In Paris, wo die Champs-Élysée für einen deutschen Staatsgast gesperrt wurde, verabschiedeten sich zwei Männer, die ein Jahrzehnt lang gemeinsam durch die Stürme Europas navigiert haben. Bundespräsident Steinmeier und Präsident Macron — beide im Frühjahr 2027 aus ihren Ämtern scheidend — nutzten diesen Besuch nicht nur als protokollarischen Abschluss, sondern als bewusstes politisches Vermächtnis: die deutsch-französische Freundschaft als Anker in einer Zeit, in der radikale Kräfte an den Fundamenten des europäischen Projekts rütteln.
Steinmeier auf Abschiedsbesuch bei Macron: "Hand in Hand" durch die Stürme
Hand in Hand durch die Stürme — ein Versprechen, das endet
Warum ist dieser Besuch jetzt, in diesem Moment, so wichtig?
Weil beide Männer wissen, dass ihre Zeit vorbei ist. Sie wollen noch einmal deutlich machen, dass das, was sie aufgebaut haben, nicht mit ihnen endet.
Aber die Frage ist: Wird es wirklich weitergehen? Ein Rahmenabkommen für ein Jugendwerk ist wichtig, aber es ist auch symbolisch. Was passiert, wenn radikale Kräfte in Deutschland oder Frankreich die Macht übernehmen?
Das ist genau das, was Steinmeier fürchtet. Deshalb diese Warnung vor den radikalen Rändern, deshalb diese Versicherung, dass Deutschland europäisch bleiben wird.
Hat Macron das gleiche Unbehagen gezeigt?
Nicht so direkt. Aber seine Worte über die "Stürme" deuten darauf hin, dass er versteht, worauf Steinmeier hinweist.
Wobei wir nicht wissen, wie konkret diese Befürchtungen sind. Sprechen wir von spezifischen Szenarien oder von allgemeiner Sorge?
Das ist eine berechtigte Frage. Der Bericht deutet eher auf allgemeine Besorgnis hin, aber die Wahlen in Deutschland, die weltweit diskutiert wurden, sind real.
Was bedeutet das für die nächsten Monate, bis beide ihre Ämter aufgeben?
Sie werden wahrscheinlich versuchen, so viel wie möglich zu institutionalisieren — Abkommen, Vereinbarungen, Strukturen, die über ihre Präsidentschaften hinaus Bestand haben.
Das ist eine gute Strategie, aber es ist auch ein Eingeständnis, dass sie nicht sicher sind, ob ihre Nachfolger das gleiche Engagement haben werden.
Und die Besuche in Bordeaux morgen?
Das sind Forschungs- und Verteidigungsstandorte. Es geht um konkrete Zusammenarbeit, nicht nur um Symbolik.
Le Pouls
- Während berittene Garde die Champs-Élysée säumt, ist der eigentliche Druck unsichtbar: Beide Staatsmänner wissen, dass ihre Nachfolger die mühsam gepflegte Partnerschaft neu definieren könnten.
- Der Ukraine-Krieg, gesellschaftliche Polarisierung und erstarkende Ränder des politischen Spektrums bilden die düstere Kulisse für ein Treffen, das eigentlich ein Abschied ist.
- Steinmeier spricht offen von 'verdammt schwierigen Zeiten' und gibt eine ungewöhnlich persönliche Garantie ab: Deutschland werde auch nach ihm ein guter Europäer bleiben.
- Als konkretes Gegengewicht zur Unsicherheit unterzeichnen beide ein neues Rahmenabkommen für das Deutsch-Französische Jugendwerk — Institutionen sollen überdauern, was Personen nicht können.
- Der gemeinsame Besuch von Forschungs- und Verteidigungsstandorten in Bordeaux am Folgetag sendet ein Signal: Die Zusammenarbeit soll nicht mit den Amtszeiten enden, sondern als Erbe bestehen bleiben.
In Paris, wo die Champs-Élysée für einen deutschen Staatsgast gesperrt wurde, verabschiedeten sich zwei Männer, die ein Jahrzehnt lang gemeinsam durch die Stürme Europas navigiert haben. Bundespräsident Steinmeier und Präsident Macron — beide im Frühjahr 2027 aus ihren Ämtern scheidend — nutzten diesen Besuch nicht nur als protokollarischen Abschluss, sondern als bewusstes politisches Vermächtnis: die deutsch-französische Freundschaft als Anker in einer Zeit, in der radikale Kräfte an den Fundamenten des europäischen Projekts rütteln.
Frank-Walter Steinmeier fuhr die Champs-Élysée hinunter, flankiert von der berittenen Garde Républicaine, während die deutsche Nationalhymne am Triumphbogen erklang. Macron nannte es ein Abschiedsgeschenk — nicht an ein Amt, sondern an einen Freund. Beide Männer wissen: Ihre gemeinsame Zeit läuft ab. Im Frühjahr 2027 werden neue Präsidenten kommen.
Zehn Jahre haben Steinmeier und Macron Seite an Seite regiert, Krisen bewältigt, Kompromisse ausgehandelt. Im Élysée-Palast blickte Macron seinem deutschen Kollegen so intensiv in die Augen, dass dieser sichtlich verlegen wurde — ein menschlicher Moment inmitten des großen Protokolls. Steinmeier antwortete mit seinen besten Französischkenntnissen.
Doch hinter der Wärme lag eine ernste Botschaft. Steinmeier sprach von Wehmut und von einem Abschied in schwierigen Zeiten: Krieg in der Ukraine, polarisierte Gesellschaften, radikale Kräfte, die an den Rändern erstarken. Seine Versicherung an Macron klang wie ein politisches Vermächtnis — Deutschland werde ein guter Europäer bleiben, wirtschaftlich, politisch, sicherheitspolitisch, auch über sein Amt hinaus.
Um diesen Worten Substanz zu geben, unterzeichneten beide ein neues Rahmenabkommen für das Deutsch-Französische Jugendwerk. Am nächsten Tag wollten sie gemeinsam Forschungs- und Verteidigungsstandorte in Bordeaux besuchen. Die Botschaft war klar: Was zwei Männer aufgebaut haben, soll stärker sein als die Stürme, die um sie herum toben — und stärker als ihre eigenen Amtszeiten.
Frank-Walter Steinmeier fuhr die Champs-Élysée hinunter wie ein König. Die deutsche Nationalhymne spielte am Triumphbogen, die gesamte Avenue war abgesperrt, deutsche und französische Flaggen säumten jeden Meter des Weges. Zu seiner Linken und Rechten ritt die berittene Garde Républicaine des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Es war, wie Macron später im Élysée-Palast sagte, ein Abschiedsgeschenk — nicht nur an das deutsche Staatsoberhaupt, sondern an einen Freund, den er über ein Jahrzehnt an seiner Seite hatte.
Beiden Männern läuft die Zeit davon. Steinmeier wurde zum Bundespräsidenten gewählt, kurz bevor Macron selbst ins höchste französische Amt kam. Zehn Jahre haben sie seitdem zusammen regiert, zusammen durch Krisen navigiert. "Seit zehn Jahren schreiten wir Seite an Seite voran", sagte Macron vor laufenden Kameras. "Wir haben einige Stürme gekannt, uns ihnen aber immer Hand in Hand gestellt." Dabei blickte er seinem deutschen Kollegen so intensiv in die Augen, dass Steinmeier sichtlich verlegen wurde. Der Bundespräsident griff dann zu seinem besten Französisch für ein paar Dankesworte.
Dieser Besuch war mehr als nur Protokoll. Steinmeier sprach von Wehmut, von gemeinsamen Zeiten, von einem Abschied, der in "verdammt schwierigen Zeiten" stattfindet. Der Ukraine-Krieg lastet auf beiden Ländern. Die Gesellschaften polarisieren sich. Radikale Kräfte erstarken an den Rändern des politischen Spektrums. Wahlen in Deutschland werden weltweit diskutiert. Die sozialen Netzwerke haben zur Arena für politische Auseinandersetzungen gemacht.
Und doch — oder gerade deshalb — wollte Steinmeier seinem französischen Nachbarn etwas versichern. "Auch die Deutschen werden gute Europäer bleiben bei allem, was sich bei uns verändert, wirtschaftlich, politisch, gerade auch in der Sicherheitspolitik." Das war keine beiläufige Bemerkung. Es klang wie ein politisches Vermächtnis, das der Bundespräsident noch einmal aussprechen musste, bevor er sein Amt aufgibt. Deutschland könne nur erfolgreich sein, wenn es europäisch bleibe, eng eingebettet in die Europäische Union — nicht nur bis zu seinem letzten Tag im Amt, sondern auch darüber hinaus.
Die Sorge war unausgesprochen, aber präsent: Könnte die Ära der deutsch-französischen Zusammenarbeit bald vorbei sein? Könnten die erstarkenden radikalen Kräfte in beiden Ländern das zerstören, was Steinmeier und Macron über zehn Jahre aufgebaut haben?
Um diese Besorgnis zu konkretisieren, unterzeichneten die beiden Präsidenten ein neues Rahmenabkommen für das Deutsch-Französische Jugendwerk. Dabei waren auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger sowie Cem Özdemir aus Baden-Württemberg und Gordon Schnieder aus Rheinland-Pfalz. Am nächsten Tag wollten Steinmeier und Macron gemeinsam Forschungs- und Verteidigungsstandorte in Bordeaux besuchen — ein Zeichen, dass die Zusammenarbeit nicht endet, sondern sich fortsetzt, auch wenn beide Männer ihre Ämter aufgeben. Im Frühjahr 2027 werden neue Präsidenten kommen. Bis dahin wollen die beiden noch zeigen, dass die deutsch-französische Partnerschaft stärker ist als die Stürme, die um sie herum toben.
Citations marquantes
Seit zehn Jahren schreiten wir Seite an Seite voran. Wir haben einige Stürme gekannt, uns ihnen aber immer Hand in Hand gestellt.— Emmanuel Macron
Deutschland kann nur als europäisches Deutschland erfolgreich sein, eng eingebettet in die Europäische Union.— Frank-Walter Steinmeier