Deutliche Niederlage: Frankfurts ungeliebte Reisen nach Leipzig

Wir sind wieder gescheitert
Jonathan Burkardt nach Frankfurts 0:6-Niederlage in Leipzig, die eine Serie von Niederlagen fortsetzt.
Mark

Warum ist Leipzig für Frankfurt so ein besonderer Angstgegner?

Mimi

Es geht nicht nur um die Ideologie gegen RB. In den letzten zehn Spielen dort hat Frankfurt nur einmal gewonnen. Das ist eine Serie, die sich selbst verstärkt – jedes Mal, wenn man hinfahrt, trägt man diese Geschichte mit sich.

Luke

Aber zehn Spiele – wie lange geht das zurück? Und wie viele davon waren unter Hütter? Das ist wichtig, um zu wissen, ob es ein strukturelles Problem ist oder etwas, das mit diesem Trainer zu tun hat.

Mark

Hütter sagt, die Defensive sei "nicht bundesligatauglich". Das ist eine starke Aussage von einem Trainer über seine eigene Mannschaft.

Mimi

Es ist auch eine Verzweiflung. Nach 16 Gegentoren in fünf Spielen kann man nicht mehr um den heißen Brei herumreden. Und dass er seinen Kapitän Koch bereits zur Halbzeit rausnimmt – das ist ein Signal an alle.

Luke

Aber was bedeutet "nicht bundesligatauglich" konkret? Ist es taktisch? Ist es mental? Ist es, dass die Spieler nicht gut genug sind? Hütter benennt das Problem, aber nicht die Ursache.

Mark

Koch verliert seinen Platz im DFB-Kader. Das ist eine große Konsequenz.

Mimi

Es ist das Symbol einer monatelangen Negativentwicklung. Dieser Mann ist Kapitän, und er wird zur Halbzeit rausgenommen. Das ist demütigend.

Luke

Aber wir wissen nicht, ob Koch selbst schuld ist oder ob das System um ihn herum zusammenbricht. Die Berichte sagen, dass bei jedem Tor mehrere Spieler Fehler machen – Koch, Collins, Aseko, Atubolu. Das deutet auf ein kollektives Problem hin.

Mark

Ist das 0:6 ein Zufall oder ein Muster?

Mimi

Es ist kein Zufall. Vor einem Jahr, an gleicher Stelle, 0:6. Das war der Anfang vom Ende für Toppmöller. Jetzt sitzt Hütter mit Leichenbittermiene neben Demichelis.

Luke

Aber wir sollten vorsichtig sein: Zwei 0:6-Niederlagen an einem Ort bedeuten nicht, dass Frankfurt grundsätzlich schlecht ist. Es könnte auch bedeuten, dass Leipzig in diesem Stadion etwas Besonderes hat – Heimvorteil, Mentalität, Spielweise. Das ist noch nicht geklärt.

Mark

Was sagt Burkardt über die Niederlage?

Mimi

Er sagt, dass es eine Frage der Einstellung ist. "Wir sind wieder gescheitert." Das ist nicht die Sprache eines Teams, das einen schlechten Tag hatte. Das ist die Sprache eines Teams, das sich selbst nicht vertraut.

Luke

Aber "wieder" – was bedeutet das? Wie oft ist das in dieser Saison schon passiert? Fünf Spiele, zwei Niederlagen, aber wie viele davon waren so schlecht wie diese?

  • Eintracht Frankfurt verliert 0:6 bei RB Leipzig, genau wie vor einem Jahr
  • Nach fünf Spielen hat Frankfurt 16 Gegentore kassiert und nur fünf Punkte
  • Trainer Adi Hütter nimmt Kapitän Robin Koch bereits zur Halbzeit heraus
  • Christopher Nkunku erzielt vier Tore, davon drei im ersten Durchgang
  • 47.800 Zuschauer in ausverkaufter Arena

Wie schon vor einem Jahr verliert Eintracht Frankfurt 0:6 bei RB Leipzig. Der Trainer spricht dabei von einer „nicht bundesligatauglichen“… Es gibt wenige Fußballstandorte hierzulande, die für viele, die es mit Eintracht Frankfurt halten, mit ähnlichem Unbehagen verbunden sind w…

Wie schon vor einem Jahr verliert Eintracht Frankfurt 0:6 bei RB Leipzig. Der Trainer spricht dabei von einer „nicht bundesligatauglichen“ Defensive. Seinen Kapitän nimmt er bereits zur Halbzeit heraus.

Das Stadion Am Sportforum in Leipzig ist für Anhänger der Eintracht Frankfurt ein Ort der Beklemmung geworden. Nicht nur wegen der ideologischen Vorbehalte gegen das RB-Konstrukt – in den letzten zehn Spielen dort hatte Frankfurt nur einmal gewonnen. Am Samstag zum Restart der Bundesliga nach der Länderspielpause setzte sich diese düstere Serie fort. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter verlor 0:6, genau wie vor einem Jahr an gleicher Stelle. Es war die zweite Niederlage in dieser noch jungen Saison, und sie hinterließ Frankfurt mit fünf Punkten im Mittelfeld der Tabelle – nicht panisch, aber auch nicht beruhigend vor dem anstehenden Heimspiel gegen Köln.

Hütter machte die schwache Abwehr für die Niederlage verantwortlich. "Wenn du in Summe so verteidigst, ist das nicht bundesligatauglich", sagte der Österreicher. Die Leipziger unter ihrem neuen Trainer Martin Demichelis, der im August angetreten war, um den Abstand zu München zu verringern, nutzten ihre Chancen konsequent. Bereits nach 46 Sekunden führte Ezechiel Banzuzi 1:0, Christopher Nkunku erhöhte auf 2:0 (5. Minute). Der Franzose traf im ersten Durchgang noch zweimal – in der 41. Minute zum 3:0 und kurz vor der Pause zum 4:0. Bei jedem Tor zeigte sich Frankfurts Abwehr von ihrer großzügigsten Seite: Abwehrchef Robin Koch, Rechtsverteidiger Nnamdi Collins, Mittelfeldspieler Noel Aseko und Torwart Noah Atubolu ermöglichten es Leipzig durch fahrlässiges Stellungsverhalten und halbherzige Abwehrversuche, im Strafraum durchzusetzen.

Hütter reagierte zur Halbzeit. Er brachte Elias Baum, stellte auf eine Viererkette um und nahm seinen Kapitän Koch vom Platz – ein Zeichen für den Tiefpunkt einer monatelangen Negativentwicklung, die Koch auch seinen Platz im DFB-Kader gekostet hatte. Doch die zweite Hälfte brachte keine Besserung. Antonio Nusa erhöhte auf 5:0 (54. Minute), Tidiam Gomis machte das halbe Dutzend voll (89.). Vor 47.800 Zuschauern in der ausverkauften Arena blieb Leipzig unerbittlich.

Die Frankfurter Spieler sprachen von Schande. Torwart Atubolu, 24 Jahre alt, nannte den Auftritt "ein Brett" und sagte, dass es mit 16 Gegentoren nach fünf Spielen "so nicht weitergehen kann". Stürmer Jonathan Burkardt beschrieb, wie ihre Pläne nach wenigen Minuten "über den Haufen geworfen" wurden und sie danach "ins offene Messer gelaufen" seien. "Vorne wurden wir überspielt, und hinten haben wir gefühlt jeden Zweikampf verloren", sagte der Nationalspieler. Er nannte es "eine Frage der Einstellung und Verantwortung": "Wir sind wieder gescheitert."

Dieser Auftritt war nicht nur eine sportliche Demütigung – er war auch ein Echo. Im Dezember 2025 hatte Frankfurt am gleichen Ort beim gleichen Ergebnis 0:6 verloren, was damals den Anfang vom Ende für Hütters Vorgänger Dino Toppmöller bedeutet hatte. Jetzt saß Hütter nach der Partie mit "Leichenbittermiene" neben Demichelis auf der Pressekonferenz, während der Leipziger Trainer mit einem Lächeln bilanzierte: "Wir haben eine Reaktion gezeigt, die Jungs auf dem Feld haben richtig gesprochen." Beide Gemütslagen hatten an diesem Abend ihre Berechtigung. Frankfurt muss nun versuchen, den Abschnitt bis zur nächsten Programmunterbrechung im November zu absolvieren – mit deutlich mehr Druck und der Frage, ob dieser Kollaps ein vorübergehender Ausrutscher oder ein Zeichen tieferer Probleme ist.

Wenn du in Summe so verteidigst, ist das nicht bundesligatauglich
— Trainer Adi Hütter
Wir sind wieder gescheitert
— Stürmer Jonathan Burkardt
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