Jeden Oktober erinnert Oslo die Welt daran, dass Frieden kein Selbstverständnis ist, sondern eine Entscheidung. Das norwegische Nobelkomitee verkündet heute um elf Uhr den Friedensnobelpreis 2026 — aus 287 Nominierungen, in stiller Beratung, unter dem langen Schatten des Vorjahres, als die ausgezeichnete venezolanische Oppositionsführerin ihre Medaille symbolisch an Donald Trump weitergab. In einem Moment, in dem der Preis selbst zur Bühne politischer Ansprüche geworden ist, stellt das Komitee erneut die alte Frage: Wer verdient es, im Namen des Friedens geehrt zu werden?
287 Nominierungen: Wer erhält den Friedensnobelpreis 2026?
Man kann nicht bestimmen, was die Menschen mit dem Preis machen
Was macht diese Wahl denn so besonders? Es gibt doch jedes Jahr einen Friedensnobelpreis.
Das stimmt, aber die Entscheidung des Vorjahres hat tiefe Kratzer hinterlassen. María Corina Machado bekam den Preis für ihren Kampf um Demokratie in Venezuela — völlig legitim. Aber dann gab sie die Medaille an Trump weiter, und das hat die ganze Sache politisch aufgeladen.
Moment — sie gab die Medaille "symbolisch" weiter. Das ist wichtig. Sie behielt sie nicht, sie übergab sie als Geste. Das ist etwas anderes als zu sagen, sie habe den Preis verschenkt.
Richtig. Aber für viele Menschen sah es so aus, als würde der Friedensnobelpreis plötzlich in die amerikanische Innenpolitik hineingezogen. Und Trump selbst behauptet jetzt, er hätte den Preis verdient.
Denkt das Komitee, dass es einen Fehler gemacht hat?
Das sagen sie nicht direkt. Aber Haakon Gjerløw vom PRIO-Institut deutet an, dass das Komitee dieses Jahr vielleicht zu jemandem Unumstrittenem tendieren könnte — um die Glaubwürdigkeit des Preises zu bewahren.
"Könnte" ist das Schlüsselwort. Gjerløw sagt auch: "Es kann in beide Richtungen gehen." Das ist ehrlich, aber es bedeutet auch, dass wir nicht wirklich wissen, wie das Komitee reagiert.
Wer sind denn die Favoriten?
Das ist das Geheimnis. 287 Nominierungen, 208 Personen und 79 Organisationen. Niemand außer dem Komitee weiß, wer auf der engeren Liste steht.
Gjerløw hat seine eigene Liste veröffentlicht — Journalisten-Schutzkomitee, Save the Children, Mykola Kuleba von Save Ukraine. Aber das ist seine Meinung, nicht die des Nobelkomitees.
Also warten wir einfach bis elf Uhr?
Genau. Das Rätselraten endet heute Morgen.
Le Pouls
- Die Vergabe des Vorjahres hat das Ansehen des Preises erschüttert: María Corina Machado übergab ihre Nobelmedaille symbolisch an Donald Trump und löste damit eine Kontroverse aus, die bis heute nachwirkt.
- Trump selbst beansprucht den Preis öffentlich und behauptet, acht Kriege beendet zu haben — eine Druckkulisse, die das Komitee nach eigenen Angaben nicht beeinflussen wird.
- Friedensforscher warnen: Ein Preis, der jedes Jahr Skandale produziert, verliert seine moralische Strahlkraft — das Komitee könnte diesmal bewusst auf eine unumstrittene Wahl setzen.
- Auf den Kandidatenlisten von Experten stehen unter anderem Save the Children, das Komitee zum Schutz von Journalisten und Mykola Kuleba von Save Ukraine.
- Um elf Uhr endet das Rätselraten — die fünf Komiteemitglieder sind die Einzigen, die bereits wissen, wer die Medaille, die Urkunde und eine Million Euro am 10. Dezember entgegennehmen wird.
Jeden Oktober erinnert Oslo die Welt daran, dass Frieden kein Selbstverständnis ist, sondern eine Entscheidung. Das norwegische Nobelkomitee verkündet heute um elf Uhr den Friedensnobelpreis 2026 — aus 287 Nominierungen, in stiller Beratung, unter dem langen Schatten des Vorjahres, als die ausgezeichnete venezolanische Oppositionsführerin ihre Medaille symbolisch an Donald Trump weitergab. In einem Moment, in dem der Preis selbst zur Bühne politischer Ansprüche geworden ist, stellt das Komitee erneut die alte Frage: Wer verdient es, im Namen des Friedens geehrt zu werden?
Um elf Uhr heute Morgen wird Oslo zur Weltbühne. Das norwegische Nobelkomitee verkündet den Friedensnobelpreis 2026 — und die Spannung ist in diesem Jahr größer als gewöhnlich.
Aus 287 Nominierungen, aufgeteilt auf 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen, haben fünf Komiteemitglieder in strenger Geheimhaltung ihre Wahl getroffen. Was sie entschieden haben, weiß niemand sonst.
Das Vorjahr wirft seinen Schatten voraus. Das Komitee hatte die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado ausgezeichnet — eine Frau, die auf geheimen Wegen aus Venezuela geflohen war und in Oslo gefeiert wurde. Doch im Januar übergab sie ihre Medaille symbolisch an Donald Trump. Seitdem ist auch sie in Norwegen umstritten. Haakon Gjerløw vom Friedensforschungsinstitut PRIO kommentiert es nüchtern: "Man kann nun mal nicht bestimmen, was die Menschen mit dem Preis machen."
Trump selbst hat längst Ansprüche angemeldet. Im Oval Office erklärte er, er habe acht Kriege beendet und den Preis verdient — und fügte hinzu, es wäre eine Schmach für das Komitee, ihn ihm zu verweigern. Das Komitee lässt sich davon nach eigenen Angaben nicht leiten.
Gjerløw glaubt, dass die Jury dieses Jahr auf Stabilität setzen könnte: Ein Preis, der jedes Jahr Kontroversen produziert, verliert seine Glaubwürdigkeit. Auf seiner persönlichen Kandidatenliste stehen das Komitee zum Schutz von Journalisten, das Netzwerk Emergency Response Rooms im Sudan, Save the Children sowie Mykola Kuleba von Save Ukraine.
Medaille, Urkunde und eine Million Euro werden am 10. Dezember überreicht. Doch wer sie erhält, erfahren wir heute — um elf Uhr.
Um elf Uhr heute Morgen wird Oslo zum Mittelpunkt der Welt. Das norwegische Nobelkomitee wird verkünden, wer den Friedensnobelpreis 2026 erhält. Die Spannung ist größer als sonst, denn das vergangene Jahr hat Narben hinterlassen.
Das Nobel-Institut hat 287 Nominierungen erhalten — deutlich weniger als im Vorjahr. Dahinter verbergen sich 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen. Die Namen bleiben streng geheim bis zur Verkündung. Fünf Mitglieder des norwegischen Nobel-Komitees werden die Entscheidung treffen, und niemand außer ihnen weiß, wer auf der engeren Liste steht.
Die Kontroverse des Vorjahres wirkt nach. Das Komitee hatte María Corina Machado, die venezolanische Oppositionsführerin, für ihren Kampf um Demokratie in ihrer Heimat ausgezeichnet. Im Dezember wurde sie in Oslo gefeiert, nachdem sie auf geheimen Wegen aus Venezuela entkommen war. Doch im Januar tat sie etwas Unerwartetes: Sie übergab ihre Medaille symbolisch an Donald Trump. Seitdem ist sie auch in Norwegen umstritten. Haakon Gjerløw, der geschäftsführende Direktor des Friedensforschungsinstituts PRIO, sagt dazu nüchtern: "Das hätte ich mir anders gewünscht. Aber man kann nun mal nicht bestimmen, was die Menschen mit dem Preis machen, den sie bekommen."
Trump selbst hat längst seine Ansprüche angemeldet. Der US-Präsident behauptet, acht Kriege beendet zu haben, und meint, er hätte den Preis verdient. Am Mittwoch wiederholte er im Oval Office: "Ich weiß nicht, wie ihre Entscheidung ausfallen wird. Sie haben den Ruf, dass sie ihn Leuten wie mir nicht geben. Egal, ob ich ihn bekomme oder nicht, ich habe weitaus mehr geleistet und denke, es wäre eine Schmach für sie."
Gjerløw glaubt, dass das Komitee dieses Jahr vorsichtiger sein könnte. "Dass der Preis ab und zu für Kontroversen sorgt, bringt ihm Aufmerksamkeit. Aber er kann nicht jedes Jahr umstritten sein." Die Balance zu finden sei entscheidend. Das könnte bedeuten, dass sich das Komitee bewusst für eine unumstrittene Persönlichkeit entscheidet — oder auch nicht. "Es kann in beide Richtungen gehen", sagt Gjerløw.
Gjerløw selbst hat wie jedes Jahr eine Liste mit Kandidaten veröffentlicht, die er für preiswürdig hält. Darauf stehen das Komitee zum Schutz von Journalisten, das Netzwerk "Emergency Response Rooms" im Sudan, die Hilfsorganisation Save the Children und Mykola Kuleba, der Leiter von Save Ukraine, einer Organisation, die sich für Kinderrechte und humanitäre Hilfe einsetzt.
Kristiaan Berg Harpviken, der Direktor des norwegischen Nobelinstituts, hat klargemacht, dass die Weitergabe der Medaille durch Machado keine große Rolle spielen wird. Im Januar sagte er dem Sender NRK: "Es werden vielmehr Abwägungen getroffen, wie sich ein Preis auswirken wird und welche Folgen er für die Sicherheit und die Situation der Preisträger hat." Das Komitee wird sich von Trumps Äußerungen nicht einschüchtern lassen.
Die Medaille, eine Urkunde und ein Preisgeld von einer Million Euro werden am 10. Dezember in Oslo überreicht. Aber das Rätselraten endet heute um elf Uhr.
Citations marquantes
Das hätte ich mir anders gewünscht. Aber man kann nun mal nicht bestimmen, was die Menschen mit dem Preis machen, den sie bekommen.— Haakon Gjerløw, Direktor des Friedensforschungsinstituts PRIO
Dass der Preis ab und zu für Kontroversen sorgt, bringt ihm Aufmerksamkeit. Aber er kann nicht jedes Jahr umstritten sein.— Haakon Gjerløw