In einer Zeit, in der Judenhass in Deutschland besorgniserregend zunimmt, soll eine erfahrene europäische Stimme nun auf nationaler Ebene Gehör finden: Katharina von Schnurbein, seit einem Jahrzehnt Antisemitismusbeauftragte der EU-Kommission, könnte noch im Oktober das seit Monaten vakante Bundesamt übernehmen. Der Wechsel von Brüssel nach Berlin markiert nicht nur einen institutionellen Übergang, sondern auch den Versuch, einer drängenden gesellschaftlichen Herausforderung mit gebündelter Erfahrung zu begegnen.
EU-Antisemitismusbeauftragte von Schnurbein wechselt zur Bundesregierung
Elf Jahre Erfahrung im Kampf gegen Antisemitismus
Warum ist dieser Wechsel jetzt relevant? Von Schnurbein arbeitet doch schon lange in Brüssel.
Der Punkt ist, dass die Position in Berlin seit August leer ist. Das ist ein halbes Jahr ohne einen Beauftragten, der sich vollständig dieser Aufgabe widmen kann.
Aber de Vries macht die Arbeit doch kommissarisch. Wie viel Unterschied macht es wirklich, ob jemand hauptamtlich oder nebenher zuständig ist?
Das ist eine gute Frage. Ein Vollzeitbeauftrager hat mehr Gewicht, mehr Ressourcen, mehr Fokus. Aber ja, de Vries hält den Laden am Laufen.
Und warum ausgerechnet von Schnurbein? Was macht sie besonders?
Sie hat elf Jahre Erfahrung in diesem Bereich auf europäischer Ebene. Sie kennt die Strukturen, die Netzwerke, die Herausforderungen.
Aber wir wissen nicht, ob sie selbst diesen Wechsel wollte oder ob Berlin sie angeworben hat. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Was ändert sich für Deutschland, wenn sie kommt?
Potenziell mehr Kontinuität und Expertise. Aber auch: Sie muss sich in ein neues System einarbeiten, neue Beziehungen aufbauen.
Und wir sollten nicht vergessen: Der Antisemitismus in Deutschland nimmt zu. Das ist der eigentliche Grund, warum dieser Posten überhaupt so wichtig ist.
Il Polso
- Seit Ende August ist das Amt des Bundesbeauftragten für jüdisches Leben unbesetzt — eine Lücke, die angesichts steigender Antisemitismuszahlen zunehmend als unhaltbar gilt.
- Felix Kleins Weggang nach Paris hinterließ nicht nur einen leeren Schreibtisch, sondern auch acht Jahre aufgebaute Expertise, die nun neu verankert werden muss.
- Ein Parlamentarischer Staatssekretär führt die Aufgaben kommissarisch weiter — ein Provisorium, das die Dringlichkeit der Neubesetzung unterstreicht.
- Katharina von Schnurbein bringt zehn Jahre europäische Erfahrung mit, was die Hoffnung nährt, dass Brüsseler Netzwerke und Berliner Verantwortung künftig enger verknüpft werden.
- Das Bundeskabinett könnte bereits am Mittwoch entscheiden — doch das Innenministerium hält sich offiziell noch bedeckt.
In einer Zeit, in der Judenhass in Deutschland besorgniserregend zunimmt, soll eine erfahrene europäische Stimme nun auf nationaler Ebene Gehör finden: Katharina von Schnurbein, seit einem Jahrzehnt Antisemitismusbeauftragte der EU-Kommission, könnte noch im Oktober das seit Monaten vakante Bundesamt übernehmen. Der Wechsel von Brüssel nach Berlin markiert nicht nur einen institutionellen Übergang, sondern auch den Versuch, einer drängenden gesellschaftlichen Herausforderung mit gebündelter Erfahrung zu begegnen.
Katharina von Schnurbein, die seit 2015 als Antisemitismusbeauftragte der Europäischen Kommission wirkt, soll nach übereinstimmenden Medienberichten das vakante Bundesamt in Deutschland übernehmen. Das Bundeskabinett könnte die Entscheidung noch in dieser Woche treffen, ein Wechsel von Brüssel nach Berlin noch im Oktober ist im Gespräch.
Der Posten ist seit Ende August unbesetzt, nachdem Felix Klein — der erste Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus — als Botschafter zur OECD nach Paris wechselte. Acht Jahre lang hatte Klein das Amt geprägt; seither führt Parlamentarischer Staatssekretär Christoph de Vries die Aufgaben kommissarisch fort.
Das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt hat die Berichte bislang nicht offiziell bestätigt und verweist auf eine Entscheidung zu gegebener Zeit. Die lange Vakanz hat jedoch Kritik auf sich gezogen — vor dem Hintergrund eines in Deutschland seit Jahren wachsenden Antisemitismus, der die Dringlichkeit einer raschen und kompetenten Neubesetzung deutlich macht.
Katharina von Schnurbein steht vor einem Wechsel nach Berlin. Die bisherige Antisemitismusbeauftragte der Europäischen Kommission soll das vakante Amt auf Bundesebene übernehmen — eine Entscheidung, die das Bundeskabinett am Mittwoch treffen könnte. Mehrere Medien berichten übereinstimmend von diesem Plan, gestützt auf Informationen aus Regierungskreisen.
Von Schnurbein arbeitet seit 2015 für die EU-Kommission in dieser Funktion. Der Wechsel nach Berlin könnte noch im Oktober erfolgen, wie »Politico« und »Welt« berichten. Das Bundesinnenministerium, in dessen Zuständigkeit das Amt fällt, hat die Berichte bislang nicht offiziell bestätigt. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) werde zu gegebener Zeit über die Besetzung entscheiden und dem Kabinett einen Vorschlag unterbreiten, teilte das Ministerium mit.
Der Posten ist seit Ende August vakant. Sein Vorgänger, Felix Klein, wechselte damals als deutscher Botschafter zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nach Paris. Seither führt der Parlamentarische Staatssekretär im Innenministerium, Christoph de Vries (CDU), die Aufgaben kommissarisch weiter. Klein hatte acht Jahre lang als erster Beauftrager der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus fungiert.
Die lange Vakanz des Postens hat Kritik ausgelöst. Der Hintergrund ist der seit Jahren zunehmende Antisemitismus in Deutschland — ein Problem, das die Dringlichkeit einer schnellen Neubesetzung unterstreicht. Mit von Schnurbein könnte eine erfahrene Fachfrau aus Brüssel die Aufgabe übernehmen, die Bekämpfung von Antisemitismus auf Bundesebene voranzutreiben.
Citazioni salienti
Innenminister Dobrindt werde zu gegebener Zeit über die Besetzung entscheiden und dem Kabinett einen Vorschlag unterbreiten— Bundesinnenministerium