Mindestens fünf Menschen wurden schwer verletzt und mussten auf der Intensivstation behandelt werden; Augenzeugen berichten von Explosionen und Einschlägen. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert weite Teile des Jemen und intensiviert Angriffe auf saudische Ziele seit Eskalation des Iran-Konflikts.
Huthi-Miliz greift Flughafen Riad an – mehrere Verletzte
Mindestens fünf Menschen mussten auf der Intensivstation behandelt werden
Warum ist dieser Angriff auf den Flughafen von Riad so bedeutsam? Es gibt doch regelmäßig Konflikte in der Region.
Weil er zeigt, wie direkt die Huthi-Miliz jetzt zivile Infrastruktur in Saudi-Arabien treffen kann. Das ist nicht mehr nur ein Jemen-Konflikt – es ist ein direkter Angriff auf einen der wichtigsten Flughäfen der Region.
Aber wir sollten präzise sein: Die saudiarabische Luftfahrtbehörde hat die Huthis nicht offiziell für den Angriff verantwortlich gemacht. Das kommt aus Diplomatenkreisen. Das ist eine wichtige Unterscheidung.
Stimmt. Aber die Huthis haben sich zu früheren Angriffen in dieser Woche bekannt, und das Muster ist konsistent. Raketen auf den Flughafen, mehrere Verletzte, Flugverkehr beeinträchtigt.
Und was bedeutet das für normale Reisende?
Die deutsche Regierung rät dringend von der Nutzung des Flughafens ab. Fluggesellschaften streichen Verbindungen. Es ist praktisch ein Reiseverbot für jetzt.
Das ist eine Reaktion auf die unmittelbare Bedrohung. Aber wir wissen nicht, wie lange das anhält oder ob es weitere Angriffe geben wird. Das ist noch offen.
Und die USA – Trump sagt, er wird "sehr schnell" entscheiden, ob er Saudi-Arabien hilft?
Ja, das ist neu. Bisher hatten die USA Bitten um militärische Unterstützung abgelehnt. Jetzt scheint das zu kippen.
Aber auch hier: Es ist eine Ankündigung einer Entscheidung, nicht die Entscheidung selbst. Wir wissen noch nicht, was Trump tun wird.
Il Polso
- Mindestens fünf Menschen schwer verletzt und auf Intensivstationen aufgenommen
- Flughafen King Khalid nahe Riad von Huthi-Miliz angegriffen
- Deutsche Bundesregierung warnt dringend vor Nutzung des Flughafens
- Huthi-Miliz kontrolliert weite Teile des Jemen seit Jahren
- USA erwägen militärische Unterstützung für Saudi-Arabien
Mindestens fünf Menschen wurden schwer verletzt und mussten auf der Intensivstation behandelt werden; Augenzeugen berichten von Explosionen und Einschlägen. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert weite Teile des Jemen und intensiviert Angriffe auf saudische Ziele seit Eskalation des Iran-Konflikts.
Die jemenitische Huthi-Miliz hat den internationalen Flughafen King Khalid nahe Riad angegriffen und mehrere Menschen verletzt. Die deutsche Bundesregierung warnt vor der Nutzung des Flughafens.
Der internationale Flughafen King Khalid in der Nähe von Riads Zentrum ist am Samstag erneut unter Beschuss geraten. Augenzeugen berichteten von einer Explosion am Flughafengelände; mindestens einer von ihnen sah den Einschlag direkt. Die jemenitische Huthi-Miliz wird verdächtigt, für den Angriff verantwortlich zu sein, obwohl die saudiarabische Luftfahrtbehörde dies bislang nicht offiziell bestätigt hat. Diplomatenkreisen zufolge feuerte die vom Iran unterstützte Miliz am Nachmittag eine Rakete auf das Flughafengelände ab.
Die Bilanz des Angriffs ist erheblich. Mindestens fünf Menschen wurden so schwer verletzt, dass sie auf Intensivstationen aufgenommen werden mussten, wie ein Krankenhaus-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Mehrere weitere Verletzte wurden mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben aus Medizinerkreisen orderte das saudiarabische Gesundheitsministerium wegen einer "schweren Notsituation" Notärzte an, die sich in Kliniken in Riad und der Umgebung um die Verletzten kümmern sollten. Die meisten der Verwundeten und alle fünf Schwerverletzten sind saudische Staatsangehörige.
Der Angriff ist nicht isoliert. In der vorangegangenen Woche war der Flughafen bereits mehrfach Ziel von Angriffen geworden, nachdem eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition eine Offensive gegen die Huthi-Miliz im benachbarten Jemen startete. Am Donnerstag traf ein Angriff das Flughafengelände; die Huthis bekannten sich dazu öffentlich. Am Mittwoch gab es einen weiteren Anschlag, bei dem ein sudanesischer Staatsangehöriger getötet und acht weitere Menschen verletzt wurden. Zu dem heutigen Angriff lag zunächst keine offizielle Stellungnahme der Huthi-Miliz vor.
Die Konsequenzen sind unmittelbar spürbar. Die deutsche Bundesregierung riet bis auf Weiteres dringend von der Nutzung des Flughafens Riad ab. Das Auswärtige Amt warnte, dass mit weiteren Luftangriffen und Beeinträchtigungen des Flugverkehrs gerechnet werden muss. Auch Spanien und Kanada warnten ihre Bürger vor einer Nutzung des Flughafens. Die Fluggesellschaft Kuwait Airways kündigte die Streichung von zwei Flügen von und nach Riad an und begründete dies mit der Schließung des Flughafens und der dortigen Sicherheitslage.
Der Konflikt hat tiefere Wurzeln. Die Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. In einer jüngsten Blitzoffensive übernahm sie die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis. Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar eskalierte der Konflikt im Jemen erneut. Seitdem greifen die Huthis mit Drohnen und Raketen verstärkt Flughäfen, Ölanlagen und andere zivile Ziele in Saudi-Arabien an.
Auf internationaler Ebene zeichnet sich eine Verschiebung ab. US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar, Saudi-Arabien im Kampf gegen die Huthis militärisch zu unterstützen. Nach dem Angriff auf den Flughafen von Riad werde seine Regierung "sehr schnell" eine Entscheidung treffen, sagte Trump vor Journalisten am Weißen Haus. US-Medien zufolge hatten die USA Bitten Saudi-Arabiens um militärische Unterstützung bisher abgelehnt. Ob und in welcher Form diese Haltung sich ändern wird, bleibt offen.
Citazioni salienti
Die Regierung werde "sehr schnell" eine Entscheidung treffen zur militärischen Unterstützung Saudi-Arabiens— US-Präsident Donald Trump
Mit weiteren Luftangriffen sowie mit Beeinträchtigungen des Flugverkehrs muss gerechnet werden— Deutsches Auswärtiges Amt