In einer Ära, in der künstliche Intelligenz die Welt neu ordnet, hat Samsung einen Gewinn erzielt, den kein Technologiekonzern je zuvor in einem einzigen Quartal verbucht hat: knapp 71,7 Milliarden Euro. Der südkoreanische Riese wird zum Spiegel eines globalen Hungers nach Rechenleistung – Rechenzentren auf allen Kontinenten greifen nach Hochleistungsspeichern, und Samsung liefert. Doch wie so oft in der Geschichte des Fortschritts stellt sich die Frage, ob ein Gipfel der Beginn eines Plateaus ist oder der Vorbote eines Absturgs.
Samsung setzt mit 72-Milliarden-Euro-Gewinn Tech-Rekord – KI-Boom treibt Chipgeschäft
Noch nie hat ein Tech-Unternehmen in einem Quartal mehr verdient
Was bedeutet dieser Samsung-Gewinn eigentlich für den Rest der Welt? Ist das nur eine Zahl, oder ändert sich dadurch etwas?
Es zeigt, wie sehr die Weltwirtschaft jetzt von KI abhängt. Jedes Rechenzentrum, das gebaut wird, braucht diese Chips. Samsung verdient nicht, weil es besser ist als andere – es verdient, weil die Nachfrage größer ist als das Angebot.
Aber wie lange hält das? Die Quelle sagt, dass die Preisanstiege bereits verlangsamen. Von 60 Prozent im Frühjahr auf 10 bis 15 Prozent bis Jahresende – das ist ein großer Unterschied.
Also könnte der nächste Quartal schon deutlich schwächer ausfallen?
Möglich. Und dann gibt es noch die Handy-Sparte, die schwach läuft. Samsung ist nicht nur Chip-Hersteller.
Genau. Die Börse reagiert skeptisch, obwohl die Zahlen rekordverdächtig sind. Das sagt etwas aus. Investoren fragen sich: Ist das eine Blase?
Und SK Hynix? Samsung holt auf, aber wer führt noch?
SK Hynix ist noch der Weltmarktführer bei den Hochleistungsspeichern. Aber Samsungs Absatz ist um 50 Prozent gestiegen – das ist beachtlich.
Wobei wir nur eine Schätzung eines Analysten haben. Die endgültigen Zahlen kommen erst am 29. Oktober.
Also müssen wir noch warten, um zu wissen, ob das wirklich so ist?
Ja, aber die Vorabinformationen sind normalerweise zuverlässig. Und TSMC bestätigt den Trend – auch dort läuft es sehr gut.
TSMC ist allerdings ein anderes Geschäftsmodell. Die fertigen für andere. Samsung macht beides – Design und Produktion.
Der Puls
- Der KI-Boom hat Samsung in nur einem Jahr seinen Gewinn verneunfacht – ein Tempo, das die Märkte zugleich begeistert und nervös macht.
- Weltweit können Halbleiterhersteller die Nachfrage nach Hochleistungsspeichern nicht decken, was die Preise in die Höhe treibt und Samsung massiv begünstigt.
- Trotz Rekordgewinnen fallen Samsungs Aktien, weil Investoren bezweifeln, ob dieser Schub von Dauer ist – die Preisanstiege verlangsamen sich bereits spürbar.
- Das Handy- und Unterhaltungselektronikgeschäft bleibt schwach und kann den Glanz der Chip-Sparte nicht widerspiegeln.
- Samsung sichert sich mit langfristigen Lieferverträgen und einer Rekorddividende von 73 Milliarden Euro ab – ein Zeichen, dass der Konzern die Euphorie in stabile Strukturen überführen will.
In einer Ära, in der künstliche Intelligenz die Welt neu ordnet, hat Samsung einen Gewinn erzielt, den kein Technologiekonzern je zuvor in einem einzigen Quartal verbucht hat: knapp 71,7 Milliarden Euro. Der südkoreanische Riese wird zum Spiegel eines globalen Hungers nach Rechenleistung – Rechenzentren auf allen Kontinenten greifen nach Hochleistungsspeichern, und Samsung liefert. Doch wie so oft in der Geschichte des Fortschritts stellt sich die Frage, ob ein Gipfel der Beginn eines Plateaus ist oder der Vorbote eines Absturgs.
Samsung hat in einem einzigen Quartal knapp 71,7 Milliarden Euro verdient – mehr als je ein Technologieunternehmen zuvor in einem Vierteljahr. Es ist der vierte Rekordgewinn in Folge, eine Verneunfachung gegenüber dem Vorjahr. Die endgültigen Zahlen folgen Ende Oktober, doch die Vorabdaten sind eindeutig: Der KI-Boom hat den Konzern in eine neue Liga gehoben.
Der Antrieb kommt aus dem Chip-Geschäft. Rechenzentren entstehen weltweit in rasantem Tempo und benötigen vor allem Hochleistungsspeicher – sogenannte HBM-Chips –, die Daten mit extremer Geschwindigkeit verarbeiten können. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, die Preise steigen, und Samsung profitiert. Laut Analyst Douglas Kim legte der Absatz dieser Chips im dritten Quartal um rund 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Auch klassische DRAM- und NAND-Chips sind so knapp, dass Samsung erst 2028 mit einer Entspannung rechnet. Um Investitionen abzusichern, verhandelt der Konzern langfristige Lieferverträge und plant, 73 Milliarden Euro an Aktionäre auszuschütten.
Doch die Euphorie hat Risse. Das Handy- und Unterhaltungselektronikgeschäft entwickelt sich verhalten, und an der Börse fallen Samsungs Aktien trotz der Rekordgewinne. Die zentrale Frage der Investoren: Wie nachhaltig ist dieser Schub? Erste Anzeichen deuten auf nachlassende Dynamik hin – Preisanstiege für Speicherbausteine verlangsamen sich, und langfristige Lieferverträge mit vereinbarten Preisobergrenzen bremsen die Rallye zusätzlich.
Auch der taiwanische Auftragsfertiger TSMC verzeichnet Rekordwachstum: Sein Umsatz stieg im dritten Quartal um rund die Hälfte auf 41,66 Milliarden Euro. Auf dem deutschen Aktienmarkt hingegen herrscht Unbehagen – der DAX rutschte unter 25.000 Punkte, belastet von hohen Ölpreisen und Zinsängsten. Samsungs Rekord ist ein Zeichen der Zeit. Ob er Bestand hat, bleibt die offene Frage.
Samsung hat in einem einzigen Geschäftsquartal knapp 71,7 Milliarden Euro verdient – mehr als jedes andere Technologieunternehmen je in einem Vierteljahr erwirtschaftet hat. Es ist der vierte Rekordgewinn des südkoreanischen Konzerns hintereinander, eine Verneunfachung des Gewinns gegenüber dem Vorjahr. Die endgültigen Zahlen werden am 29. Oktober veröffentlicht, doch die Vorabinformationen sprechen eine klare Sprache: Der KI-Boom hat Samsung in eine neue Liga katapultiert.
Der Motor dieser beispiellosen Gewinne sitzt im Chip-Geschäft. Weltweit entstehen Rechenzentren in rasantem Tempo, und sie alle brauchen eines: Speicherchips. Die Nachfrage ist so groß, dass die Halbleiterindustrie sie derzeit nicht bedienen kann. Besonders gefragt sind Hochleistungsspeicher, sogenannte HBM-Chips, die Daten mit extremer Geschwindigkeit verarbeiten können – genau das, was KI-Systeme brauchen. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, steigen die Preise. Samsung profitiert davon massiv. Nach Angaben des Analysten Douglas Kim vom Analysehaus Douglas Research ist der Absatz dieser Hochleistungsspeicher im dritten Quartal um etwa 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Damit könnte Samsung seinen Rückstand auf den Rivalen SK Hynix, dem weltweiten Marktführer bei HBM-Chips, verringern.
Auch herkömmliche Speicherbausteine – die DRAM- und NAND-Chips, die in Computern und Smartphones stecken – sind derzeit so knapp, dass die Nachfrage nicht gedeckt werden kann. Samsung rechnet damit, dass sich diese Engpässe frühestens 2028 entspannen werden. Um die enormen Investitionen in neue Produktionsanlagen zu sichern, verhandelt der Konzern mit Betreibern von Rechenzentren über langfristige Lieferverträge. Das Unternehmen plant, in diesem Jahr 73 Milliarden Euro an seine Aktionäre auszuschütten – eine Rekordsumme.
Doch nicht alles läuft glatt. Das Handy-Geschäft und die Unterhaltungselektronik entwickeln sich nur verhalten. Und an der Börse gibt es Zweifel: Trotz der schwindelerregenden Gewinnzahlen fallen Samsungs Aktien. Die zentrale Frage der Investoren lautet: Ist dieser Gewinnschub nachhaltig? Der Analyst Kim Seok-hwan vom Vermögensverwalter Mirae fasst es so zusammen: Das Hauptaugenmerk des Marktes liegt darauf, wie dauerhaft der Gewinnschub ist, der vor einem Jahr begonnen hat.
Es gibt erste Anzeichen, dass die Dynamik nachlässt. Die Preisanstiege für Speicherbausteine verlangsamen sich bereits. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce rechnet bis zum Jahresende nur noch mit Preiserhöhungen zwischen zehn und 15 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal – zwischen April und Juni hatten sich Speicherchips noch um etwa 60 Prozent verteuert. Ein Grund: In der Branche spielen langfristige Lieferverträge eine immer größere Rolle, und in diesen Verträgen werden Preisobergrenzen vereinbart. Das bremst die Preisrallye.
Samsung ist nicht allein im Aufschwung. Der taiwanische Chip-Auftragsfertiger TSMC, der weltgrößte in seiner Branche, verzeichnet ebenfalls überraschend deutliches Wachstum. Sein Umsatz ist im dritten Quartal um etwa die Hälfte auf ein Rekordhoch von 41,66 Milliarden Euro gestiegen. TSMC ist der wertvollste börsennotierte Konzern Asiens und der Motor des taiwanischen Konjunkturbooms. Detaillierte Quartalsergebnisse will das Unternehmen in der kommenden Woche vorlegen.
Auf dem deutschen Aktienmarkt herrscht derweil Unbehagen. Der DAX ist am Mittag unter die Marke von 25.000 Punkten gerutscht, nachdem er am Vortag diese runde Schwelle noch erfolgreich verteidigt hatte. Anhaltend hohe Ölpreise und Zinsängste lasten auf der Stimmung. Der Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets warnt: Solange weder bei den Energiepreisen noch bei den Anleiherenditen Entspannung eintritt, dürfte die Bereitschaft zu größeren Aktienkäufen begrenzt bleiben. Samsungs Rekordgewinne sind ein Zeichen der Zeit – aber ob sie anhalten, bleibt die offene Frage.
Bemerkenswerte Zitate
Das Hauptaugenmerk des Marktes liegt auf der Frage, wie nachhaltig der Gewinnschub ist, der vor einem Jahr eingesetzt hat— Kim Seok-hwan, Analyst beim Vermögensverwalter Mirae
Solange weder bei den Energiepreisen noch bei den Anleiherenditen Entspannung eintritt, dürfte die Bereitschaft zu größeren Aktienkäufen begrenzt bleiben— Andreas Lipkow, Marktexperte beim Broker CMC Markets