Nach gescheiterter Hinrichtung: Christa Pike erwacht verwirrt im Krankenhaus

Christa Pike erlitt schwere körperliche Verletzungen einschließlich Blutgerinnsel, Lähmungen und Lungenentzündung durch die gescheiterte Hinrichtung.
Kognitiv immer noch sehr verwirrt, mit Momenten des Abdriftens
Pikes Anwalt beschreibt ihren Zustand eine Woche nach der gescheiterten Hinrichtung im Krankenhaus.
Mark

Was genau ist bei Christa Pikes Hinrichtung schiefgelaufen?

Mimi

Das ist das Rätselhafte daran – die Behörden sagen, sie hätten die vorgesehenen zwei Dosen Pentobarbital verabreicht. Das Protokoll wurde befolgt. Aber Pike lebte weiter, obwohl sie hätte tot sein sollen.

Luke

Und das ist wirklich beispiellos? Es gibt keine anderen modernen Fälle?

Mimi

Nach Angaben des Death Penalty Information Center nicht. Das macht diesen Fall so außergewöhnlich und verstörend zugleich.

Mark

Wie geht es Pike jetzt körperlich?

Mimi

Sie hat ein Blutgerinnsel, kann ihre Gliedmaßen nicht bewegen, hat Lungenentzündung und wird künstlich ernährt. Ihre Anwälte wissen nicht, ob sie sich jemals erholen wird.

Luke

Aber sie ist bei Bewusstsein und kann sprechen?

Mimi

Ja, was ihre Anwälte überraschte. Sie erwarteten Hirntod. Stattdessen wachte sie auf und war verwirrt – fragte, wo sie war.

Mark

Was fordern ihre Anwälte jetzt?

Mimi

Sie bitten den Gouverneur, die Todesstrafe in lebenslange Haft ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung umzuwandeln. Sie sagen, es sei unvorstellbar, dass der Staat erneut versuchen würde, sie hinzurichten.

Luke

Aber das ist nicht garantiert, oder? Der Gouverneur könnte ablehnen, und der Staat könnte theoretisch einen neuen Versuch anordnen?

Mimi

Richtig. Pikes Gesundheitszustand wird wahrscheinlich entscheidend sein – ob sie körperlich überhaupt in der Lage wäre, hingerichtet zu werden.

  • Christa Pike überlebte zwei Dosen Pentobarbital in Tennessee
  • Sie wachte nach einer Woche im Krankenhaus auf, obwohl Ärzte Hirntod erwartet hatten
  • Pike erlitt Blutgerinnsel, Lähmungen und Lungenentzündung
  • Sie war 1996 für den Mord an der 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden
  • Kein vergleichbarer moderner US-Fall ist bekannt, in dem die Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der Gefangene überlebte

Pike überlebte zwei Dosen Pentobarbital und wachte nach einer Woche im Krankenhaus auf, obwohl Ärzte Hirntod erwartet hatten. Sie erlitt Blutgerinnsel, Lungenentzündung und Lähmungen; ihre kognitiven Funktionen sind beeinträchtigt und Genesung ungewiss.

Die zum Tode verurteilte Christa Pike überlebte in Tennessee zwei Giftspritzen und liegt nun im Krankenhaus. Ihre Anwälte berichten von schwerem Gesundheitszustand und fordern lebenslange Haft statt erneuter Hinrichtung.

Christa Pike wachte verwirrt auf, ohne zu wissen, wo sie war oder wer die Menschen um sie herum waren. Die 50-Jährige lag in einem Krankenhaus in der Nähe von Nashville, künstlich beatmet, nachdem sie eine Woche zuvor hätte sterben sollen. Zwei Dosen des Hinrichtungsmittels Pentobarbital waren ihr verabreicht worden – die vorgeschriebene Menge nach dem Protokoll des Staates Tennessee. Doch Pike lebte weiter. Am Dienstag, eine Woche nach dem gescheiterten Eingriff, öffnete sie die Augen wieder und sprach, zur Überraschung ihrer Anwälte, die am Montagabend noch damit gerechnet hatten, dass der Staat die lebenserhaltenden Maßnahmen abschalten würde.

Pikes Anwalt Randy Spivey beschrieb ihren Zustand als "kognitiv immer noch sehr verwirrt". Sie habe Momente, in denen sie abdrifte. Ihre ersten Worte nach dem Aufwachen waren Fragen nach ihrem Aufenthaltsort und der Identität der Menschen um sie herum. Trotz dieser Verwirrung sei Pike sich bewusst, dass der Staat versucht habe, sie hinzurichten. Spivey charakterisierte ihren gegenwärtigen Gemütszustand als "wütend und verwirrt".

Die physischen Folgen des gescheiterten Hinrichtungsversuchs sind erheblich. Pike entwickelte ein Blutgerinnsel in einem ihrer Arme und kann keine ihrer Gliedmaßen bewegen. Spivey beschrieb ihre Hände als aufgeblasen wie aufgeblasene Operationshandschuhe. Sie leidet an Lungenentzündung und wird künstlich ernährt. Ob und in welchem Umfang sie die Funktion ihrer Gliedmaßen wiedererlangen wird, bleibt unklar. Spivey sagte, Pike habe einen langen Genesungsweg vor sich.

Pike war 1996 zum Tode verurteilt worden, weil sie an der Ermordung der damals 19-jährigen Colleen Slemmer beteiligt war. Pike selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Dreißig Jahre später sollte diese Strafe vollstreckt werden. Doch das Hinrichtungsprotokoll funktionierte nicht wie geplant – ein Ereignis, das nach Angaben des Death Penalty Information Center in der modernen US-Rechtsgeschichte beispiellos ist. Kein vergleichbarer Fall ist bekannt, in dem die vorgesehenen Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der Gefangene dennoch am Leben blieb.

Pikes Anwälte haben wiederholt an Tennessees republikanischen Gouverneur Bill Lee appelliert, die Todesstrafe in lebenslange Haft ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung umzuwandeln. "Nach allem, was wir gesehen haben, ist es unvorstellbar, dass der Staat erneut versuchen würde, sie hinzurichten", sagte Spivey. Die Anwälte arbeiten daran, die Beweismittel aus dem gescheiterten Hinrichtungsversuch zu sichern – Material, das relevant sein könnte, sollte Pike eine zukünftige Hinrichtung anfechten müssen. Anwalt Luke Ihnen erklärte vor Gericht, dass Pikes Gesundheitszustand wahrscheinlich entscheidend dafür sein werde, ob der Staat zu einem späteren Zeitpunkt einen erneuten Versuch unternehmen würde.

Der Fall hat die seit Jahren geführte Debatte über die Zuverlässigkeit von Giftspritzenhinrichtungen in den USA erneut in den Fokus gerückt. Während Pike in ihrem Krankenhausbett lag, wurde in Texas ein wegen Mordes verurteilter Mann durch die Giftspritze hingerichtet – die 30. Hinrichtung des Jahres in den USA. Seine Anwälte hatten versucht, die Hinrichtung mit Verweis auf Pikes Fall auszusetzen, scheiterten aber. Der Kontrast zwischen Pikes Überleben und dieser routinemäßigen Hinrichtung unterstreicht die Fragen, die der Tennessee-Fall aufgeworfen hat: Wie zuverlässig ist diese Methode wirklich, und welche Verantwortung trägt der Staat für das, was schiefgeht?

Wo bin ich und wer seid ihr
— Christa Pikes erste Worte nach dem Aufwachen im Krankenhaus
Nach allem, was wir gesehen haben, ist es unvorstellbar, dass der Staat erneut versuchen würde, sie hinzurichten
— Randy Spivey, Pikes Anwalt
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