SPD und Grüne wollen Elif Eralp zur Regierenden Bürgermeisterin wählen, obwohl sie jahrelang in der linksextremistischen Roten Hilfe Mitglied war. Der Kommentar argumentiert, dass die Berliner Linke Antisemitismus, Sympathien für Terror und Demokratieverachtung kultiviert, ähnlich wie die AfD.
Extremismus nach Gutsherrenart: Doppelmoral bei Brandmauern
Extremismus ist in Deutschland nicht gleich Extremismus
Warum ist es ein Problem, dass Elif Eralp in der Roten Hilfe war, wenn sie sie vor einem Jahr verlassen hat?
Weil die Roten Hilfe nicht einfach ein Rechtsschutzverein ist. Sie ist eine Organisation, die Polizei und Justiz als Unterdrückungsinstrumente sieht. Wer dort jahrelang aktiv ist, hat sich mit dieser Weltsicht auseinandergesetzt – und die verschwindet nicht durch einen Austritt.
Aber wir wissen nicht, was Eralps tatsächliche Überzeugungen sind. Der Text sagt, sie sei eine "Galionsfigur" einer Bewegung – aber das ist eine Charakterisierung, keine bewiesene Tatsache über ihre persönlichen Ansichten.
Der Text behauptet, dass die Berliner Linke Antisemitismus kultiviert. Wie konkret ist das?
Es gibt dokumentierte Fälle von antisemitischen Parolen auf Kundgebungen. Das ist nicht abstrakt. Aber der Text verwebt auch verschiedene Dinge – Islamismus, Antikapitalismus, Antisemitismus – zu einem Gesamtbild.
Genau. Der Text sagt, dass "auf Kundgebungen schon mal 'Juden ins Gas' geschickt werden dürfen" – aber er nennt keine Quelle, kein Datum, keinen Ort. Das ist eine schwere Anschuldigung, die einer Überprüfung bedarf.
Was ist das Kernargument zur Doppelmoral?
Dass die SPD von der CDU verlangt, eine absolute Brandmauer gegen die AfD zu errichten, während sie selbst mit der Linkspartei koaliert, obwohl diese – nach diesem Argument – ähnlich extremistisch ist, nur von links statt von rechts.
Das ist das zentrale Argument, ja. Aber es setzt voraus, dass die Berliner Linke tatsächlich so extremistisch ist wie die AfD. Das wird behauptet, aber nicht systematisch nachgewiesen. Und es gibt einen Unterschied: Die AfD hat eine Mehrheit in einigen Bundesländern, die Linke nicht.
Könnte die SPD argumentieren, dass Koalitionen mit der Linken legitim sind, weil die Linke sich an Verfassungsgrundsätze hält, auch wenn ihre Ideologie radikal ist?
Das ist genau das Argument, das der Text kritisiert. Er sagt, dass die Linke die Institutionen untergräbt – Eigentum, Polizei, Justiz, Minderheitenschutz. Das ist mehr als nur radikale Ideologie.
Aber auch hier: Der Text behauptet das, zeigt es aber nicht konkret. Was hat die Berliner Linke konkret getan, um diese Institutionen zu untergraben? Das bleibt offen.
Der Puls
- Elif Eralp war jahrelang Mitglied der Roten Hilfe, einer vom Verfassungsschutz beobachteten Organisation
- Die Roten Hilfe wird seit mehr als zehn Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet
- SPD und Grüne bereiten sich darauf vor, Eralp zur Regierenden Bürgermeisterin zu wählen
- Der Text argumentiert, dass die Berliner Linke Antisemitismus, Sympathien für Terror und Demokratieverachtung kultiviert
SPD und Grüne wollen Elif Eralp zur Regierenden Bürgermeisterin wählen, obwohl sie jahrelang in der linksextremistischen Roten Hilfe Mitglied war. Der Kommentar argumentiert, dass die Berliner Linke Antisemitismus, Sympathien für Terror und Demokratieverachtung kultiviert, ähnlich wie die AfD.
FAZ-Kommentar kritisiert, dass SPD und Grüne mit der Linkspartei in Berlin koalieren wollen, während sie eine Brandmauer gegen die AfD fordern – ein Vorwurf der Doppelmoral und selektiven Extremismusbekämpfung.
In Berlin steht eine Koalitionsverhandlung bevor, die das Vertrauen in die deutsche Politiklandschaft auf eine harte Probe stellt. Die SPD und die Grünen bereiten sich darauf vor, Elif Eralp zur Regierenden Bürgermeisterin zu wählen – eine Politikerin, die jahrelang der Roten Hilfe angehörte, einer Organisation, die der Verfassungsschutz seit mehr als zehn Jahren beobachtet. Eralp verließ den Verein vor einem Jahr und begründete dies mit "teilweise anderen politischen Ansichten". Doch diese Erklärung wirft Fragen auf, die bis ins Herz der deutschen Demokratie führen.
Die Roten Hilfe ist kein gewöhnlicher Rechtsschutzverein für linke Aktivisten, wie gerne behauptet wird. Die Organisation versteht sich als Kampfmittel gegen das, was ihre Anhänger als "Klassenjustiz" und staatliche "Repression" durch Polizei und Justiz sehen. Für viele ihrer Mitglieder sind diese Institutionen nicht Säulen der Rechtsstaatlichkeit, sondern Werkzeuge der Unterdrückung. Dass eine künftige Regierende Bürgermeisterin jahrelang in diesem Umfeld aktiv war, deutet auf eine Nähe zu extremistischen Denkmustern hin, die sich nicht einfach durch eine Austrittserklärung auflösen lässt.
Das eigentliche Problem liegt tiefer. In Berlin hat sich eine politische Bewegung formiert, die Sozialismus und Islamismus verbindet und dabei Antisemitismus kultiviert. Auf Kundgebungen werden Parolen wie "Juden ins Gas" skandiert. Gleichzeitig wird Sympathie für linken und islamistischen Terror gepflegt, wird "Respekt" vor organisierten Verbrechern gezeigt, wird migrantischer und linksradikaler Antisemitismus als legitime Kritik umgedeutet. Die Linkspartei in Berlin, so die Kritik, verfolgt letztlich dieselbe Systemfrage wie die AfD – nur von links statt von rechts. Sie unterminiert die Institutionen, auf denen das Land ruht: Eigentum, Polizei, Justiz, der Schutz von Minderheiten.
Doch während die CDU in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen unter Druck gerät, weil sie mit der AfD koalieren könnte, wird die SPD in Berlin mit zweierlei Maß gemessen. Die SPD fordert von der CDU einen Eid auf die Brandmauer gegen rechts – eine absolute Grenze, die nicht überschritten werden darf. Gleichzeitig bereitet sich die SPD selbst darauf vor, mit einer Partei zu koalieren, deren Mitglieder und Strukturen von extremistischen Strömungen durchdrungen sind. Eine Erklärung gegen Antisemitismus, und schon ist alles in Ordnung. Es darf sondiert werden. Es darf koaliert werden.
Diese Doppelmoral ist nicht neu. Schon in den Zeiten der PDS, der Vorgängerpartei der Linken, einigten sich SPD und Grüne darauf, dass eine Erklärung zur DDR-Diktatur ausreiche, um die Zusammenarbeit zu legitimieren. Sie brauchten die Linke für ihre Regierungsmehrheiten in mehreren Bundesländern. Dass aus dieser Toleranz nicht nur eine Zähmung der Ex-Kommunisten wurde, sondern dass die alten Reflexe im linken Lager bestehen blieben, lässt sich heute in Berlin besichtigen. Die Linke wurde nie wirklich gezähmt – sie wurde nur in Regierungsverantwortung genommen, was ihr Legitimität verlieh.
Wenn man die Rhetorik, Taktik und Ideologie der Berliner Linkspartei mit denselben Maßstäben misst wie den Extremismus der AfD, müsste eine Verbotsdebatte geführt werden. Doch das geschieht nicht. Linkenpolitiker sitzen in den Morgenmagazinen, Linkenpolitiker bestimmen, wer sich Demokrat nennen darf und wer nicht. Währenddessen wird wachsender Antisemitismus mit Schrecken registriert – aber in Berlin dürfen seine Verharmloser an die Macht. Hass und Hetze werden gegeißelt – aber in Berlin dürfen sie sich austoben. Demokratieverachtung wird allenthalben beklagt – aber in Berlin dürfen illiberale Linke definieren, was unter "demokratischer Mitte" zu verstehen ist.
Die CDU steht nun vor einer Wahl ohne gute Optionen. Wenn SPD und Grüne sich zu Mehrheitsbeschaffern der Linkspartei machen, können sie nicht mehr glaubwürdig behaupten, dass es ihnen bei der Brandmauer um die Abwehr von Extremisten geht. Sie werden vielmehr bestätigen, dass es ihnen darum geht, die CDU daran zu hindern, was sie für sich selbst selbstverständlich in Anspruch nehmen: zu regieren. Ohne eine klare Gegenstrategie wird die CDU sich aussuchen dürfen, ob sie Opfer dieser rot-grünen Heuchelei sein will oder ob sie Wähler an die AfD verliert – beides Szenarien, die die deutsche Demokratie weiter beschädigen.
Bemerkenswerte Zitate
Eralp verließ die Roten Hilfe "wegen teilweise anderer politischer Ansichten"— Elif Eralp
Auch der Berliner Linkspartei geht es um die Systemfrage, auch ihr geht es um eine andere Republik, wenn man sie noch so nennen will, und auch sie unterminiert die Institutionen, die das Land tragen— FAZ-Kommentar