Prominente warnen vor Rot-Grün-Rot in Berlin

Ein Klima, in dem die Sicherheit jüdischer Bürger nicht mehr gewährleistet ist
Die zentrale Befürchtung der Unterzeichner des Berliner Appells zur möglichen rot-grün-roten Koalition.
Mark

Was genau ist der Grund, dass so viele etablierte Politiker aus verschiedenen Parteien sich zusammentun und öffentlich gegen diese Koalition warnen?

Mimi

Die Unterzeichner nennen konkrete Bedenken: Sie sehen Risiken für den Rechtsstaat, für die Sicherheit jüdischer Bürger und für die finanzielle Stabilität Berlins. Sie argumentieren, dass eine Regierung unter Führung der Linken ein Klima schaffen könnte, in dem diese Grundlagen gefährdet sind.

Luke

Aber das sind Befürchtungen, nicht Fakten. Der Appell sagt, was sie befürchten könnte passieren — nicht, was die Linke tatsächlich getan hat oder konkret plant.

Mark

Warum ist Antisemitismus in diesem Zusammenhang so zentral?

Mimi

Das ist ein Punkt, der in Berlin besonders sensibel ist. Der Appell wird von Volker Beck, dem Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, mitgetragen, und auch Vertreter der Jüdischen Gemeinde haben unterzeichnet. Sie sehen offenbar ein spezifisches Risiko.

Luke

Das ist wichtig zu verstehen: Die Bedenken kommen nicht nur von außen, sondern auch von Vertretern der jüdischen Gemeinschaft selbst. Das gibt dem Appell eine andere Gewichtung.

Mark

Wie reagieren die Linken, Grünen und SPD auf diesen Druck?

Mimi

Sie setzen die Sondierungsgespräche fort. Das dritte Vorgespräch sollte sich konkret auf Antisemitismus, Rassismus und organisierte Kriminalität konzentrieren — also genau auf die Themen, die der Appell anspricht.

Luke

Das ist bemerkenswert: Die Koalitionäre scheinen die Kritik ernst zu nehmen und direkt darauf zu reagieren, indem sie diese Themen auf die Agenda setzen. Das ist nicht Ignorieren, sondern Engagement.

  • Über 80 Erstunterzeichner des Berliner Appells, darunter Wolfgang Thierse, Joschka Fischer und Peter Altmaier
  • Die Linke erzielte bei der Wahl am 20. September 25,7 Prozent und ist stärkste Kraft
  • Drittes Vorgespräch von Linken, Grünen und SPD geplant mit Fokus auf Antisemitismus, Rassismus und organisierte Kriminalität

Über 80 Erstunterzeichner, darunter Wolfgang Thierse, Joschka Fischer und Peter Altmaier, fordern demokratische Parteien auf, klare Maßstäbe statt politischer Gewohnheiten anzulegen. Der Appell nennt konkrete Bedenken: mangelnde Garantie für Sicherheit von Jüdinnen und Juden, fehlende Abgrenzung von Extremismus und finanzielle Stabilität der Stadt.

Dutzende bekannte Persönlichkeiten aus CDU, Grünen und SPD warnen in einem Appell vor einer Koalition der Linken, Grünen und SPD in Berlin. Sie befürchten Risiken für Rechtsstaat, Sicherheit und den Schutz jüdischen Lebens.

Wenige Wochen nach der Berliner Wahl haben sich über achtzig prominente Persönlichkeiten aus Politik und Zivilgesellschaft zusammengetan, um öffentlich gegen eine mögliche Koalition aus Linken, Grünen und SPD zu warnen. Unter den Unterzeichnern des sogenannten Berliner Appells für Verantwortung finden sich Namen mit erheblichem politischem Gewicht: Wolfgang Thierse, der frühere Präsident des Bundestags und SPD-Politiker; Joschka Fischer, ehemaliger Außenminister und Grüner; Peter Altmaier, der langjährige Kanzleramtschef unter Angela Merkel und CDU-Mann. Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, fungiert als Mitinitiator und hat das Dokument veröffentlicht. Auch Vertreter der Jüdischen Gemeinde haben unterzeichnet, ebenso wie Marianne Birthler, die ehemalige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen, der frühere SPD-Landeschef Martin Hikel und mehrere pensionierte Senatoren Berlins.

Die Unterzeichner argumentieren, dass eine neue Regierung die Interessen möglichst breiter Bevölkerungsschichten abbilden und auf gemeinsamen Grundüberzeugungen zu Rechtsstaat und Demokratie ruhen müsse. Eine rot-grün-rote Koalition erfülle diese Anforderung nach ihrer Einschätzung nicht. Stattdessen fordern sie die demokratischen Parteien auf, ihre Entscheidung nicht nach etablierten politischen Mustern zu treffen, sondern nach klaren, sachlichen Maßstäben.

Die Bedenken, die der Appell konkret benennt, sind erheblich. Die Unterzeichner befürchten, dass eine Regierung unter Führung der Berliner Linken ein Klima schaffen könnte, in dem die Sicherheit jüdischer Bürger nicht mehr gewährleistet ist. Sie fordern daher unmissverständliche Abgrenzung von Extremismus, Schutz jüdischen Lebens, finanzielle Stabilität der Stadt und starke Sicherheitsbehörden als Kriterien für die Koalitionsbildung. Der Appell richtet sich insbesondere an CDU, Bündnisgrüne und SPD und fordert diese auf, ernsthaft zu prüfen, wie sie gemeinsam Verantwortung für Berlin übernehmen können.

Die Linke war bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September mit 25,7 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden und setzt seitdem auf die Bildung einer rot-grün-roten Koalition. Die Verhandlungen zwischen Linken, Grünen und SPD befinden sich noch in einem frühen Stadium. Ein drittes Vorgespräch war für Mittwoch geplant, mit dem erklärten Ziel, sich auf gemeinsame Positionen zu Antisemitismus, zum Umgang mit Rassismus und zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu verständigen. Der Appell der prominenten Unterzeichner stellt damit einen direkten politischen Gegendruck dar, während diese Sondierungsgespräche laufen.

Es muss nach einer Regierungsmehrheit gesucht werden, die die Interessen möglichst breiter Teile der Gesellschaft abbildet und die gemeinsame Grundüberzeugungen zu Rechtsstaat und Demokratie hat. Das sehen wir bei einer rot-grün-roten Regierung nicht gegeben.
— Berliner Appell für Verantwortung
Wir befürchten, dass eine Regierung unter Führung der Berliner Linken ein Klima erzeugt, in dem nicht mehr die Sicherheit von Jüdinnen und Juden in Berlin garantiert werden kann.
— Berliner Appell für Verantwortung
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