DFB-Frauen starten mit Kösslers Doppelpack erfolgreich gegen Australien

Wir können zufrieden sein, aber das war ein Lehrmoment
Melissa Kössler und Christian Wück über einen Sieg, der nicht so sicher war wie das Ergebnis vermuten lässt.
Mark

Was macht diesen Sieg gegen Australien für die WM-Vorbereitung so wichtig?

Mimi

Australien war der WM-Vierte von 2023 – das ist nicht irgendein Gegner. Wück wollte einen europäischen Standard testen, und die Mannschaft hat gezeigt, dass sie das Spiel über 90 Minuten kontrollieren kann, auch wenn es in der zweiten Halbzeit wackelig wurde.

Luke

Aber wackelig ist das Wort. Sie vergaben mehrere klare Chancen, und Australien hätte es fast geschafft – Wheeler traf die Latte. Das ist nicht die Sicherheit, die man für eine WM braucht.

Mark

Melissa Kössler – wer ist diese Spielerin, und warum ist ihr Debüt so bemerkenswert?

Mimi

Sie spielte zuletzt in den USA, vorher bei Hoffenheim und Potsdam. Zwei Tore in ihren ersten beiden Länderspielen als Mittelstürmerin – das ist ein starker Start. Sie nutzte ihre Chancen, die das Mittelfeld ihr gab.

Luke

Aber wir sollten nicht übertreiben. Zwei Tore gegen Australien in einem Testspiel – das ist gut, aber es sagt noch nichts über ihre Konstanz aus. Wir müssen sehen, wie sie sich gegen stärkere Gegner bewährt.

Mark

Lisa Baum kam zur Halbzeit rein. Was bedeutet ihr Debüt?

Mimi

Sie ist 19, wechselte im Sommer für 650.000 Euro zu Arsenal – Rekordablöse von RB Leipzig. Das ist ein großes Talent, das Wück jetzt testen wollte. Sie traute sich Dribblings zu, aber gegen Australien konnte sie noch nicht viel bewirken.

Luke

Genau – ihr Debüt war eher unauffällig. Wir wissen noch nicht, ob sie bereit ist für dieses Niveau. Ein Testspiel reicht nicht, um das zu beurteilen.

Mark

Wie viele Spielerinnen fehlten?

Mimi

Giulia Gwinn, die Kapitänin vom FC Bayern, wegen eines Bänderrisses. Lea Schüller von Manchester United wegen eines Infekts. Ann-Katrin Berger, die Stammtorhüterin, verzichtete auf die Spiele. Das sind drei wichtige Spielerinnen.

Luke

Das ist ein großes Fragezeichen für die nächsten Wochen. Wenn Gwinn und Schüller nicht fit werden, hat Wück ein echtes Problem. Aber wir wissen noch nicht, wie ernst die Verletzungen sind oder wie lange die Ausfallzeiten dauern.

  • Melissa Kössler erzielte zwei Tore in ihren ersten Länderspielen
  • Deutschland gewann 4:2 gegen Australien, den WM-Vierten von 2023
  • Lisa Baum gab ihr Debüt nach ihrem Wechsel zu Arsenal für 650.000 Euro
  • 26.352 Zuschauer im Wildparkstadion Karlsruhe
  • Mehrere Stammspielerinnen fehlten verletzungsbedingt

Kössler traf zweimal in ihren ersten Länderspielen; Deutschland dominierte lange Zeit gegen den WM-Vierten von 2023. Toptalent Lisa Baum gab ihr Debüt nach ihrem Wechsel zu Arsenal für 650.000 Euro; mehrere Stammspielerinnen fehlten verletzungsbedingt.

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft gewinnt ihr Testspiel gegen Australien 4:2. Melissa Kössler erzielte zwei Tore bei ihrem Debüt als Mittelstürmerin.

Im Wildparkstadion von Karlsruhe erlebte die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft einen gelungenen Auftakt in die WM-Saison. Vor 26.352 Zuschauern setzte sich das Team von Bundestrainer Christian Wück gegen Australien mit 4:2 durch und zeigte dabei über weite Strecken die Spielweise, die es auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien brauchen wird. Es war ein Sieg, der sich verdient anfühlte – nicht nur wegen der Tore, sondern wegen der Art und Weise, wie die Mannschaft das Spiel gestaltete und kontrollierte.

Melissa Kössler war die Hauptfigur dieses Nachmittags. Die 25-jährige Mittelstürmerin, die zuletzt in den USA spielte und zuvor bei der TSG Hoffenheim und Turbine Potsdam unter Vertrag stand, erzielte in der 25. und 30. Minute ihre ersten beiden Länderspieltore. Beide Male profitierte sie von der Überlegenheit, die Deutschland im Mittelfeld aufbaute. Beim ersten Tor köpfte Franziska Kett nach einer Flanke von Carlotta Wamser, Kössler drückte den Ball über die Linie. Beim zweiten nutzte sie einen Steilpass von Elisa Senß und vollendete flach. Wück sagte später über die Leistung seiner Mannschaft: "Man sieht, wie die Mädels brennen, wie sie auch jetzt schon harmonieren, und dass wir unheimlich viel Qualität auf dem Platz und auch auf der Bank haben."

Australiens Kapitänin Sam Kerr, der Star der Matildas und WM-Vierte von 2023, verkürzte kurz vor der Halbzeit per Kopf auf 1:2. Dieser Treffer war für Wück ein Weckruf. "Das war ein unheimlicher Lehrmoment für uns, das darf uns nicht passieren", sagte der Trainer. Nach dem Wechsel brauchte Deutschland Zeit, um wieder in seinen Rhythmus zu finden. Trainer Wück brachte Verstärkung: Lisa Baum, das 19-jährige Toptalent, das im Sommer für die Rekordablöse von 650.000 Euro von RB Leipzig zum FC Arsenal gewechselt war, gab ihr Debüt. Auch die erfahrene Linda Dallmann kam ins Mittelfeld, Marie Müller ersetzte Kett. Baum traute sich gleich einige Dribblings zu, blieb aber ohne große Wirkung.

Deutschland vergab mehrere klare Chancen – Nicole Anyomi, Dallmann und Cora Zicai hätten das Spiel früher entscheiden können. Clare Wheeler hätte es fast für Australien getan, als sie den Ball an die Unterkante der Latte knallte. Dann traf Camilla Küver, Innenverteidigerin des VfL Wolfsburg, per Kopf zum 3:1 in der 83. Minute. In der Nachspielzeit wurde es noch turbulent: Holly McNamara verkürzte auf 3:2, Sjoeke Nüsken antwortete sofort zum 4:2.

Das Mittelfeld war der Schlüssel zu Deutschlands Überlegenheit. Sjoeke Nüsken und Elisa Senß harmonierten bestens und dominierten lange Phasen des Spiels. Senß, die sich bei Real Madrid auf Anhieb durchgesetzt hat, glänzte mit Balleroberungen und präzisen Pässen. Auf den Flügeln machten Klara Bühl vom FC Bayern und Cora Zicai vom VfL Wolfsburg immer wieder Druck. Torfrau Ena Mahmutovic, die 22-jährige Gwinns Klubkollegin vom FC Bayern, stand sicher zwischen den Pfosten und spielte ihr drittes Länderspiel.

Deutschland musste ohne mehrere Stammspielerinnen auskommen. Kapitänin Giulia Gwinn vom FC Bayern fehlte wegen eines Bänderrisses. Lea Schüller von Manchester United konnte wegen eines Infekts nicht spielen – die frühere Münchner Torjägerin hätte das Team verstärkt. Ann-Katrin Berger, die Stammtorhüterin vom US-Klub Gotham FC, verzichtete auf die Duelle mit Australien und Japan. Carlotta Wamser spielte auf der Rechtsverteidigerin-Position und zeigte einen guten Auftritt.

Kössler selbst war zufrieden mit ihrer Leistung und dem Auftritt der Mannschaft. "Wir können zufrieden sein. Wir haben uns taktisch bisschen was vorgenommen, wollten was ausprobieren und konnten das in großen Teilen gut umsetzen", sagte die Doppel-Torschützin im ZDF. Das nächste Testspiel wartet bereits: Am kommenden Dienstag trifft Deutschland in Bremen auf Japan, Anpfiff ist um 17.45 Uhr und wird von der ARD übertragen. Es wird ein weiterer Härtetest auf dem Weg zur Weltmeisterschaft sein.

Man sieht, wie die Mädels brennen, wie sie auch jetzt schon harmonieren, und dass wir unheimlich viel Qualität auf dem Platz und auch auf der Bank haben
— Bundestrainer Christian Wück
Wir können zufrieden sein. Wir haben uns taktisch bisschen was vorgenommen, wollten was ausprobieren und konnten das in großen Teilen gut umsetzen
— Melissa Kössler
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