Novum in der modernen amerikanischen Geschichte.
- Katholische Bischöfe warnen mit erschütternden Worten vor einer 'Kultur des Todes', die das moralische Gefüge der Nation zu zersetzen droht.
- Das UN-Menschenrechtsbüro stuft die geplante Live-Übertragung als Verstoß gegen das absolute Folterverbot ein und setzt die USA damit unter internationalen Druck.
- Präsident Trump hat bereits angekündigt, Erschießungskommandos auch im föderalen Gefängnissystem zuzulassen — die Hinrichtung Hasans könnte erst der Anfang sein.
- Die Debatte entzündet sich nicht nur an Hasans Schuld, die unbestritten ist, sondern an der Frage, ob der Staat Gewalt als öffentliches Schauspiel legitimieren darf.
In einer Nation, die seit Jahrzehnten mit der moralischen Last der Todesstrafe ringt, kündigt Verteidigungsminister Pete Hegseth an, die Hinrichtung des islamistischen Attentäters Nidal Hasan am 3. Dezember live zu übertragen — die erste Militärhinrichtung der USA seit 1961. Hasan erschoss 2009 dreizehn Menschen auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas und wurde als dschihadistischer Terrorist verurteilt. Die Entscheidung, diesen Akt der staatlichen Gewalt öffentlich sichtbar zu machen, stellt eine tiefe Frage an das kollektive Gewissen: Was sagt es über eine Gesellschaft aus, wenn sie den Tod als Spektakel inszeniert?
Am Donnerstag verkündete US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass die Hinrichtung des islamistischen Attentäters Nidal Hasan am 3. Dezember live übertragen werden soll. Hasan, ein ehemaliger Militärangehöriger, soll durch ein Erschießungskommando sterben — eine Methode, die das US-Militär zuletzt 1961 angewandt hat. Präsident Trump hatte die Todesstrafe zu Wochenbeginn gebilligt, ein Pentagon-Sprecher bestätigte die geplante Übertragung.
Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas das Feuer eröffnet, dreizehn Menschen getötet und Dutzende verletzt. Die Tat, wenige Wochen vor einem geplanten Afghanistan-Einsatz begangen, wurde als Terroranschlag eingestuft. Hasan bezeichnete sich selbst als dschihadistischen Kämpfer und wurde 2013 zum Tode verurteilt. Er ist heute 56 Jahre alt.
Die Ankündigung löste scharfe Kritik aus. Erzbischof Paul Coakley, Vorsitzender der US-Bischofskonferenz, zeigte sich schockiert und warnte eindringlich: Eine solche öffentliche Hinrichtung fördere eine Barbarei, die das Gewissen des Volkes ruiniere — ungeachtet der Schwere von Hasans Verbrechen.
Auch die Vereinten Nationen widersprachen. Das Büro von UN-Menschenrechtsbeauftragtem Volker Türk erklärte, eine Live-Übertragung komme einer öffentlichen Hinrichtung gleich und verstoße gegen das absolute Folterverbot der UN-Antifolterkonvention. Trumps weitergehende Pläne, Erschießungskommandos auch im föderalen Gefängnissystem zuzulassen, deuten darauf hin, dass diese Debatte über Todesstrafe, Würde und staatliche Gewalt in den USA gerade erst beginnt.
Am Donnerstag kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Videointerview an, dass die Hinrichtung des islamistischen Attentäters Nidal Hasan am 3. Dezember öffentlich übertragen werden soll. Hasan, ein ehemaliger Angehöriger des US-Militärs, wird durch ein Erschießungskommando hingerichtet — eine Strafe, die das amerikanische Militär zuletzt 1961 vollstreckt hat. Hegseth sagte, Hasan werde von Soldaten erschossen und die Öffentlichkeit werde zusehen können, dass dies öffentlich geschehe. Ein Pentagon-Sprecher bestätigte später, dass die Hinrichtung live übertragen werden soll. Präsident Donald Trump hatte die Todesstrafe erst zu Wochenbeginn gebilligt.
Nidal Hasan hatte 2009 auf einem Militärstützpunkt in Fort Hood, Texas, das Feuer eröffnet und 13 Menschen getötet. Dutzende weitere wurden verletzt. Die Tat fand wenige Wochen vor einem geplanten Einsatz Hasans in Afghanistan statt und wurde als Terroranschlag eingestuft. Hasan, der sich selbst als dschihadistischen Kämpfer bezeichnete, wurde 2013 zum Tode verurteilt. Er ist nun 56 Jahre alt.
Die Ankündigung der öffentlichen Live-Übertragung hat heftige Reaktionen ausgelöst. Erzbischof Paul Coakley, der Vorsitzende der Konferenz der katholischen Bischöfe in den USA, erklärte sich schockiert und tieftraurig über die Entscheidung des Kriegsministeriums. Während er betonte, dass Hasans Taten keinesfalls gebilligt werden könnten, warnte Coakley vor einer barbarischen Förderung einer Kultur des Todes. Eine solche öffentliche Hinrichtung werde das moralische Gefüge der Nation weiter untergraben und das Gewissen des Volkes ruinieren, sagte der Erzbischof.
Auch die Vereinten Nationen haben sich gegen die geplante Übertragung ausgesprochen. Das Büro des UN-Menschenrechtsbeauftragten Volker Türk erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass eine Live-Übertragung einer Hinrichtung einer öffentlichen Hinrichtung gleichkomme und gegen das absolute Folterverbot verstoßen würde. Nach der UN-Antifolterkonvention stellen öffentliche Hinrichtungen eine Form von grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung dar.
Die rechtliche Grundlage für Erschießungskommandos in den USA reicht bis 1879 zurück, als der Oberste Gerichtshof einstimmig entschied, dass diese Hinrichtungsmethode keine grausame und ungewöhnliche Strafe darstellt. Derzeit sind Erschießungskommandos in fünf Bundesstaaten erlaubt. Trump kündigte Anfang dieses Jahres an, dass seine Regierung Erschießungskommandos auch im föderalen Gefängnissystem zulassen werde — eine Entscheidung, die den Weg für weitere Militärhinrichtungen ebnen könnte und die Debatte über Todesstrafe und Menschenrechte in den USA neu entfachen dürfte.
Citazioni salienti
Diese Entscheidung ist die barbarische Förderung einer Kultur des Todes und muss überdacht werden.— Erzbischof Paul Coakley, Vorsitzender der US-Bischofskonferenz
Die Liveübertragung einer Hinrichtung ist gleichbedeutend mit einer öffentlichen Hinrichtung und würde gegen das absolute Folterverbot verstoßen.— Büro des UN-Menschenrechtsbeauftragten Volker Türk