Neuers Patzer und Abseitstor-Rekord: Bayern remis in Augsburg

Wir bringen uns immer selbst in Not
Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern, über die verpasste Chance auf die Tabellenführung.
Mark

Wie kann ein Team mit 70 Prozent Ballbesitz und sechs Toren nur ein Unentschieden spielen?

Mimi

Weil vier dieser Tore wegen Abseits nicht zählten und Bayern sich selbst im Weg stand – zwei Fehler von Neuer führten zu Gegentoren.

Luke

Aber waren es wirklich nur Neuers Fehler? Der Text sagt, dass Eberl meinte, mehrere Spieler seien beteiligt gewesen.

Mimi

Richtig. Der erste Fehler war eindeutig Neuer – er spielte den Ball leichtsinnig nach vorne. Beim zweiten Tor half die ganze Abwehr mit, den Schuss nicht zu blocken.

Mark

Und die vier Abseitstore – war das Pech oder mangelnde Präzision?

Luke

Das ist schwer zu sagen. Abseits ist objektiv, aber es zeigt, dass Bayern unter Druck zu schnell spielte und nicht genug Ruhe hatte.

Mimi

Augsburgs Defensive war beeindruckend. Sie haben Kane und Olise leidenschaftlich bekämpft und kaum Chancen zugelassen.

Mark

Warum war Augsburg so defensiv stabil?

Mimi

Sie spielten eine gut gestaffelte Abwehr und ließen Bayern nicht in gefährliche Positionen kommen – trotz der Ballbesitz-Dominanz.

Luke

Aber Bayern hatte auch glänzende Chancen, die sie nicht nutzten. Das ist nicht nur Augsburgs Verdienst, sondern auch Bayerns Mangel an Chancenverwertung.

Mark

Was bedeutet das für die kommenden Wochen?

Mimi

Bayern verliert die Tabellenführung und muss sich vor dem Champions-League-Spiel neu orientieren. Das ist psychologisch belastend.

Luke

Und Neuer – ist das ein Zeichen, dass er mit 40 Jahren an seine Grenzen kommt?

Mimi

Das kann man aus einem Spiel nicht sagen. Aber zwei Fehler in einem Spiel sind ungewöhnlich für ihn.

  • Robin Fellhauer erzielte das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte nach acht Sekunden
  • Bayern schoss sechs Tore, von denen nur zwei regelkonform waren
  • Bayern dominierte mit 70 Prozent Ballbesitz in der ersten Halbzeit
  • Manuel Neuer unterliefen zwei Fehler, die beide zu Gegentoren führten
  • Das Spiel endete 2:2, Bayern verpasste die Tabellenführung

Robin Fellhauer erzielte das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte nach nur acht Sekunden – ein Negativrekord für Bayern. Bayern dominierte mit 70 Prozent Ballbesitz, konnte aber gegen Augsburgs defensive Ordnung keine großen Chancen herausspielen.

Der FC Bayern spielte beim FC Augsburg 2:2 und verpasste damit die Tabellenführung. Trotz Dominanz und sechs erzielten Toren zählten nur zwei regelkonform, während Torhüter Neuer zwei kostspielige Fehler unterlief.

An acht Sekunden – mehr brauchte es nicht. Robin Fellhauer vom FC Augsburg nahm den Ball nach dem Anstoß entgegen, sprintete an Manuel Neuer vorbei und schob ihn ins leere Tor. Der Bayern-Torhüter hatte den Ball zu weit vor sich gelegt und dann leichtsinnig nach vorne gespielt. Es war das schnellste Tor in der Geschichte der Bundesliga, schneller als die neun Sekunden, die Kevin Volland und Karim Bellarabi einst brauchten. Auf der Bayern-Bank sortierte sich Trainer Vincent Kompany gerade zurecht – er sah den Treffer gar nicht.

Das 2:2-Unentschieden in Augsburg war für die Münchner ein Tag voller Widersprüche. Sie schossen insgesamt sechs Tore, doch nur zwei zählten. Vier weitere wurden wegen Abseitsstellung annulliert. Neuer, der 40 Jahre alte Kapitän, leistete sich zwei Fehler, die beide zu Gegentoren führten. Sportvorstand Max Eberl fasste es später zusammen: Bayern hätte dieses Spiel gewinnen müssen. "Aber wir bringen uns immer selbst in Not", sagte er. Die Tabellenführung blieb unerreichbar.

Kompany hatte seine stärkste Offensive aufgeboten. Jamal Musiala fehlte wegen einer Muskelverletzung, Ismael Saibari ersetzte ihn. Die Bayern wollten etwas gutmachen – Augsburg hatte ihnen in der vergangenen Saison die einzige Bundesliga-Niederlage beigebracht. Doch von Anfang an lief wenig nach Plan. Mit fast 70 Prozent Ballbesitz in der ersten Halbzeit dominierten die Münchner zwar das Spiel, aber Augsburgs Defensive, angeführt von einer gut gestaffelten Abwehr, ließ wenig zu. Michael Olise und Harry Kane, beide für den Ballon d'Or gehandelt, fanden gegen die leidenschaftliche Gegenwehr kaum Raum.

Bis zur 37. Minute gab es aus Münchner Sicht wenig Aufregendes: ein paar Distanzschüsse, ein schlecht zu Ende gespielter Konter von Saibari. Saibari verpasste dann knapp das Tor aus spitzem Winkel. Kurz vor der Pause traf Kane nur die Latte – der Treffer hätte ohnehin nicht gezählt, weil er im Abseits stand. Luis Diaz, der Kolumbianer, der in den ersten Spielen der Saison unglücklich agiert hatte, zeigte in Augsburg bessere Momente. Nach ein paar Tagen Urlaub wirkte er präsenter, doch sein Tor in der 51. Minute wurde wegen einer Abseitsstellung von Josip Stanišić nicht anerkannt.

Vier Minuten später gelang Saibari der Ausgleich. Kane spielte ihn in zentraler Position an, und diesmal war der Torhüter machtlos. Doch in der 65. Minute half Neuer wieder mit. Bei einem Schuss von Calvin Brackelmann wehrte er den Ball nur nach halbrechts ab – direkt vor die Füße von Rodrigo Ribeiro, der zur erneuten Führung abstaubte. Eberl sah den Fehler nicht allein bei Neuer. "Da sind ein paar Spieler mehr beteiligt gewesen", sagte der Sportvorstand. Joshua Kimmich gab zu: "Ich glaube, da haben wir ein bisschen gepennt in der Entstehung."

Danach warfen die Bayern alles in die Waagschale. Drei weitere Tore wurden wegen Abseitsstellung nicht anerkannt – Luis Diaz traf einmal, Serge Gnabry zweimal. Kane und Gnabry hatten glänzende Chancen. Erst in der 81. Minute gelang Nathaniel Brown, der für Stanišić ins Spiel gekommen war, das 2:2. Es war ein Tag, an dem Bayern alles versuchte, aber nicht das bekam, was es verdient zu haben glaubte. Augsburgs Trainer Manuel Baum sagte hinterher: "Man braucht auch ein Quäntchen Glück." Vor dem nächsten Champions-League-Auftritt in Stavanger mussten sich die Münchner neu sortieren.

Am Ende müssen wir dieses Spiel gewinnen. Aber wir bringen uns immer selbst in Not.
— Max Eberl, Sportvorstand FC Bayern
Man braucht auch ein Quäntchen Glück.
— Manuel Baum, Trainer FC Augsburg
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