Paramount und Warner Bros. Discovery fusionieren zum neuen Konzern Skydance – eine der größten Medien-Fusionen überhaupt. Die Übernahme folgte einem monatelangen Bieterkampf mit Netflix, den Paramount durch höhere Angebote gewann.
Paramount schließt Warner-Übernahme ab – Skydance-Fusion weckt Sorgen
Zwei der ältesten Filmstudios unter einem Dach – mit Sorgen um Jobs und Unabhängigkeit
Was bedeutet diese Fusion konkret für die Menschen, die in diesen Studios arbeiten?
Das ist die große Frage. Wenn man zwei riesige Medienkonzerne zusammenbringt, gibt es unweigerlich Überschneidungen – doppelte Positionen, redundante Abteilungen. Jobabbau ist praktisch sicher, aber Paramount hat konkrete Zahlen bisher nicht genannt.
Genau das ist das Problem. Wir wissen, dass Hollywood Jobabbau befürchtet, aber wir haben keine Vorstellung davon, wie viele Menschen betroffen sein könnten. Das ist eine große Lücke in der Geschichte.
Und was ist mit CNN? Das scheint ein separates Problem zu sein.
Es geht um redaktionelle Unabhängigkeit. Larry Ellison ist ein Trump-Unterstützer, und CNN hat Trump kritisch berichtet. Die Sorge ist, dass Ellison die Berichterstattung beeinflussen könnte.
Aber Paramount hat sich verpflichtet, ein unabhängiges redaktionelles Aufsichtsgremium zu schaffen. Das ist eine konkrete Zusicherung, auch wenn ihre Wirksamkeit noch zu beweisen ist.
Warum hat Paramount diesen Deal überhaupt gemacht, wenn es so viele Probleme gibt?
Weil es eine der größten Medien-Fusionen überhaupt ist. Paramount wollte Warner einfach haben – die Vermögenswerte, die Streaming-Plattformen, die Inhalte. Netflix war auch interessiert, aber Paramount bot einfach mehr.
Und die Regulatoren haben es letztendlich genehmigt, nachdem Paramount Zugeständnisse machte – 30 bis 32 Filme pro Jahr, 1,5 Milliarden Dollar zusätzliche Investitionen. Das sind messbare Verpflichtungen.
Reichen diese Zusicherungen aus, um die Bedenken zu adressieren?
Das wird sich zeigen. Die Zusicherungen sind da, aber ihre Durchsetzung ist eine andere Frage. Und bei CNN bleibt die Skepsis bestehen, egal welche Zusicherungen gemacht werden.
Le Pouls
- Paramount schließt Übernahme von Warner Bros. Discovery für etwa 110 Milliarden Dollar ab
- Neuer Konzern heißt Skydance und vereint HBO Max, CNN, Paramount+, CBS und Filmklassiker
- Monatelanger Bieterkampf mit Netflix, den Paramount durch höhere Angebote gewann
- Verpflichtung zu mindestens 30 Filmen pro Jahr in den ersten zwei Jahren, danach 32 Filme
- 1,5 Milliarden Dollar zusätzliche Investitionen in US-Produktionen über fünf Jahre geplant
Paramount und Warner Bros. Discovery fusionieren zum neuen Konzern Skydance – eine der größten Medien-Fusionen überhaupt. Die Übernahme folgte einem monatelangen Bieterkampf mit Netflix, den Paramount durch höhere Angebote gewann.
Paramount hat die Übernahme von Warner Bros. Discovery für etwa 110 Milliarden Dollar offiziell abgeschlossen. Der neue Konzern Skydance vereint zwei der ältesten Hollywood-Studios, weckt aber Sorgen vor Jobabbau und politischer Einflussnahme.
Nach Monaten intensiver Verhandlungen hat Paramount die Übernahme von Warner Bros. Discovery offiziell abgeschlossen. Der Deal im Wert von rund 110 Milliarden Dollar bringt zwei der ältesten Filmstudios Hollywoods unter ein Dach und schafft damit einen der größten Medienkonzerne der Branche. Der neue Konzern trägt den Namen Skydance und vereint unter seiner Kontrolle eine beeindruckende Sammlung von Vermögenswerten: den Streaminganbieter HBO Max, die "Harry Potter"-Filmreihe, den Nachrichtensender CNN, den Streaminganbieter Paramount+, den TV-Sender CBS sowie Filmklassiker wie "Top Gun" und "Der Pate".
Der Weg zu diesem Abschluss war alles andere als geradlinig. Im Dezember des Vorjahres hatte Warner Bros. Discovery zunächst mit Netflix verhandelt und sich auf den Verkauf bestimmter Unternehmensteile geeinigt. Doch Paramount, das von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison kontrolliert wird, unterbreitete ein Gegenangebot für das gesamte Unternehmen. In den folgenden Monaten entwickelte sich ein intensiver Bieterkampf zwischen Netflix und Paramount. Obwohl die Warner-Führung Netflix mehrfach als bevorzugten Käufer bezeichnete, erhöhte Paramount sein Angebot kontinuierlich, bis Netflix schließlich aus dem Rennen ausschied.
Die letzte formale Hürde fiel vor wenigen Tagen, als eine kalifornische Richterin einen Vergleich mit zwölf Bundesstaaten genehmigte. Diese Staaten hatten gegen die Fusion protestiert und argumentiert, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb behindern würde. Um diese Bedenken zu adressieren, verpflichtete sich Paramount zu mehreren Zugeständnissen. Das Unternehmen sagte zu, in den ersten zwei Jahren nach der Fusion mindestens 30 Filme pro Jahr in die Kinos zu bringen, gefolgt von 32 Filmen jährlich in den darauffolgenden drei Jahren. Für jeden Film unter diesen Quoten droht eine Strafzahlung von 30 Millionen Dollar. Zusätzlich plant Skydance, in den kommenden fünf Jahren 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich in Produktionen in den USA zu investieren.
An der Spitze des neuen Konzerns stehen David Ellison, der Sohn von Larry Ellison, und der neu ernannte Co-CEO Ynon Kreiz. Sie erben eine komplexe Aufgabe: die Integration zweier großer Medienunternehmen bei gleichzeitiger Bewältigung einer Schuldenlast in Dutzenden von Milliarden Dollar.
Doch die Fusion weckt erhebliche Sorgen in Hollywood und darüber hinaus. Die Branche befürchtet einen massiven Jobabbau, da die beiden Studios ihre Operationen konsolidieren werden. Gleichzeitig regt sich politischer Widerstand, insbesondere unter liberalen Kritikern in den USA. Ihr Hauptanliegen ist die Zukunft von CNN unter der Kontrolle der Ellison-Familie. Larry Ellison gilt als etablierter Trump-Unterstützer, während CNN in der Vergangenheit häufig kritisch über Präsident Donald Trump berichtete. Trump selbst hat sich mehrfach feindselig gegenüber dem Sender geäußert und ihn zuletzt aus dem Weißen Haus verbannt. Beobachter weisen darauf hin, dass CBS, ein anderer Sender der Ellison-Familie, nach deren Übernahme von Paramount einen deutlich freundlicheren Ton gegenüber dem Präsidenten annahm.
Kritiker warnen daher, dass CNN unter Ellison-Kontrolle seine redaktionelle Unabhängigkeit gefährden könnte. Als Reaktion auf diese Bedenken sagte Paramount zu, ein unabhängiges redaktionelles Aufsichtsgremium für CNN einzurichten. Ob diese Zusicherung ausreicht, um die Sorgen zu zerstreuen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen, wenn die Integration der beiden Konzerne voranschreitet.
Citations marquantes
Paramount sagte zu, ein unabhängiges redaktionelles Aufsichtsgremium für CNN zu bilden— Paramount-Zusicherung zur Adressierung von Bedenken um redaktionelle Unabhängigkeit