Merz steht unter massivem Druck von Parteifreunden, die einen inhaltlichen Neustart der CDU fordern – näher bei den Menschen, für Gerechtigkeit und soziale Akzeptanz. Das Bundesverfassungsgericht verhandelt über Erbschaftsteuer und könnte dem Gesetzgeber Reformen aufzwingen, die die Union bislang blockiert hat.
Merz unter Druck: CDU-Klausur, Erbschaftsteuer und New Yorks linkes Experiment
Das Verfassungsgericht muss die CDU zu mehr Gerechtigkeit treiben
Warum ist Merz' Auftritt heute eigentlich so wichtig? Es ist doch nur eine Klausur.
Weil die CDU nach Wahlniederlagen unter Druck steht. Parteifreunde fordern einen Neustart – näher bei den Menschen, mehr Gerechtigkeit. Merz muss zeigen, dass er das verstanden hat.
Aber wer genau fordert das? Der Text sagt »sogenannte Parteifreunde«. Das ist vage. Sind das Basis-Mitglieder, Funktionäre, Landespolitiker?
Und die Erbschaftsteuer – warum verhandelt das Verfassungsgericht jetzt?
Weil es ein echtes Gerechtigkeitsproblem gibt. Erben von Immobilien zahlen Steuern, während Erben von Millionen-Firmen verschont bleiben. Das verstößt gegen Gleichbehandlung.
Aber die Union blockiert Reformen. Warum? Der Text sagt, es liegt an einer Lobby namens Stiftung Familienunternehmen. Wie viel Einfluss hat die wirklich? Das ist nicht belegt.
Und New York – warum ist das relevant für Berlin?
Weil Mamdani zeigt, wie ein linker Hoffnungsträger mit Widersprüchen umgehen muss. Er kann nicht alle zufriedenstellen. Das wird Berlin auch erleben.
Aber der Vergleich hinkt. Mamdani ist Bürgermeister einer Millionenstadt, nicht Kanzler. Und die Konflikte sind andere. Das sollte man nicht zu direkt gleichsetzen.
Was ist mit Claudia Wittig und dem BSW-Dinner mit der AfD?
Sie hat einen Fehler gemacht – oder das sagt sie jetzt jedenfalls. Sie wollte zeigen, dass man auch mit Gegnern zusammen ein Glas Wein trinken kann. Sahra Wagenknecht hat sie zurückgepfiffen.
Das ist eine Randnotiz im Text, aber es zeigt etwas über die Grenzen von Toleranz. Wittig dachte, Dialog sei möglich. Wagenknecht sagt nein. Wer hat recht? Der Text bewertet das nicht.
El Pulso
- Merz präsentiert heute Ergebnisse der CDU-Präsidiumsklausur
- Bundesverfassungsgericht verhandelt ab heute über Erbschaftsteuer
- Zohran Mamdani regiert New York seit neun Monaten als demokratischer Sozialist
- Parteifreunde fordern inhaltlichen Neustart der CDU
Merz steht unter massivem Druck von Parteifreunden, die einen inhaltlichen Neustart der CDU fordern – näher bei den Menschen, für Gerechtigkeit und soziale Akzeptanz. Das Bundesverfassungsgericht verhandelt über Erbschaftsteuer und könnte dem Gesetzgeber Reformen aufzwingen, die die Union bislang blockiert hat.
Friedrich Merz muss nach CDU-Wahlniederlagen Reformfähigkeit beweisen, während das Bundesverfassungsgericht die Erbschaftsteuer neu regeln soll und New Yorks linker Bürgermeister Mamdani zeigt, wie progressive Politik in der Praxis funktioniert.
Friedrich Merz sitzt heute Mittag vor der Presse und muss beweisen, dass er etwas gelernt hat. Das ist die Hoffnung, die in der CDU noch lebt – dass der Kanzler die Niederlagen der vergangenen Wahlen verstanden hat und nun mit einem Plan kommt, der die Partei wieder näher an die Menschen bringt. Aber die Realität, die Merz umgibt, sieht anders aus. Aus Baden-Württemberg meldet sich Cem Özdemir zu Wort und sagt ihm, dass für ihn jetzt die Zeit drängt. Aus Bayern kommt Horst Seehofer und kritisiert seine Rhetorik als weltfremd – er solle sich ein Beispiel an Angela Merkel nehmen. Und noch bevor die Präsidiumssitzung in Berlin überhaupt beginnt, fordern sogenannte Parteifreunde aus den eigenen Reihen einen radikalen Neustart: Die CDU soll wieder näher bei den Menschen sein, sich für ein bezahlbares Leben einsetzen, für Gerechtigkeit und Akzeptanz, christlich und sozial. Ein solch tiefgreifender Kurswechsel – soll das möglich sein, während Merz an der Spitze bleibt? Das ist die Frage, die heute Mittag im Raum steht.
Während Merz unter Druck gerät, beginnt heute vor dem Bundesverfassungsgericht ein anderes Drama: die Verhandlung über die Erbschaftsteuer. Die bayerische Staatsregierung möchte feststellen lassen, dass nicht der Bund, sondern die Bundesländer selbst über die Freibeträge entscheiden dürfen – ein Antrag, der vor allem Erben teurer Immobilien begünstigen würde. Morgen folgt dann die Beschwerde eines Privatmannes, der auf das Erbe seiner Tante hohe Steuern zahlen soll, während Erben von Firmen im Wert von Millionen oder Milliarden weitgehend verschont bleiben. Er sieht darin einen Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung. Das Gerechtigkeitsproblem ist längst bekannt – die SPD-Fraktion hat ein Reformkonzept vorgelegt, auch der Arbeitnehmerflügel der CDU hat sich reformbereit gezeigt. Aber die Union bewegt sich nicht, vermutlich unter Druck einer Lobby, die unter dem Namen Stiftung Familienunternehmen die Interessen einiger der größten Unternehmen des Landes vertritt. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Verfassungsgericht dem Gesetzgeber am Ende eine Änderung aufzwingen wird – die CDU muss also von Karlsruhe zu mehr sozialer Gerechtigkeit getrieben werden.
Während in Berlin die Sondierungsgespräche zwischen Linken, Grünen und SPD Fahrt aufnehmen, lohnt sich ein Blick auf eine Stadt, die bereits so links regiert wird, wie es die Wahlsiegerin Elif Eralp mit Berlin vorhat: New York City. Seit neun Monaten sitzt dort der selbst ernannte demokratische Sozialist Zohran Mamdani an den Schalthebeln der Macht. Und was sich dort zeigt, ist aufschlussreich für jeden, der verstehen will, wie progressive Politik in der Praxis funktioniert. Die konservativen Immobilienhaie sind nicht die Enttäuschten – mit Donald Trump versteht sich Mamdani prächtig. Enttäuscht sind eher Menschen, die noch vor Kurzem seine Anhänger waren.
Die Konflikte, die Mamdani durchlebt, sind ähnlich wie die, die Berlin bevorstehen. Es gibt lautstarke propalästinensische Aktivisten in New York, und sie nehmen es Mamdani übel, dass er am 7. Oktober an einer Gedenkveranstaltung für die jüdischen Opfer des Hamas-Terrors teilgenommen hat. Gleichzeitig wird er von jüdischen Organisationen verurteilt, weil er von einem anhaltenden Genozid der israelischen Regierung in Gaza gesprochen hat. Macht er also gerade alles falsch? Oder alles richtig? An Mamdani lässt sich studieren, wie ein linker Hoffnungsträger regiert, welche seiner Versprechen er umsetzt, welche Kompromisse seine Anhänger ihm verzeihen – und welche eher nicht. Für Berlin könnte das eine wichtige Lektion sein.
Citas Notables
Horst Seehofer kritisiert Merz' Rhetorik als weltfremd und empfiehlt ihm, sich ein Beispiel an Angela Merkel zu nehmen— Horst Seehofer
Cem Özdemir sagt Merz, dass für ihn jetzt die Zeit drängt— Cem Özdemir