Bahn reduziert Generalsanierungen: Nur 13 statt 21 Strecken bis 2031

Fahrgäste und Güterverkehr wurden durch bisherige Sanierungen mit Verspätungen und Umleitungen belastet.
Weniger Korridore, klarere Vorgaben, bessere Planung
Bundesverkehrsminister Bilger fasst die neue Strategie zusammen, um Sanierungen verlässlicher zu machen.
Mark

Warum reduziert die Bahn ihre Sanierungspläne um ein Drittel? Das klingt nach einem Rückschlag.

Mimi

Es ist eher eine Kurskorrektur. Die Bahn hat gemerkt, dass sie zu viel auf einmal wollte. Wenn man 21 Strecken gleichzeitig saniert, entstehen überall Umleitungen, Verspätungen, Chaos. Mit 13 Strecken kann man sich besser konzentrieren.

Luke

Aber sind die acht Strecken wirklich nur verschoben, oder werden sie tatsächlich später angegangen? Das ist ein wichtiger Unterschied.

Mimi

Das ist eine berechtigte Frage. Die Bahn sagt, sie werden zeitlich verschoben. Aber ob das wirklich passiert, hängt von Budget und Kapazität ab.

Mark

Gibt es denn Erfolgsbeispiele, die zeigen, dass Generalsanierungen funktionieren?

Mimi

Ja, die Riedbahn und die Strecke Nürnberg-Regensburg zeigen deutliche Verbesserungen. Aber die Hamburg-Berlin-Strecke ist ein Gegenbeispiel.

Luke

Das ist wichtig: Zwei Erfolge und ein Misserfolg. Das ist keine klare Bilanz. Wir wissen nicht, ob die Probleme auf Hamburg-Berlin systemisch sind oder an spezifischen Faktoren lagen.

Mark

Was ändert sich konkret mit dem neuen Fünf-Punkte-Plan?

Mimi

Bessere Vorbereitung der Umleitungen, schrittweise Inbetriebnahme, und das europäische Sicherheitssystem ETCS wird zum Standard. Das soll Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit erhöhen.

Luke

Das klingt logisch, aber es sind Prozessverbesserungen, keine technischen Durchbrüche. Ob das reicht, werden wir erst sehen.

Mark

Wann merken Fahrgäste denn die Verbesserungen?

Mimi

Die ersten Strecken starten 2027. Aber echte Ergebnisse sehen wir wahrscheinlich erst ab 2030, wenn mehrere Sanierungen abgeschlossen sind.

  • Sanierungsprogramm reduziert: 13 statt 21 Strecken bis 2031
  • Grund: Bisherige Sanierungen führten zu Verspätungen und Belastungen
  • Fünf-Punkte-Plan mit ETCS-Standard ab Anfang der 2030er-Jahre
  • Erste Strecken starten 2027: Lehrte-Berlin, Rosenheim-Salzburg, Fulda-Hanau

Sanierungsprogramm wird um ein Drittel reduziert: statt 21 nur noch 13 Strecken bis 2031 geplant. Grund: Bisherige Sanierungen führten zu Verspätungen und Belastungen für Fahrgäste und Güterverkehr.

Die Deutsche Bahn wird bis 2031 nur noch 13 statt 21 Hauptstrecken sanieren. Der Konzern und das Bundesverkehrsministerium begründen dies mit zuverlässigerer Umsetzung und besserer Kapazitätsnutzung.

Die Deutsche Bahn hat ihre ehrgeizigen Pläne zur Modernisierung des Schienennetzes deutlich zurückgefahren. Statt 21 Hauptstrecken bis 2031 umfassend zu sanieren, wird der Konzern sich künftig auf 13 Strecken konzentrieren. Diese Entscheidung teilten die Bahn und das Bundesverkehrsministerium am Freitag mit und begründeten sie mit der Notwendigkeit, die Bauvorhaben verlässlicher umzusetzen und die knappen Kapazitäten sowohl im Eisenbahnnetz als auch in der Bauindustrie realistischer einzuschätzen.

Die Generalsanierungen sollten eigentlich das Rückgrat einer umfassenden Modernisierung bilden. Doch in der Praxis zeigten sich erhebliche Schwierigkeiten. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger räumte ein, dass die bisherige Umsetzung häufig nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht habe. "Die Idee der Korridorsanierungen ist richtig", sagte der CDU-Politiker, "aber wir müssen es besser machen." Künftig sollen Bahnbetrieb nach Sanierungen spürbar zuverlässiger und pünktlicher werden. Dafür konzentriert sich die Bahn auf weniger Korridore, setzt klarere Vorgaben für die Digitalisierung durch und verlangt bessere Planung der Bauvorhaben sowie der Umleitungsverkehre für Personen- und Güterverkehr.

Bahn-Chefin Evelyn Palla erklärte, man habe aus den ersten Sanierungen gelernt. "Wir wollen die Sanierungen effizienter umsetzen und vor allem die Belastungen für unsere Kundinnen und Kunden während der Bauarbeiten so gering wie möglich halten." Der neue Ansatz ruht auf einem Fünf-Punkte-Plan. Umleitungsstrecken sollen besser vorbereitet werden, sanierte Korridore schrittweise in Betrieb genommen werden. Zentral ist auch die Einführung des europäischen Zugsicherheitssystems ETCS als neuer Standard. Bei jeder künftigen Sanierung soll die Technik vorbereitet und ab Anfang der 2030er-Jahre direkt verbaut werden.

Keine der geplanten Sanierungen wird gestrichen, versicherten Bahn und Ministerium. Die Projekte werden lediglich zeitlich verschoben. Die 13 priorisierten Strecken verteilen sich über die kommenden Jahre: 2027 beginnen die Arbeiten auf der bereits laufenden Strecke Lehrte-Berlin sowie auf Rosenheim-Salzburg und Fulda-Hanau. 2028 folgen Köln-Koblenz, die erste Etappe München-Rosenheim, sowie die Verbindung Hagen-Unna-Hamm bis Lübeck-Hamburg. 2029 stehen Hamburg-Hannover, Würzburg-Ansbach-Treuchtlingen und Aachen-Köln an. 2030 werden Stendal-Magdeburg und Uelzen-Stendal angegangen, 2031 schließlich Lehrte-Groß Gleidingen und die zweite Etappe München-Rosenheim.

Trotz der Probleme verteidigten Bahn und Regierung das Grundprinzip der Generalsanierungen mit Verweis auf Erfolgsbeispiele. Auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim fahren Züge laut Konzern 20 Prozent pünktlicher aus dem sanierten Abschnitt heraus, als sie hineinfahren. Auf der Strecke Nürnberg-Regensburg sank die Zahl infrastrukturbedingt verursachter Störungen nach Abschluss der Arbeiten um über 90 Prozent. Allerdings zeigt die ICE-Strecke Hamburg-Berlin, dass auch nach einer Generalsanierung massive Verspätungen auftreten können. Die Reduktion der Sanierungsprojekte ist damit auch ein Eingeständnis, dass die bisherige Strategie an ihre Grenzen gestoßen ist.

Die Idee der Korridorsanierungen ist richtig. In der Vergangenheit hat die Umsetzung jedoch zu oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht.
— Bundesverkehrsminister Steffen Bilger
Wir wollen die Sanierungen effizienter umsetzen und vor allem die Belastungen für unsere Kundinnen und Kunden während der Bauarbeiten so gering wie möglich halten.
— Bahn-Chefin Evelyn Palla
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