Macrons Zustimmung fällt auf historisches Tief von 15 Prozent

Bei landesweiten Schülerprotesten für bessere Lernbedingungen gab es zahlreiche Verletzte und Festnahmen.
Nur noch 15 Prozent der Franzosen vertrauen ihrem Präsidenten
Macrons Zustimmungswert erreicht einen historischen Tiefstand inmitten von Schuldenkrisen und Protesten.
Mark

Warum ist Macrons Zustimmung so dramatisch gefallen? Was hat sich in den letzten Monaten konkret verändert?

Mimi

Es ist nicht eine Sache, sondern ein Zusammenspiel. Die Energiekosten sind für normale Haushalte unerträglich geworden. Gleichzeitig wissen die Menschen, dass die Regierung Sparmaßnahmen plant – das bedeutet weniger Sozialleistungen, weniger öffentliche Dienste. Und dann gab es diese Schülerproteste, die in Gewalt endeten. Das hat das Vertrauen weiter untergraben.

Luke

Aber die Schuldenquote von 121,7 Prozent – ist das wirklich Macrons Schuld? Frankreich hat diese Probleme nicht in den letzten Jahren aufgebaut.

Mimi

Nein, das stimmt. Aber Macron ist der Präsident, der jetzt die Konsequenzen verwalten muss. Die Bürger sehen, dass er schwierige Entscheidungen treffen muss, und sie mögen diese Entscheidungen nicht.

Mark

Die Rechtspopulisten führen in den Umfragen, aber auch sie verlieren an Zustimmung. Wie ist das möglich?

Luke

Das ist der Punkt – Bardella verlor drei Prozentpunkte, nachdem Mediapart über antisemitische Nachrichten berichtete. Das zeigt, dass die Umfragen volatil sind. Aber es zeigt auch, dass niemand wirklich stark ist.

Mimi

Genau. Es ist nicht so, dass die Franzosen sich für die Rechtspopulisten begeistern. Sie sind einfach verzweifelt und suchen nach Alternativen zu Macron.

Mark

Was passiert im Frühjahr 2027? Kann Macron noch gewinnen?

Luke

Mit 15 Prozent Zustimmung? Das ist mathematisch schwer vorstellbar. Aber wir sollten vorsichtig sein – Umfragen sind Momentaufnahmen. Viel kann sich noch ändern.

Mimi

Die Frage ist, ob Macron Zeit hat, die Wirtschaft zu stabilisieren und die Schuldenprobleme zu adressieren. Wenn die Energiekosten fallen und die Sparmaßnahmen Früchte tragen, könnte sich die Stimmung drehen.

Mark

Aber das ist ein großes Wenn.

Luke

Ja. Und die Schülerproteste zeigen, dass die Sparmaßnahmen selbst zu mehr Unruhe führen könnten.

  • Macrons Zustimmungswert ist auf 15 Prozent gesunken – den niedrigsten Stand seiner gesamten Amtszeit – und signalisiert eine politische Autorität, die kaum noch Handlungsspielraum lässt.
  • Frankreich trägt eine Schuldenlast von 121,7 Prozent des BIP, zahlt fast 80 Milliarden Euro Zinsen jährlich und plant drastische Sparmaßnahmen, die das Land in Aufruhr versetzen.
  • Landesweite Schülerproteste gegen ungleiche Bildungschancen eskalierten in Gewalt, mit zahlreichen Verletzten und Festnahmen – ein Symptom einer tiefer liegenden gesellschaftlichen Erschöpfung.
  • Die Rechtspopulisten Jordan Bardella und Marine Le Pen führen die Wahlumfragen mit 33 und 32 Prozent an, obwohl Bardella nach Berichten über antisemitische Jugendbeiträge drei Punkte verlor.
  • Frankreich steckt in einem politischen Paradox: Die Opposition schwächelt, doch der Amtsinhaber ist noch schwächer – und die Wahl 2027 nähert sich ohne klaren Favoriten.

In einer Demokratie offenbart die Zustimmung eines Führers nicht nur seine persönliche Lage, sondern den Zustand eines ganzen Gesellschaftsvertrags. Emmanuel Macron, Frankreichs Präsident seit 2017, hat mit 15 Prozent Zustimmung einen historischen Tiefpunkt erreicht – ein Zeichen dafür, dass Schulden, Energiekosten und soziale Unruhen das Vertrauen der Bürger in die politische Mitte nachhaltig erschüttert haben. Während die Präsidentschaftswahl 2027 näher rückt, stellt sich Frankreich die alte Frage neu: Wem vertraut man, wenn man niemandem mehr vertraut?

Emmanuel Macron erlebt eine politische Krise von historischem Ausmaß. Eine aktuelle Ipsos-BVA-Cesi-Umfrage zeigt: Nur noch 15 Prozent der Franzosen glauben, ihr Präsident mache gute Arbeit – ein neuer Tiefstand seit seinem Amtsantritt 2017 und ein weiterer Prozentpunkt weniger als im Vormonat.

Die Ursachen sind konkret und vielschichtig. Die Bürger klagen über hohe Energiekosten, einen geschwächten Wohlfahrtsstaat und eine Staatsschuld, die mit 121,7 Prozent des BIP keine andere EU-Nation erreicht. Die jährliche Zinslast beläuft sich auf fast 80 Milliarden Euro. Um gegenzusteuern, plant die Regierung Sparmaßnahmen in Milliardenhöhe – mit spürbaren Folgen auf der Straße. Streiks und Demonstrationen häuften sich, und landesweite Schülerproteste gegen mangelnde Bildungschancen endeten in Gewalt, mit Verletzten und Festnahmen.

Die politische Rechte wittert ihre Stunde. Jordan Bardella und Marine Le Pen vom Rassemblement National führen die Umfragen zur Präsidentschaftswahl 2027 mit 33 und 32 Prozent an. Doch auch sie zeigen Schwächen: Bardella verlor drei Punkte, nachdem Berichte über antisemitische Jugendbeiträge auf Facebook auftauchten.

Macron steckt in einem Paradox: Seine Gegner werden schwächer – aber er selbst ist noch schwächer. Mit 15 Prozent Rückhalt bleibt kaum Raum für politische Manöver, und Frankreich sucht nach einer Antwort, die es bislang nicht gefunden hat.

Emmanuel Macron steht vor einer politischen Krise beispiellosen Ausmaßes. Eine am Samstag veröffentlichte Umfrage des Instituts Ipsos BVA-Cesi zeigt, dass nur noch 15 Prozent der Franzosen der Ansicht sind, ihr Präsident mache gute Arbeit. Das ist nicht nur ein neuer Tiefstand seit seinem Amtsantritt 2017 – es ist auch ein Prozentpunkt niedriger als im Vormonat. Die Zahlen zeichnen das Bild eines Führungspolitikers, der die Kontrolle über die öffentliche Stimmung verliert, während sich die Probleme des Landes verschärfen.

Die Gründe für diesen Vertrauensverlust sind vielfältig und konkret. Französische Bürger nennen die hohen Energiekosten als ihre größte unmittelbare Sorge. Dahinter folgen tiefere Ängste um den Wohlfahrtsstaat und um die finanzielle Stabilität des Landes selbst. Frankreich befindet sich in einer Schuldenkrise, die europaweit beispiellos ist. Die Regierung rechnet für das kommende Jahr mit einer Gesamtverschuldung von 121,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – ein Verhältnis, das kein anderes EU-Land erreicht. Die jährliche Zinslast allein beläuft sich auf fast 80 Milliarden Euro. An den internationalen Finanzmärkten wächst die Nervosität.

Um diese Schulden zu bewältigen, plant Macrons Regierung drastische Sparmaßnahmen im Staatshaushalt in Höhe von Dutzenden Milliarden Euro. Diese Pläne haben in den vergangenen Wochen zu zahlreichen Streiks und Demonstrationen geführt. Besonders bemerkenswert waren landesweite Schülerproteste, die sich gegen mangelnde Lernbedingungen und fehlende Chancengleichheit richteten. Diese Proteste endeten in Gewalt: Es gab zahlreiche Verletzte und Festnahmen.

Die politische Opposition wittert ihre Chance. Bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr 2027 führen derzeit zwei Kandidaten der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National die Umfragen an. Jordan Bardella, der Parteichef, kommt auf 33 Prozent, die Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen auf 32 Prozent. Allerdings zeigen sich auch bei diesen Zahlen erste Risse. Bardella verlor in der Wählergunst drei Prozentpunkte, nachdem das Investigativmagazin Mediapart berichtete, er habe als Jugendlicher von einem alten Facebook-Konto aus antisemitische Nachrichten verbreitet. Auch Le Pen schnitt im Vergleich zum Vormonat schwächer ab.

Macron befindet sich damit in einer paradoxen Lage. Seine Gegner sind schwächer geworden, aber er selbst ist noch schwächer. Mit nur 15 Prozent Zustimmung hat er kaum noch Spielraum für politische Manöver. Die Wahl im Frühjahr 2027 wird zeigen, ob die Franzosen bereit sind, die Rechtspopulisten an die Macht zu bringen, oder ob sie einen anderen Weg finden.

Franzosen nennen hohe Energiekosten als ihre größte Sorge, gefolgt von Angst um den Wohlfahrtsstaat und die Staatsverschuldung
— Ipsos BVA-Cesi Umfrage
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