Burnham bietet Deutschland Kampfjet-Kooperation an

In herausfordernden Zeiten brauchen wir Zusammenarbeit von höchster Güte
Burnham begründet das Angebot an Deutschland mit der gegenwärtigen geopolitischen Unsicherheit.
Mark

Warum ist dieses Kampfjet-Angebot überraschend? Hat Burnham nicht einfach nur eine Geschäftsmöglichkeit erkannt?

Mimi

Es ist überraschend, weil Deutschland gerade ein großes Projekt mit Frankreich verloren hat. Das war ein Schock für die deutsche Rüstungsindustrie. Burnham kommt und sagt: Kommt zu uns statt. Das ist ein sehr direktes Angebot an einen Land, das gerade verletzt ist.

Luke

Aber wir sollten vorsichtig sein: Das GCAP-Programm existiert noch nicht wirklich. Es ist ein Plan mit Großbritannien, Italien und Japan. Wie konkret ist dieses Angebot wirklich? Wie viel Geld würde Deutschland investieren müssen? Das steht nicht im Bericht.

Mark

Der Kensington-Vertrag — ist das wirklich neu, oder ist es nur eine Formalisierung von Dingen, die ohnehin schon passieren?

Mimi

Es wurde im Juli 2025 unterzeichnet, tritt aber erst jetzt in Kraft. Das bedeutet, dass es Zeit brauchte, um ratifiziert zu werden. Es ist nicht nur eine Formalisierung — es schafft einen rechtlichen Rahmen für Zusammenarbeit in Außenpolitik, Sicherheit und Wirtschaft. Das ist strukturell wichtig.

Luke

Aber die Quelle sagt nicht, was konkret anders sein wird. Visafreiheit für Schulklassen — das ist nett, aber nicht zentral. Was ändert sich wirklich in der Verteidigungspolitik? Das bleibt vage.

Mark

Burnham spricht von einer Rückkehr zur EU. Ist das realistisch, oder ist das nur Wahlkampfrhetorik?

Mimi

Er ist der erste britische Premier seit dem Brexit, der das öffentlich sagt. Das ist ein Signal. Aber ob es passiert, hängt von vielen Faktoren ab — von der britischen Öffentlichkeit, von der EU selbst. Das ist noch sehr offen.

Luke

Und wir wissen nicht, wie die EU auf so ein Angebot reagieren würde. Das ist reine Spekulation. Was wir wissen, ist, dass Burnham es ausspricht. Das ist die Nachricht.

Mark

Also: Ein neuer britischer Premier kommt nach Berlin, bietet ein Kampfjet-Projekt an und deutet an, dass Großbritannien vielleicht zurück zur EU will. Das ist eine große Verschiebung.

Mimi

Ja. Und Deutschland ist der erste EU-Stopp. Das ist kein Zufall. Deutschland ist die größte Wirtschaft in Europa, und Merz ist ein starker Partner für Burnham.

Luke

Aber wir sollten unterscheiden: Das Kampfjet-Angebot ist konkret. Die Rückkehr-zur-EU-Andeutung ist viel spekulativer. Der Bericht vermischt die beiden Dinge ein wenig.

  • Burnham bietet Deutschland Beteiligung am GCAP-Programm (Global Combat Air Programme) an
  • Der Kensington-Vertrag tritt in Kraft und regelt deutsch-britische Zusammenarbeit in Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik
  • Deutschlands Kampfjet-Projekt mit Frankreich war im Sommer nach Streitigkeiten gescheitert
  • Burnham ist der erste britische Premier seit dem Brexit, der eine mögliche Rückkehr zur EU erwähnt

Burnham signalisierte Deutschlands Beteiligung am Global Combat Air Programme (GCAP), einem geplanten Tarnkappen-Bomber-Projekt mit Großbritannien, Italien und Japan. Der Kensington-Vertrag regelt engere Zusammenarbeit in Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik sowie praktische Erleichterungen wie Visafreiheit für Schulklassen.

Britischer Premierminister Burnham hat Deutschland bei seinem Besuch in Berlin überraschend die Teilnahme am GCAP-Kampfjet-Programm angeboten. Der neue Kensington-Vertrag zwischen beiden Ländern tritt in Kraft und soll die Verteidigungskooperation vertiefen.

Andy Burnham ist nach London, Kiew und Washington gereist. Jetzt, in seiner ersten Reise als britischer Premierminister in ein EU-Land, sitzt er im Kanzleramt in Berlin. Friedrich Merz empfängt ihn an einem Tag, den Merz später als historisch bezeichnen wird. Das Treffen bringt eine Überraschung mit sich, die in den Verteidigungshallen Europas Aufmerksamkeit erregen wird: Burnham bietet Deutschland an, sich am GCAP-Programm zu beteiligen — einem ehrgeizigen Projekt zur Entwicklung eines neuen Tarnkappen-Bombers.

Das GCAP, das Global Combat Air Programme, ist bislang ein Vorhaben von Großbritannien, Italien und Japan. Burnham signalisiert, dass Deutschland hinzukommen könnte. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig. Im Sommer ist das deutsch-französische Kampfjet-Projekt nach Jahren von Spannungen und Streitigkeiten zusammengebrochen. Deutschland suchte seitdem nach einer Alternative, nach einem neuen Partner für eines der teuersten und technologisch anspruchsvollsten Rüstungsprojekte, die ein europäisches Land unternehmen kann. Burnham macht nun ein Angebot. "Das ist etwas, das wir in der kommenden Zeit vorantreiben möchten", sagt er.

Das Angebot ist eingebettet in einen größeren Rahmen: den Kensington-Vertrag. Dieses Abkommen wurde bereits im Juli 2025 unterzeichnet, als Merz London besuchte. Jetzt, im Oktober 2026, tritt es in Kraft. Der Vertrag regelt eine engere Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und Deutschland in Außenpolitik, Sicherheit und Wirtschaft. Er sieht auch praktische Erleichterungen vor — etwa Visafreiheit für Schulklassen, die sich auf Klassenfahrten begeben. Es ist ein Vertrag, der versucht, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern auf eine neue Grundlage zu stellen, nachdem Großbritannien die Europäische Union verlassen hat.

Merz nutzt die Gelegenheit, um die Bedeutung des Moments zu unterstreichen. "Dieser Vertrag eröffnet Großbritannien und Deutschland neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit", sagt er. "Nachdem Großbritannien die Europäische Union leider verlassen hat, machen wir jetzt wenigstens bilateral einen Vertrag." Es ist eine Aussage, die sowohl Pragmatismus als auch eine gewisse Wehmut ausdrückt — die Anerkennung, dass der Brexit geschehen ist, aber auch der Wille, die Beziehungen trotzdem zu vertiefen.

Burnham seinerseits rahmt die Zusammenarbeit in den Kontext der gegenwärtigen Unsicherheit ein. "In herausfordernden Zeiten — und es sind herausfordernde Zeiten — brauchen wir eine Zusammenarbeit von höchster Güte mit unseren engsten Partnern, und Deutschland ist in der Tat einer unserer engsten Partner." Er verspricht, dass der Kensington-Vertrag die Sicherheit in Europa verbessern wird, das Wirtschaftswachstum beider Länder fördern wird und den Lebensstandard der Bevölkerung erhöhen wird. Es sind große Versprechungen für ein Dokument, das gerade erst in Kraft tritt.

Neben dem Kampfjet-Angebot kündigt Burnham eine engere Zusammenarbeit bei der Abwehr hybrider Bedrohungen an. Sowohl Deutschland als auch Großbritannien sehen sich solchen Bedrohungen ausgesetzt — Cyberangriffe, Desinformation, verdeckte Operationen. "Es ist sinnvoll, diesen Bedrohungen gemeinsam zu begegnen und sich gegenseitig bei ihrer Abwehr zu unterstützen", erklärt er. Es ist ein Bereich, in dem die beiden Länder tatsächlich ähnliche Herausforderungen teilen.

Der Besuch ist auch deshalb bemerkenswert, weil Burnham in den vergangenen Wochen von etwas anderem gesprochen hat: von der Möglichkeit, dass Großbritannien zur Europäischen Union zurückkehren könnte. Er ist der erste britische Premierminister seit dem Brexit vor etwa zehn Jahren, der diese Möglichkeit konkret anspricht. Berlin ist also nicht nur ein Besuch zur Unterzeichnung eines bilateralen Vertrags — es ist auch ein Signal in Richtung Europa, dass Großbritannien offen für eine Neuausrichtung seiner Beziehungen zum Kontinent ist. Der Kampfjet-Deal mit Deutschland könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein.

Das ist etwas, das wir in der kommenden Zeit vorantreiben möchten
— Andy Burnham zum GCAP-Angebot
Dieser Vertrag eröffnet Großbritannien und Deutschland neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit
— Friedrich Merz zum Kensington-Vertrag
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