Patrick Lange bricht seinen letzten Ironman auf Hawaii ab

Patrick Lange musste sein geplantes Abschiedsrennen aufgrund von Krämpfen und muskulären Problemen vorzeitig beenden, was für den dreimaligen Weltmeister emotional belastend war.
Wenn ich schon nicht die Finish-Line respektieren kann, dann möchte ich wenigstens die Energie zurückgeben
Lange sprach nach seinem Ausstieg als Helfer an einer Verpflegungsstation über seinen Entschluss, anderen Athleten zu unterstützen.
Mark

Warum ist dieser Abbruch für Lange so bedeutsam? Er ist dreimaliger Weltmeister – ein Ausstieg sollte doch nicht das Narrative prägen.

Mimi

Weil es sein letzter Auftritt war. Das war sein Abschiedsrennen. Er wollte auf Hawaii enden, nicht mit Tränen am Straßenrand nach 68 Kilometern.

Luke

Aber wir wissen nicht, dass es sein letzter Auftritt sein wird. Die Quelle sagt "sein letzter Auftritt" – aber hat Lange das offiziell angekündigt, dass er sich zurückzieht?

Mimi

Das ist fair. Die Berichterstattung behandelt es als Abschied, aber ob das sein Plan war oder nur die Erwartung, bleibt unklar.

Mark

Und die muskulären Probleme – sind die neu oder chronisch?

Mimi

Er hatte sie schon in Texas in diesem Jahr. Sein Trainer spricht von einer Krampfneigung über die gesamte hintere Muskelkette. Das deutet auf ein wiederkehrendes Problem hin.

Luke

Aber wir haben nur die Aussage des Trainers. Keine medizinische Diagnose, keine Erklärung, warum das Problem nicht gelöst wurde zwischen Texas und Hawaii.

Mark

Was hat ihn am meisten getroffen – der physische Schmerz oder die emotionale Komponente?

Mimi

Beides. Aber das Bemerkenswerte ist, wie er damit umging: Er half danach anderen Athleten. Das ist nicht die Reaktion eines gebrochenen Menschen.

Luke

Das ist auch eine Interpretation. Wir sehen, dass er half – ob das aus Würde kam oder aus Verarbeitung oder aus etwas ganz anderem, können wir nicht wirklich wissen.

  • Patrick Lange brach nach 68 Kilometern auf der Radstrecke ab
  • Er erreichte die Schwimmstrecke mit nur 12 Sekunden Rückstand auf die Führenden
  • Vincent Luis gewann in 7:47:27 Stunden vor Gustav Iden und Matthew Marquardt
  • Lange hatte ähnliche Krämpfe bereits beim Ironman in Texas in diesem Jahr

Lange erreichte die Schwimmstrecke stark und lag nur 12 Sekunden hinter den Führenden, doch auf dem Rad verschärften sich Krämpfe dramatisch. Der Franzose Vincent Luis gewann überraschend in 7:47:27 Stunden vor Gustav Iden und Matthew Marquardt.

Der dreimalige Hawaii-Ironman-Weltmeister Patrick Lange musste sein Abschiedsrennen auf der Radstrecke abbrechen. Muskuläre Probleme in der hinteren Oberschenkelmuskulatur zwangen ihn zum Ausstieg nach 68 Kilometern.

Patrick Lange kam aus dem Wasser stark. Nach dem Startschuss in Kailua-Kona, wo nächtliche Regenfälle die See aufgewühlt hatten, hielt der dreimalige Weltmeister mit den Schnellsten Schritt und berührte den Strand mit nur zwölf Sekunden Rückstand auf die Führenden. Es war der Beginn, den er sich für sein Abschiedsrennen auf Hawaii erhofft hatte – ein letzter Auftritt auf der Insel, die er liebte und der er, wie er oft gesagt hatte, so viel verdankte. Doch auf dem Fahrrad, seiner stärksten Disziplin, sollte alles anders werden.

Nach gerade einmal 68 Kilometern auf der Radstrecke stand Lange am Straßenrand. Er fasste sich immer wieder an den hinteren linken Oberschenkel und den unteren Rücken. "Es geht nicht", sagte er zu seinem Trainer Benjamin Reszel. Die Krämpfe, die ihn bereits in diesem Jahr beim Ironman in Texas zum Ausstieg gezwungen hatten, waren zurück – diesmal eine Krampfneigung, die sich über die gesamte hintere Muskelkette zog. Reszel beschrieb es später als "unheimlich brutal".

Lange und sein Trainer hatten sich auf einen Plan geeinigt: Er würde es bis zum Wendepunkt der Radstrecke in Hawi versuchen, dann neu entscheiden. Dort, an jenem Punkt, wo die Fahrer eine 180-Grad-Kurve nehmen müssen, würde die Entscheidung fallen. Lange kämpfte sich noch einmal den leichten Hügel hinauf, rollte vorwärts, aber als er die Kurve erreichte, stieg er aus. Er senkte den Kopf, griff sich an den Rücken, hielt sich die Hände vors Gesicht und verschwand mit hängenden Schultern.

Es war ein Déjà-vu, das niemand erwartet hatte. 2019 war Lange bereits auf der Radstrecke ausgestiegen. Doch fünf Jahre später war er zurückgekommen – beim ersten gemeinsamen Rennen für Männer und Frauen seit 2019 und der Coronapandemie wollte er noch einmal zeigen, was in ihm steckte. Sein Trainer nannte es später "die Kehrseite der Medaille". Anne Haug, die selbst Hawaii gewonnen hatte und als TV-Expertin kommentierte, sagte schlicht: "Richtig bitter".

Der Sieg ging überraschend an den Franzosen Vincent Luis, der die Strecke in 7:47:27 Stunden bewältigte. Der Norweger Gustav Iden, ehemaliger Weltmeister, folgte auf Platz zwei, der Amerikaner Matthew Marquardt auf Platz drei. Lange aber war nicht unter den Finishern.

Was folgte, war ein Akt der Würde. Im gelben Helfer-T-Shirt stellte sich Lange an einer Verpflegungsstation auf der Strecke auf. "Wenn die Chance bestanden hätte, hier zu finishen, egal in welcher Zeit, hätte ich es getan", sagte er dem ZDF. "Wenn ich schon nicht die Finish-Line respektieren kann, dann möchte ich wenigstens die Energie zurückgeben und hier an der Strecke denen es ein bisschen leichter machen, die die Finish-Line heute hoffentlich sehen werden." Es war eine Geste, die mehr über seinen Charakter aussagte als jeder Sieg hätte tun können – der Versuch, aus der Niederlage noch etwas Sinnvolles zu machen, anderen zu helfen, das zu erreichen, was ihm versagt geblieben war.

Wenn die Chance bestanden hätte, hier zu finishen, egal in welcher Zeit, hätte ich es getan
— Patrick Lange, im ZDF-Interview nach seinem Ausstieg
Es sei eine Krampfneigung über die gesamte hintere Kette
— Benjamin Reszel, Langes Trainer, zur Diagnose der muskulären Probleme
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